(Minghui.org) Ich lernte meinen Mann während des Studiums kennen. Nach dem Abschluss arbeiteten wir im selben staatlichen Betrieb. Er war sehr talentiert und kompetent und sein Vorgesetzter schätzte ihn sehr. Schnell stieg er zum Sekretär des Kommunistischen Jugendverbands in einem Zweigwerk auf. Er war oft beschäftigt und erschöpft.

Ein Arbeitskollege machte meinen Mann auf Falun Dafa aufmerksam. Im Sommer 1998 begann er dann mit dem Praktizieren und empfahl mir, das Zhuan Falun ebenfalls zu lesen. Doch aufgrund meiner jahrelangen atheistischen Bildung konnte ich wenig mit dem Inhalt des Buches anfangen. Da unser Kind noch klein war und mich Familie und Beruf stark beanspruchten, legte ich das Buch bald wieder beiseite. Dennoch unterstützte ich die Entscheidung meines Mannes, Falun Dafa zu praktizieren. Ich sah, wie er dadurch gesünder und ausgeglichener wurde und Ruhm sowie persönliche Interessen zunehmend gelassener betrachtete.

Die Situation änderte sich jedoch schlagartig, als die Kommunistische Partei Chinas (KPCh) die Verfolgung von Falun Dafa einleitete. Die staatliche Propaganda und die Sprachrohre der KPCh, die diskriminierenden Blicke der Mitmenschen sowie die Sorge um die Sicherheit meines Mannes führten dazu, dass ich Falun Dafa ablehnend gegenüberstand. Ich wünschte mir ein friedliches Leben und wollte mir keine Sorgen machen müssen, ob die Polizei ihn mitnehmen würde. Um ihn dazu zu bringen, das Praktizieren aufzugeben, stritt ich mich heftig mit ihm – ich drohte sogar mit Scheidung.

Als ich 2008 selbst mit dem Praktizieren begann, reagierten daher viele überrascht darauf. „Du hast dich doch immer so entschieden dagegen gestellt. Warum praktizierst du sie jetzt selbst?“, hieß es. Hier möchte ich berichten, was ich mit meinem Mann erlebt habe und wie sich meine negative Einstellung gegenüber Falun Dafa Schritt für Schritt auflöste, bis ich sogar selbst mit dem Praktizieren begann.

Eine wunderbare und gesegnete Zeit, nachdem mein Mann mit dem Praktizieren begonnen hatte

An einem Sommertag im Jahr 1998 kam mein Mann von der Arbeit nach Hause und brachte das Buch Zhuan Falun mit. Noch in derselben Nacht begann er, es aufmerksam zu lesen. Neugierig fragte ich ihn, worum es in dem Buch gehe. Er antwortete, dass er vieles noch nicht ganz verstanden habe und mir davon erzählen werde, sobald sich ihm der Inhalt besser erschließe. Später fuhr er auf eine Geschäftsreise. Er nahm nicht viel mit, aber das Buch hatte er dabei. Als er zurückkehrte, wirkte er voller Energie und konnte es kaum erwarten, mir zu erzählen, was er gelesen und erkannt hatte. Er sagte, das Zhuan Falun sei in einfacher, verständlicher Sprache verfasst und erkläre die Geheimnisse des Universums, von Raum und Zeit, dem Ursprung des Lebens, der Verbindung zwischen Mensch und Gottheit sowie karmische Zusammenhänge. Das Buch lege zudem dar, dass es universelle Prinzipien gebe: Wahrhaftigkeit, Güte und Nachsicht. Nur wer diesen universellen Prinzipien folge, könne ein guter Mensch werden, sich guter Gesundheit erfreuen und sich spirituell erhöhen. Die Menschen seien auf die Erde gekommen, um zu ihrem wahren Selbst zurückzufinden.

In der Nacht, als er das Buch zu Ende gelesen hatte, wurden viele schlechte Dinge aus seinem Körper beseitigt. Er fror stark, als hätte er eine schwere Grippe, und litt unter Durchfall. Er erholte sich jedoch schnell und fühlte sich anschließend leicht und wohl.

Ich konnte mich nicht mehr an alles erinnern, was er in jener Nacht gesagt hatte, wohl aber daran, wie begeistert und bewegt er war. Von diesem Tag an schien er wie ausgewechselt: Er war fröhlich, optimistisch und gelassen. Seine Arbeit war nach wie vor hektisch und stressig, doch er beklagte sich nie, ganz gleich, wie spät er nach Hause kam. Er kümmerte sich um die Kinder und erledigte die Hausarbeit. Er begegnete unseren Mitmenschen freundlich und bot stets seine Hilfe an. Es war eine wunderbare und gesegnete Zeit in unserem Leben.

