(Minghui.org) Da meine ganze Familie Falun Dafa praktiziert, kam ich schon in jungen Jahren damit in Berührung. Schon vor 1999 begann ich mit der Kultivierung. Seitdem habe ich in den 26 Jahren Höhen und Tiefen erlebt. Kürzlich habe ich durch Selbstreflexion einige Lücken in meiner Kultivierung erkannt und möchte diese mit anderen Praktizierenden teilen.

Mir ist in letzter Zeit bewusst geworden, dass ich lange Zeit dazu neigte, Menschen in meinem Umfeld, insbesondere meine Familienangehörigen, zu kritisieren und ihnen die Schuld zuzuschieben, während ich gleichzeitig glaubte, im Recht zu sein.

Meine Tochter ist jetzt in der zweiten Klasse auf dem Gymnasium. Sie ist intelligent und freundlich. Ich aber dachte, sie sei einfach nur schlau. Deshalb war ich manchmal übermäßig streng mit ihr, habe sie sogar beschimpft oder geschlagen. Rückblickend fragte ich mich, ob da mein eigener Neid im Spiel war. War ich neidisch auf die Unschuld und Intelligenz meiner Tochter? Nutzte ich meine Rolle als Mutter, um ihre angeborene Natur zu unterdrücken? Hatte ich sie nicht all die Jahre dazu gedrängt, sich nach meinen Anschauungen und Gewohnheiten zu richten, die ich in der Gesellschaft entwickelt hatte?

Während ich diese Zeilen schrieb, kam mir plötzlich der Gedanke: „Wie kann ich nur auf meine eigene Tochter so neidisch sein?“ Doch mir ist nun klar, dass Neid sehr subtil sein kann, verborgen unter der Oberfläche, so kann er sich auf unerwartete Weise zeigen.

Meine nach der Geburt gebildeten Anschauungen waren: „Ich bin die Mutter, dann sind meine Ansichten auch richtig. Du bist meine Tochter, deswegen musst du auf mich hören. Ich will nur das Beste für deine Zukunft.“ In Wahrheit waren diese Bemühungen Versuche, ihr Leben zu kontrollieren und ihr den Weg aufzuzwingen.

Jetzt, da ich meine Tochter reifen und zu einer fleißigen Schülerin heranwachsen sehe, erkenne ich, dass der Meister sie auf natürliche Weise anleitet. Meine Tochter praktiziert bereits Falun Dafa und ist eine junge Falun-Dafa-Praktizierende, meine Mitpraktizierende. Als ihre Mutter kann ich sie am besten unterstützen, indem ich sie an die Hand nehme, den Weg der Kultivierung mit ihr gehe und selbst fleißig bleibe. Das ist das Beste, was ich tun kann.

Mein Sohn hat dieses Jahr sein erstes Jahr am Gymnasium begonnen. Schon früh zeigte er ein starkes Gerechtigkeits- und Verantwortungsgefühl sowie die Fähigkeit, selbstständig zu denken und zwischen Richtig und Falsch zu unterscheiden. Oft habe ich Zwang und Strafen angewendet, um ihn dazu zu bringen, auf mich zu hören. Aber er akzeptiert es einfach nicht und hört mir nicht zu. Stattdessen forderte er, dass ich in einem sanften und freundlichen Ton mit ihm spreche. Trotzdem habe ich ihn oft mit einer strengen, autoritären Denkweise erzogen. Ich glaubte, nach der Denkweise der Parteikultur, müssten Jungen von klein auf streng diszipliniert werden, sonst würden sie im Laufe der Zeit unkontrollierbar werden und nicht mehr gehorchen.

Rückblickend habe ich das Gefühl, den Meister enttäuscht zu haben. Der Meister hat mir diesen jungen Schüler anvertraut, aber mir fehlte die Geduld. Ich habe es versäumt, ihn richtig anzuleiten. Obwohl er auch das Fa lernt, gab es deswegen erhebliche Hindernisse in seiner Kultivierung.

In der Beziehung zwischen Mutter und Sohn und unseren Mitpraktizierenden vergesse ich oft, dass er auch ein junger Praktizierender ist.

Der Meister sagt:

„Sein wahres Leben hast nicht du gegeben, auch das Kind hat seine ursprüngliche Herkunft, deshalb ist es auch ein selbständiges Lebewesen. Du sollst es mit Vernunft erziehen.“ (Antworten auf die Fragen bei der Erklärung des Fa in Yanji, 16.07.1997)

Ich dachte: „Wenn Schimpfen und Schlagen dazu führen, dass mein Kind die Vorteile von Dafa nicht erkennt, die Güte seiner Mutter als Kultivierende nicht wahrnimmt und das Fa nicht wirklich erhält, welche Verantwortung trage ich dann? Wie könnte ich so jemals dem Meister gegenübertreten?“

Tatsächlich sind auch meine Eltern Falun-Dafa-Praktizierende, die sich ständig weiterkultivieren und sich bemühen, ihre Xinxing zu erhöhen. Sie sind einfache, gutherzige und anständige Menschen. Lange Zeit hielt ich mich für besser als sie.

