(Minghui.org) Ein 78-jähriger Mann aus Chongqing soll am 3. Juli 2026 vor Gericht stehen, nur weil er Falun Dafa praktiziert.
Am 21. Juli 2025 suchte Li Chunyuan zusammen mit Yang Dingchan, einem Freund, das Krankenhaus für Chinesische Medizin im Bezirk Changshou auf, um Chen Lihua, eine Patientin, die kürzlich einen Schlaganfall erlitten hatte, zu besuchen. Kurz nach ihrer Ankunft trafen Beamte der Polizeistation Taohua ein und nahmen die beiden fest. Als Yang protestierte: „Ich habe doch gar nichts gesagt. Warum verhaften Sie mich?“, erklärte ein Beamter, dass alle Anwesenden verdächtig seien.
Chens Mann eilte daraufhin zur Polizeistation, um die Freilassung der beiden Besucher seiner Frau zu erwirken. Die Polizei ignorierte ihn und meldete den Fall der Staatssicherheitsabteilung des Bezirks Changshou. Li und Yang wurden zum Verhör zur besagten Staatssicherheitsabteilung gebracht und am darauffolgenden Tag in ein örtliches Gefängnis eingeliefert.
Als Li dort die Falun-Dafa-Übungen praktizierte, drohten die Wärter, am nächsten Tag die Klimaanlage und den Ventilator abzuschalten.
Um Li etwas anzuhängen, setzte die Polizei Chens Sohn, Chen Pengfei, unter Druck, Beweise gegen ihn zu fabrizieren. Sie gaukelten Chen, der zu dieser Zeit arbeitslos war, vor, ihm eine Stelle zu verschaffen, wenn er mit der Polizei kooperiere. Dieser fiel auf die List herein und behauptete, Li habe seine Mutter dazu gedrängt, die medizinische Behandlung abzubrechen, und ihr gesagt, dass sie durch Falun Dafa gesund werden würde.
Li hatte diese Worte nie zu Chens Mutter gesagt. Chen bekam durch die Polizei eine Arbeitsstelle vermittelt, wurde jedoch bereits am zweiten Tag entlassen mit der Begründung, er sei bei „schlechter Gesundheit“. Erst da wurde ihm klar, dass die Polizei ihn mit einem Trick dazu gebracht hatte, Li zu belasten.
Am 21. August 2025 stellte Staatsanwalt Zhang Shiyang von der Staatsanwaltschaft des Neuen Bezirks Liangjiang einen formellen Haftbefehl gegen Li aus und verhörte ihn im November 2025 in der Haftanstalt. Als Li erwähnte, wie die Polizei Beweise gegen ihn fabriziert habe, wurde Zhang wütend und beschimpfte ihn über längere Zeit.
Li blieb ruhig und erinnerte Zhang daran, dass er als Staatsanwalt im Auftrag des Volkes die Regeln einhalten müsse, um das Recht der Angeklagten auf ein faires Verfahren zu gewährleisten. Zhang schrie: „Sie gehören nicht zum Volk! Sie haben es nicht verdient, Teil des Volkes zu sein!“
Lis Familie erstattete daraufhin Anzeige gegen Zhang. Die Disziplinarbehörde behauptete, das Verhörvideo sei gelöscht worden, sodass man Lis Aussage nicht überprüfen könne.
Mitte November 2025 erhob Zhang Anklage gegen Li. Das Gericht des Neubezirks Liangjiang hielt am 29. Januar 2026 eine Vorverhandlung ab. Lis Anwalt wies auf die durch die Polizei fabrizierten Beweismittel hin.
Das Gericht gab den Fall zur weiteren Untersuchung an die Staatsanwaltschaft zurück. Zu einem unbekannten Zeitpunkt fand eine zweite Vorverhandlung statt. Die Polizei des Bezirks Fuling wurde daraufhin mit der Überprüfung der Beweismittel beauftragt.
Das Ergebnis der Überprüfung ist unklar. Dennoch setzte das Gericht trotz Einwänden von Li und seinem Anwalt eine Anhörung für den 3. Juli 2026 an. Der Stand seines Verfahrens ist weiterhin unbekannt.
Frühere Verfolgung
Li war seit seiner Kindheit kränklich. Er konnte erst mit vier Jahren sprechen und litt unter chronischen Rektalblutungen, einem aufgeblähten Bauch, Schwindel und Kopfschmerzen. Nichts half, bis er 1996 anfing, Falun Dafa zu praktizieren. Sein Gesundheitszustand verbesserte sich deutlich. Außerdem wurde er ein einfühlsamerer Arzt. Damals betrieb er seine eigene Praxis und behandelte auch Patienten, die kein Geld für eine Behandlung aufbringen konnten. [In China müssen Patienten vor der medizinischen Versorgung bezahlen, selbst in Notfällen].
Nach Beginn der Verfolgung im Jahr 1999 hielt Li seinen Glauben aufrecht und wurde mehrfach verhaftet. Einmal wurde er in einem Arbeitslager brutal gefoltert, bis er dem Tod nahe war. Er wurde zudem zweimal in einer Gehirnwäsche-Einrichtung festgehalten und erst freigelassen, als er kurz vor dem Tod stand. Die lokale Regierung beauftragte jemanden, der bei ihm wohnte, ihn rund um die Uhr zu überwachen.
Im Jahr 2000 entzog das örtliche Gesundheitsamt Li die ärztliche Zulassung.
Frühere Berichte:
Reported in 2025: 4,803 Falun Gong Practitioners Arrested or Harassed for Their Faith
Accounts of Persecution by the Changshou District 610 Office in Chongqing City
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