Meine Angst erreicht ihren Höhepunkt

Nachdem die KPCh die Verfolgung eingeleitet und Falun Dafa mit ihrer Propagandamaschinerie verleumdet hatte, begannen die Leute in unserer Firma, Falun-Dafa-Praktizierende ins Visier zu nehmen. Sie sprachen einzeln mit ihnen und zwangen sie, ihrem Glauben abzuschwören. Die gutherzigen Praktizierenden wurden zu Außenseitern. Die Medien verbreiteten alle möglichen Lügen, um sie zu diffamieren – es war wie eine Wiederholung der Kulturrevolution. Wenn die Leute über Falun Dafa sprachen, wiederholten sie nur, was im Fernsehen gesagt wurde: Glaube sei Aberglaube und die Praktizierenden seien unwissend und hätten Suizidgedanken. Die bedrückende Atmosphäre gab mir als Angehörige eines Praktizierenden das schreckliche Gefühl, diskriminiert zu werden.

Mein Mann war damals Abteilungsleiter; er arbeitete hart und war sehr verantwortungsbewusst. Zu Beginn der Verfolgung versuchten seine Vorgesetzten, die ihn schätzten und denen er am Herzen lag, ihn davon zu überzeugen, das Praktizieren aufzugeben, damit er beruflich vorankommen konnte. Er erklärte ihnen, wie Falun Dafa ihn zu dem Menschen gemacht hätte, der er sei, und dass er sowohl körperlich als auch geistig davon profitiere. Er sagte, es sei nichts Falsches daran, Falun Dafa zu praktizieren, und es habe keinerlei negative Auswirkungen auf die Gesellschaft. So weigerte er sich, seinem Glauben abzuschwören.

Unsere Verwandten riefen ständig an, um Druck auf ihn auszuüben, damit er das Praktizieren von Falun Dafa aufgab. Ich hatte keine Ahnung, wie groß der Druck war, den er damals aushalten musste, und bis heute kann ich mir kaum vorstellen, wie er das alles durchgestanden hat. Ich wusste nur, dass ich selbst unter enormem Stress stand. Anfangs unterstützte ich ihn und hatte Verständnis, da ich wusste, dass die Verfolgung ungerechtfertigt war. Doch Tag für Tag sah ich mir die verleumderische Propaganda im Fernsehen an. Jeden Tag gab es eine neue Sendung, die Falun Dafa aus einem anderen Blickwinkel herabwürdigte. Obwohl ich das Buch gelesen hatte und miterlebt hatte, wie sich mein Mann durch die Kultivierung positiv verändert hatte, begann ich nach und nach, den Lügen zu glauben. Anstatt die Verfolgung zu verurteilen, verurteilte ich Falun Dafa. Weil ich nicht wollte, dass meinem Mann etwas Schlimmes zustieß, schloss ich mich den anderen an und drängte ihn ebenfalls dazu, seinen Glauben aufzugeben.

Wir stritten uns oft und ich zwang ihn, sich zu entscheiden: „Willst du mich und das Kind oder Falun Dafa?“ Einmal antwortete er traurig: „Ich möchte beides. Für mich schließen sich du und Falun Dafa nicht aus und ich sollte mich nicht entscheiden müssen. Ich weiß, dass die anderen mich nicht verstehen, aber wie kannst du es nicht verstehen? Was ist falsch daran, dass Falun Dafa mich zu einem guten Menschen gemacht hat? Ich verstehe den Kummer und den Druck, unter denen du jetzt leidest. Aber die Zeit wird zeigen, dass ich recht habe.“

Nach und nach wurde Falun Dafa bei uns zu Hause zu einem Tabuthema. Sobald das Thema zur Sprache kam, reagierte ich gereizt. Ich sah zwar, dass er wirklich ein offenes Gespräch mit mir führen wollte, aber ich wollte nicht zuhören.

Im Jahr 2002 bewahrheitete sich meine Befürchtung. Die Polizei nahm meinen Mann an seinem Arbeitsplatz fest, beschlagnahmte seine Schlüssel und durchsuchte unsere Wohnung, ohne irgendjemanden darüber zu benachrichtigen. Als ich an jenem Abend nach Hause kam, war ich beim Anblick des Chaos wie gelähmt. Instinktiv wusste ich, dass ihm etwas zugestoßen war. Ich rief einen Familienangehörigen an, der schnell kam und mich zu seinem Arbeitsplatz begleitete. Der Angestellte, der Dienst hatte, verständigte den Sicherheitschef. Dieser teilte uns mit, dass die Polizei meinen Mann mitgenommen habe. Er riet mir, zur Polizeiwache zu gehen.

