(Minghui.org) Eine 72-jährige Frau aus Dalian, Provinz Liaoning, wird wegen ihres Glaubens an Falun Dafa angeklagt.

Als Wang Ruiping, verwitwet und kinderlos, am Nachmittag des 30. Mai 2026 den Müll rausbrachte, nahm ein Polizist namens Li sie fest. Nachdem er drei weitere Beamte herbeigerufen hatte, ihm bei der Durchsuchung der Wohnung zu helfen, trafen acht Polizisten ein.

Sie beschlagnahmten Wangs Falun-Dafa-Bücher und Informationsmaterialien, ein Porträt des Begründers von Falun Dafa, ihren Computer, ihre Kleider sowie andere Wertgegenstände. Danach brachten sie die Praktizierende zum Verhör zu einem Fallbearbeitungszentrum. Wang kooperierte nicht.

Die Beamten fuhren mit ihr in eine Haftanstalt. Bei der medizinischen Untersuchung vor ihrer Aufnahme wurde ein systolischer Blutdruck von 178 mmHg festgestellt (normalerweise beträgt er 120 mmHg oder weniger). Sie klagte zudem über Taubheitsgefühle in den Händen, ein Engegefühl in der Brust und Kopfschmerzen.

Die Haftanstalt nahm Wang nicht auf. Nachdem die Polizei 1.000 Yuan Kaution (etwa 120 Euro) von ihr erpresst hatte, wurde sie am 31. Mai 2026 um 2 Uhr gegen Kaution freigelassen.

Wieder zu Hause bemerkte Wang, dass 200 Yuan in brandneuen Banknoten, die sie in einem Umschlag aufbewahrt hatte, verschwunden waren. Als sie bei der Polizei nachfragte, stritt diese einen Diebstahl ab. Ein Beamter sagte: „Wir verdienen jeden Monat mehr als 10.000 Yuan (etwa 1.200 Euro). Glauben Sie, uns interessieren läppische 200 Yuan?“ Er behauptete, die Aufzeichnungen auf ihrer Körperkamera würde ihre „Unschuld“ beweisen. Die Kamera befand sich jedoch während der gesamten Razzia in Wangs Wohnzimmer, während der Umschlag mit dem Bargeld in ihrem Schlafzimmer lag.

Wenige Tage später bemerkte Wang eine Drohne vor ihrem Fenster und eine Überwachungskamera an ihrer Tür. Sie rief die Polizei an, die jedoch jegliche Kenntnis der Drohne oder der Kamera abstritt.

Am 17. Juni 2026 leitete die Polizei Wangs Fall an die Staatsanwaltschaft des Bezirks Zhongshan weiter. Als Beweismittel legte sie Standbilder aus einem Video vor, das eine Frau beim Betreten und Verlassen eines Wohngebäudes in der Sanyuan-Straße zeigte. Die Polizei behauptete, dass sich ein „Kind“ gemeldet habe, nachdem es einen Aufkleber mit der Aufschrift „Die Kommunistische Partei Chinas ist eine böse Sekte“ entdeckt hatte. Der Name des „Kindes“ wurde in der an die Staatsanwaltschaft weitergeleiteten Akte nicht genannt.

Die Polizei vermutete, dass es sich bei der Frau im Video um Wang handelte, da sie ähnliche Kleidung trug. Bei einer Hausdurchsuchung suchten die Beamten nach der Kleidung und den Aufklebern mit der Aufschrift „Die Kommunistische Partei Chinas ist eine böse Sekte“. Ob sie diese fanden, ist nicht bekannt.

Frühere Verfolgung

Vor ihrer jüngsten Festnahme war Wang am 12. April 2013 verhaftet und 15 Tage lang festgehalten worden. Ihr Mann, Zhang Zhenji, war durch die Verhaftung traumatisiert. Er fiel ins Koma und starb eine Woche nach ihrer Freilassung.

Am 2. Juni 2021 brachten fünf Beamte der Polizeistation Donggang Wang unter einem Vorwand dazu, die Tür zu öffnen, und durchsuchten ihre Wohnung. Sie beschlagnahmten ihren Computer, ihren Drucker und ihre Falun-Dafa-Bücher. Die Haftanstalt nahm die Praktizierende jedoch wegen ihres schlechten Gesundheitszustands nicht auf. Die Polizei hielt sie vier Tage lang auf der Polizeiwache fest. Danach konnte sie die Haftanstalt schließlich überzeugen, Wang aufzunehmen.

Am 2. November 2021 hielt das Bezirksgericht Ganjingzi eine virtuelle Anhörung in Wangs Fall ab und verurteilte sie am 22. Dezember zu zwei Jahren Haft und einer Geldstrafe von 5.000 Yuan (etwa 600 Euro). Ihre Haftzeit endete am 1. Juni 2023.

Das Justizamt des Bezirks Zhongshan kontaktierte am 29. März 2024 eine Angehörige und verlangte Wangs Telefonnummer. Die Angehörige verweigerte die Auskunft.

Frühere Berichte:

Chinas Justiz im Dienst der Ungerechtigkeit – Unterstützer festgenommen, weil sie sich für Gerechtigkeit einsetzen (Teil VIII von VIII)

Hohn auf die Justiz: Massenverhaftungen von Falun Gong-Praktizierenden in der Stadt Dalian, Anwalt geschlagen