Obwohl sie oft mit der Feldarbeit beschäftigt sind und weniger Zeit haben, das Fa zu lernen, fixierte ich mich auf ihre Schwächen ohne wirklich an ihre Bedürfnisse zu denken. Ungeduldig und wenig nachsichtig fiel es mir schwer, ruhig und gütig mit ihnen zu kommunizieren.

Rückblickend erkenne ich, dass sie auf ihrem Kultivierungsweg vom Meister angeleitet werden. Was ich wirklich tun muss, ist, meine Pflichten als Tochter erfüllen. Wie mir Mitpraktizierende geraten haben, sollte ich sie daran erinnern, das Fa mehr zu lernen und ihre aufrichtigen Gedanken zu stärken, während ich gleichzeitig an meiner eigenen Kultivierung arbeite.

Weil mein Mann das Fa nicht anerkennt, hegte ich lange Groll gegen ihn. Ich glaubte, er sei nicht mehr zu retten. Immer, wenn ich mit ihm zusammen war, merkte ich, wie Gedanken von Schuldgefühlen und Hass von mir Besitz ergriffen. Ich blickte auf ihn herab und sprach verächtlich mit ihm.

Während ich mich weiter im Fa kultivierte, erkannte ich allmählich, dass diese negativen Gefühle nicht mein wahres Selbst waren. Deshalb versuchte ich mein Bestes, sie abzulehnen und zu überwinden, damit sie mich nicht länger beherrschen können. Während ich mich stetig veränderte, bemerkte ich, dass sich auch mein Mann veränderte. Diese negativen Gefühle von Groll und Hass wurden immer schwächer und nahmen immer weniger Raum in meinem Denken und Fühlen ein.

Als ich zur Ruhe kam und nach innen schaute, erkannte ich, dass die Menschen um mich herum mir meine eigenen Probleme widerspiegelten. Daher halfen sie mir, mich weiter zu kultivieren und zu erhöhen.

Zum Beispiel schob mein Kind gerne die Dinge auf, dadurch erkannte ich, dass auch ich dazu neigte. Als ich mich zu sehr in die Angelegenheiten anderer einmischte und mich sogar für eine besonders gutherzige Person hielt, deutete mir der Meister durch die Worte meines Mannes an, dass ich mich weniger in die Angelegenheiten anderer einmischen sollte.

Als ich beispielsweise Begierden hatte, baten mich mein Sohn und meine Tochter ständig, ihnen neue Kleidung zu kaufen, und meine Tochter verliebte sich sogar. Als ich mir dieser Begierde bewusst geworden war und versuchte, sie zu überwinden und mich zu bessern, erzählte mir meine Tochter von sich aus, dass sie sich von ihrem Freund getrennt habe. Auch mein Sohn hörte auf, sich täglich vor dem Spiegel zu betrachten und sich übermäßig mit seinem Aussehen zu beschäftigen.

Ich dachte: „Alle um mich herum, egal wer auch immer sie sind, helfen mir doch bei der Kultivierung! Wie kann ich sie kritisieren und mich über sie beschweren? Wo bleibt da meine Güte?“ Als ich weiter nach innen schaute, wurde mir bewusst, dass ich mich im Umgang mit ihnen immer überheblich verhalten hatte. Diese Haltung entsprang einem tiefen Überlegenheitsgefühl. Sie führte dazu, dass ich auf andere herabsah und andere verachtete.

Anstatt darüber nachzudenken, wie ich die drei Dinge gut machen und mich erhöhen konnte, schaute ich gewohnheitsmäßig immer nach außen, kritisierte andere und versuchte, sie zu korrigieren. Rückblickend habe ich in dieser Hinsicht auf meinem Kultivierungsweg viel zu viele Fehler gemacht.

Mir wurde klar, dass das Gefühl, besser als andere zu sein, ein Zeichen für einen schlechten Kultivierungszustand ist, ein sehr gefährlicher Zustand. Als ich mich mit dem Maßstab des Fa maß, wurde mir noch deutlicher, wie viel ich noch verbessern musste. Ich schaffte es noch nicht einmal, jeden Tag früh aufzustehen, um die Übungen zu machen. Ich neigte dazu, zu verschlafen und hatte eine starke Angst. Ich muss all diese Ängste und Anhaftungen loslassen. Wie kann ich angesichts meiner vielen Defizite noch so viel von mir halten? Es gibt noch so viel, woran ich in meiner Kultivierung arbeiten muss, sodass ich es mir kaum leisten kann, Zeit zu verschwenden. Wie könnte ich da noch Zeit haben, andere zu kritisieren?

Falun Dafa in diesem Leben kultivieren zu dürfen, ist wahrlich der größte Segen, den ich je erhalten konnte. Ich bin dem verehrten Meister zutiefst dankbar, dass er mich so barmherzig errettet hat. Auch meinen Mitpraktizierenden bin ich dankbar, die mir geduldig geholfen und mich stets ermutigt haben. Sie sehen nie auf mich herab, wenn ich mich nicht gut kultiviere. Stattdessen haben sie mich immer ermutigt, das Fa mehr zu lernen.

Aufgrund meines begrenzten Fa-Verständnisses mögen sich in meinen Ausführungen Ungenauigkeiten finden. Daher bitte ich meine Mitpraktizierenden herzlich, mich gütig darauf hinzuweisen.