Es war bereits Nacht, als wir bei der Polizeiwache ankamen. Man wies uns ab und sagte, wir sollten am nächsten Tag wiederkommen. Ich war voller Sorge und Angst und konnte nicht schlafen. Am nächsten Tag rief mich der Sicherheitschef an und teilte mir mit, dass die Polizei meinen Mann in eine Haftanstalt überführt habe. Er bat mich um 2.000 Yuan (etwa 240 Euro) und sagte, er würde das Geld an meinen Mann weiterleiten, damit dieser sich Dinge des täglichen Bedarfs kaufen könne. Zwei Monate später wurde mein Mann freigelassen, da es keinerlei „Beweise“ gab. Er erzählte mir, dass er das Geld nie erhalten habe.

Mein Mann weigerte sich weiterhin, Falun Dafa aufzugeben; infolgedessen wurde er von seiner Position degradiert und als Techniker in der Werkstatt eingesetzt. Er beschwerte sich nicht darüber und nahm seine Arbeit in der Werkstatt bereitwillig auf. Er arbeitete hart und investierte viel Zeit, um sich neues Wissen und neue Fähigkeiten anzueignen. Schon bald konnte er selbstständig arbeiten. Die Kollegen, die ihn beobachteten, begannen, ihn zu respektieren.

Früher waren andere neidisch auf das Talent und die berufliche Stellung meines Mannes und das machte mich stolz. Nun sahen die Leute mich wegen ihm mit anderen Augen und es fiel mir schwer, diese Veränderung zu akzeptieren. Nachdem die Polizei seinen Computer zu Hause beschlagnahmt hatte, dachte ich nicht, dass er sich einen neuen anschaffen würde. Doch einige Monate später tat er es, um ihn für Projekte für Falun Dafa zu nutzen.

Das trieb meine Angst und Wut ins Unermessliche. Nach einem heftigen Streit meinte ich, es nicht mehr aushalten zu können, und bat um die Scheidung. Als er sah, wie entschlossen ich war, willigte er ein: „Ich möchte einfach nur, dass du glücklich bist. Du kannst das im Moment wahrscheinlich nur nicht sehen. Es ist nicht falsch, Falun Dafa zu praktizieren und sich an die Prinzipien Wahrhaftigkeit, Güte und Nachsicht zu halten. Praktizierende sind nicht so unwissend, wie die KPCh sie im Fernsehen darstellt. Du kennst mich und solltest wissen, dass das, was im Fernsehen gesagt wird, Lügen sind. Falun Dafa zu praktizieren, hat mir enorm geholfen. Wenn es diffamiert und verleumdet wird, muss ich aufstehen und es verteidigen. Ein Mann mit Gewissen muss so handeln. Wenn du glaubst, dass eine Scheidung dich aus deinem Elend befreien kann, dann respektiere ich deine Entscheidung.“

Wir gingen dann zwar zum Standesamt, vollzogen die Scheidungsformalitäten dann doch nicht und kehrten gemeinsam nach Hause zurück.

Anerkennung und Vertrauen bei Vorgesetzten, Kollegen und Kunden

Danach verbesserte sich unser Leben ein wenig. Mein Mann bewies bei der Arbeit weiterhin Kompetenz, Geschick und Verantwortungsbewusstsein. Oft erzielte er technische Durchbrüche, was ihm das Vertrauen und die Anerkennung seiner Vorgesetzten und Kollegen einbrachte. Er wurde Elektroingenieur und war an vielen Großprojekten beteiligt. Häufig leistete er Überstunden und musste mitten in der Nacht zur Arbeit eilen, wenn eine Anlage ausfiel. Er beschwerte sich nie darüber und wurde mehrfach als „Herausragender Techniker“ ausgezeichnet. Wenn Lieferanten oder Bauunternehmer ihn zu einem Essen einladen wollten, lehnte er stets ab. Er führte eine gewissenhafte Qualitätskontrolle durch, ohne den Lieferanten oder Bauunternehmern dabei unnötige Schwierigkeiten zu bereiten.

