(Minghui.org) Eine 88-jährige Frau aus der Stadt Kunming, Provinz Yunnan, wurde am 27. April 2026 festgenommen, um eine dreijährige Haftstrafe zu verbüßen, zu der sie 2022 wegen ihres Glaubens an Falun Gong verurteilt worden war.

Beamte der Polizeiwache Yongchang erschienen am 27. April bei Qu Yuexian zu Hause und brachten sie für eine ärztliche Untersuchung ins Krankenhaus. Dabei wurde ein gefährlich hoher Blutdruck festgestellt; zudem war sie auf einen Gehstock angewiesen. Dennoch brachten die Polizisten sie in eine örtliche Haftanstalt und anschließend in das Zweite Frauengefängnis der Provinz Yunnan.

Qus Familie äußerte Zweifel daran, ob die Polizei angesichts ihres hohen Alters und ihres schlechten Gesundheitszustands die Verantwortung für ihre Sicherheit und ihr Wohlergehen übernehmen könne. Die Antwort lautete: „Das Gefängnis wird sich um sie kümmern.“

Es ist allgemein bekannt, dass Falun-Gong-Praktizierende, die an ihrem Glauben festhalten, im Gefängnis vielfältigen Foltermethoden ausgesetzt sind.

Haftstrafe von anderthalb Jahren nach Neuverhandlung verdoppelt

Die Haftstrafe für Qu war die Folge einer früheren Festnahme am 28. September 2021. Die Polizei drang in ihre Wohnung ein. Anlass war ein Foto, das sie am 13. Mai desselben Jahres gemeinsam mit einer Gruppe von Praktizierenden bei einem Treffen zum gemeinsamen Lesen von Büchern aufgenommen hatte.

Qus Falun-Gong-Bücher und Informationsmaterialien wurden beschlagnahmt – ohne Aushändigung eines Beschlagnahmeprotokolls –, und sie wurde auf der Polizeiwache bis 3 Uhr morgens verhört. Aufgrund ihres fortgeschrittenen Alters setzte die Polizei eine Kaution von 1.000 Yuan (etwa 129 Euro) fest und ließ sie gegen Kaution frei.

Später übergab die Polizei den Fall von Qu an die Staatsanwaltschaft des Bezirks Xishan. Das Bezirksgericht Xishan verurteilte sie zu einer Haftstrafe von anderthalb Jahren sowie einer Geldstrafe von 8.000 Yuan (etwa 1.000 Euro). Sie legte beim Stadtgericht Kunming Berufung ein, woraufhin dieses eine Neuverhandlung anordnete.

Am 15. Dezember 2022 reichte Staatsanwalt Bai Liqiong von der Staatsanwaltschaft des Bezirks Xishan eine geänderte Anklageschrift gegen Qu ein. Bai warf Qu Wiederholungstäterschaft vor, da im Jahr 2017 vom Gericht des Kreises Jinning bereits zu einer Freiheitsstrafe von anderthalb Jahren auf zwei Jahre Bewährung sowie einer Geldstrafe von 5.000 Yuan (etwa 645 Euro) verurteilt worden war. Außerdem war sie am 27. September 2019 erneut festgenommen und für 15 Tage inhaftiert worden – ebenfalls wegen des Lesens von Falun-Gong-Büchern zusammen mit anderen Praktizierenden.

Es ist unklar, ob die vom Mittleren Gericht angeordnete Neuverhandlung vor dem Gericht des Bezirks Xishan tatsächlich stattgefunden hat. Kurz nachdem Mitte Dezember 2022 die geänderte Anklageschrift gegen Qu eingereicht worden war, erhielt sie per Post das Urteil des Gerichts des Kreises Jinning.

Dem Urteil zufolge wurde Qu zu drei Jahren Haft verurteilt – der doppelten Dauer der ursprünglichen Strafe vor ihrer Berufung. Die Verschärfung der Strafe wurde damit begründet, dass sie sich während ihrer Bewährungszeit im Jahr 2017 nicht bei der Polizei gemeldet habe. Das neue Urteil sah zudem eine Geldstrafe in Höhe von 8.000 Yuan vor.

Aufgrund ihres schlechten Gesundheitszustands musste Qu ihre Haftstrafe nicht sofort antreten.

Die Behörden setzten ihre Rentenzahlungen ab Oktober 2023 aus.

Trotz ihres geschwächten körperlichen Zustands nahm die Polizei sie im April 2026 im Alter von 88 Jahren erneut in Gewahrsam.

Frühere Berichte:

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Zwei betagte Frauen zu Gefängnis verurteilt, nur weil sie Falun-Dafa-Bücher gelesen haben

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