Einmal wollte ein Lieferant einige Bauteile austauschen und suchte deswegen meinen Mann auf der Baustelle auf. Er bat ihn zu seinem Auto, drückte ihm Geld in die Hand und versuchte, ihn zu einem Gefallen zu bewegen. Mein Mann gab ihm das Geld mit den Worten zurück: „Ich brauche Geld, aber nicht auf diese Weise. Bei den Projekten, für die ich verantwortlich bin, achte ich darauf, dass alle Vorschriften eingehalten werden.“

Eines Abends kamen der Lieferant und seine Frau zu uns nach Hause, um „ein wenig zu plaudern“. Bevor sie gingen, drückte mir der Lieferant ein Geldbündel in die Hand. Ich wollte es nicht annehmen, doch sie bestanden darauf. Mein Mann gab mir einen Wink, es doch zu nehmen. Nachdem sie gegangen waren, zählten wir das Geld: Es waren 100.000 Yuan (etwa 12.000 Euro). Für uns war das damals eine beträchtliche Summe.

Einige Monate später stand das Bauprojekt kurz vor dem Abschluss. Mein Mann suchte den Lieferanten auf und gab ihm das Geld zurück. Er sagte zu ihm: „Hätte ich das Geld damals nicht angenommen, hätten Sie vielleicht gedacht, ich würde Ihnen Schwierigkeiten bereiten. Da das Projekt nun zu Ende geht, nehmen Sie das Geld bitte wieder an. Ich weiß, dass es für Sie nicht leicht ist, Ihren Lebensunterhalt zu bestreiten.“ Der Lieferant war völlig verblüfft: „Warum? Mögen Sie kein Geld?“ Mein Mann lächelte: „Wenn Sie schon fragen: Nicht alle Menschen sind gleich. Ich glaube an Wahrhaftigkeit, Güte und Nachsicht, deshalb kann ich dieses Geld nicht annehmen.“ Der Lieferant war sehr gerührt, die beiden sind bis heute gute Freunde geblieben. Ähnliche Dinge ereigneten sich noch mehrmals. Wenn er davon erzählte, verspottete ich ihn jedes Mal als töricht, doch er lächelte nur.

Unser Leben schien wieder in geordneten Bahnen zu verlaufen. Trotz der Verfolgung blieb mein Mann ruhig und optimistisch und auch ich kam allmählich zur Ruhe. Unsere Beziehung besserte sich. Wenn er merkte, dass ich guter Stimmung war, sprach er mit mir über einige Prinzipien von Falun Dafa und erklärte mir die Ursachen des gegenwärtigen gesellschaftlichen Chaos sowie die Folgen des moralischen Verfalls. „Die Menschen sollten gut sein, denn das kommt der Gesellschaft und den Mitmenschen zugute“, sagte er. „Welcher vernünftige Mensch würde dem widersprechen?“, dachte ich und spürte, wie sich mein Herz allmählich wandelte.

Ich lese das „Zhuan Falun“

Eines Abends im Jahr 2007, als wir von der Arbeit nach Hause kamen, klagte mein Mann über Schmerzen im unteren Rücken und ging früh zu Bett, ohne zu Abend zu essen. In dieser Nacht hörte ich, wie er sich hin und her wälzte und ständig zur Toilette ging. Er stöhnte leise vor sich hin. Ich wusste, dass er Schmerzen hatte, mich aber nicht wecken wollte. Mir war klar, dass es ernst war, denn normalerweise ließ er sich auch bei starken Schmerzen nichts anmerken. Ich bot ihm ein Schmerzmittel an, doch er lehnte ab: „Schlaf ruhig weiter, mir geht es gut.“ Mir kam in den Sinn, dass im Fernsehen behauptet wurde, Falun-Dafa-Praktizierende dürften keine Medikamente einnehmen, wenn sie krank seien. Ich wusste nie, ob das stimmte, da ich meinen Mann seit Beginn seines Praktizierens nicht mehr krank erlebt hatte.

Am nächsten Morgen hatte er solche Schmerzen, dass er nicht aus dem Bett aufstehen konnte. Ich fühlte seine Stirn und stellte fest, dass er Fieber hatte. „Kannst du trotzdem zur Arbeit gehen?“, fragte ich. „Ich rufe an und nehme mir einen Tag frei.“ – „Ich nehme mir auch frei, um mit dir zum Arzt zu gehen.“ – „Nein, ich weiß, was zu tun ist, mach dir keine Sorgen.“

Dann bat er mich, unser Kind zur Schule zu bringen, bevor ich zur Arbeit ging. Bevor ich das Haus verließ, sagte ich zu ihm: „Höchstwahrscheinlich hast du Gallensteine oder Nierensteine. Das lässt sich im Krankenhaus durch einen kleinen Eingriff beheben. Aber du hast mir doch gesagt, dass ein Praktizierender nicht krank wird und keine Medikamente braucht. Ich werde dich zu nichts zwingen, aber wenn du ins Krankenhaus willst, ruf mich an. Wenn nicht, musst du die Konsequenzen dafür tragen.“ Er lächelte und meinte: „Bleib ganz ruhig, ich weiß, was zu tun ist.“

Während der Arbeit machte ich mir ständig Sorgen und war ein wenig verärgert über meinen Mann. Ich wusste, dass er in der Nacht zuvor große Schmerzen gehabt haben musste, diese aber ertrug, weil er meine Ruhe nicht stören wollte. Immer wieder schaute ich auf mein Handy, in der Hoffnung, er würde anrufen, damit ich ihn ins Krankenhaus bringen könnte.

Nach der Arbeit eilte ich nach Hause. Kaum hatte ich das Haus betreten, sah ich, wie er fröhlich das Abendessen zubereitete. Wenn ich daran dachte, wie er an jenem Morgen ausgesehen hatte, konnte ich es kaum fassen. Er sagte: „Damit hättest du nicht gerechnet, nicht wahr? Ich hatte dir gesagt, dass es mir gut geht – und sieh mich jetzt an. Mach dich bereit zum Essen.“

Ich fragte ihn, was er getan habe, um wieder gesund zu werden. Er antwortete: „Es gibt Dinge, die du vielleicht nicht verstehst. Kultivierung ist etwas Übernatürliches. Im Fernsehen wurde behauptet, Falun Dafa verbiete die Einnahme von Medikamenten, aber das stimmt einfach nicht. Es gibt mehr als eine Möglichkeit, Krankheiten zu behandeln – zum Beispiel Akupunktur, Massage, Akupressur, Kräutermedizin und Qigong. Wer möchte nicht gesund bleiben? Niemand lässt sich dazu überreden, bei ernsthafter Krankheit keinen Arzt aufzusuchen. Die Propaganda im Fernsehen ist falsch. Falun Dafa ist nicht das, wofür du es hältst. Iss erst einmal etwas, ich erkläre es dir später.“

Von da an hielt ich ihn nicht mehr vom Praktizieren ab. Früher hatte er es vermieden, die Übungen in meiner Gegenwart zu machen, damit ich mich nicht aufregte. Das war nun nicht mehr der Fall.

Im Jahr 2007 geschah etwas, das mir zeigte, dass ich mich durch meinen Mann zum Positiven verändert hatte. Ich bewarb mich an einer Berufsfachschule. In einem der Vorstellungsgespräche musste ich fachliche Fragen beantworten. Die Kommissionsmitglieder waren Experten aus unserer Provinz und der Auswahlprozess war hart umkämpft. Ich beantwortete die meisten Fragen gut, doch die letzte überforderte mich. Ich wusste nicht, was ich darauf antworten sollte. Die Kommissionsmitglieder hatten einen guten Eindruck von mir und boten mir zwei Antwortmöglichkeiten zur Auswahl an. Plötzlich kamen mir die drei Worte „Wahrhaftigkeit, Güte, Nachsicht“ in den Sinn und ich erinnerte mich daran, dass mein Mann mir einmal gesagt hatte, ich solle keine unwahren Aussagen machen.

Ich sagte zu den Mitgliedern: „Bitte entschuldigen Sie, ich kenne die Antwort nicht. Vielen Dank.“ Kaum hatte ich das ausgesprochen, fühlte ich mich glücklich und entspannt, obwohl ich wusste, dass ich damit eine Chance vertan hatte. Ein Kommissionsmitglied lächelte und sagte: „Sie sind wirklich ehrlich.“

Als ich aus dem Gespräch kam, warteten mein Mann und mein Kind auf mich. Aufgeregt sagte ich zu ihm: „Ich habe mich heute an die Prinzipien Wahrhaftigkeit, Güte und Nachsicht gehalten.“ Als er erfuhr, was ich getan hatte, freute er sich sehr, denn genau darauf hatte er all die Jahre gehofft.

In jener Nacht führten wir ein langes Gespräch. Nun verstand ich, was bei der Verfolgung von Falun Dafa vor sich ging. In den folgenden Tagen zeigte mir mein Mann Videos über den inszenierten Selbstverbrennungsfall auf dem Platz des Himmlischen Friedens und den friedlichen Appell in Peking am 25. April 1999. Endlich begriff ich, dass die brutale Verfolgung auf Lügen beruhte und dass die Lehre von Falun Dafa der Menschheit Hoffnung bringen konnte.

Im Jahr 2008 – zehn Jahre nachdem mein Mann zu praktizieren begonnen hatte – las ich das Zhuan Falun und schloss mich ihm auf dem heiligen Kultivierungsweg an, um zu meinem wahren Selbst zurückzukehren. Ich danke Meister Li Hongzhi dafür, dass er mir die Möglichkeit gegeben hat, eine Praktizierende zu werden.