(Minghui.org) Eine Frau aus der Stadt Kunming, Provinz Yunnan wurde bereits dreimal zu einer Gefängnisstrafe verurteilt, seit die Kommunistische Partei Chinas im Juli 1999 die Verfolgung ihres Glaubens an Falun Dafa angeordnet hatte.

Tang Yu vollzog ihre ersten beiden Haftstrafen (anderthalb beziehungsweise dreieinhalb Jahre) vollständig (Juni 2008 bis Dezember 2009 sowie November 2015 bis Mai 2019). Bei ihrer dritten Haftstrafe (drei Jahre und acht Monate) wurde sie ein Jahr vorzeitig entlassen. Während dieser drei Inhaftierungen wurde sie brutal gefoltert.

Als Tang nach ihrer jüngsten Haftentlassung am 19. September 2024 die Rente beantragte, wurde sie zunächst aufgefordert, eine Antragsgebühr von 30.000 Yuan (etwa 3.900 Euro) zu zahlen. Sie kam dieser Forderung nach, erfuhr jedoch anschließend, dass ihre 33 Dienstjahre gestrichen worden waren und die von ihrem Arbeitgeber geleisteten Rentenbeiträge nicht mehr angerechnet würden. Man teilte ihr mit, sie müsse weitere elf Jahre lang Beiträge einzahlen, bevor sie Rentenzahlungen erhalten könne. Die inzwischen 57-jährige Tang, deren Gesundheitszustand schlecht ist, hat nun Schwierigkeiten, eine Arbeit zu finden, um ihren Lebensunterhalt zu bestreiten.

Jüngste Festnahme und Haftstrafe

Tang wurde am 20. Januar 2022 von 16 Beamten in ihrer Wohnung festgenommen, darunter Qu Shumin von der Polizeidienststelle Xishan sowie Ma Dongyu und Jiang Tao von der Polizeiwache Dongluqiao. Sie versuchte zu fliehen, wurde jedoch aufgehalten. Die Polizisten hielten ihre Arme auf dem Rücken fest und drückten ihren Kopf auf den Boden, wodurch sie Atembeschwerden bekam.

Die Polizei verabreichte Tang ein Beruhigungsmittel und setzte ihr einen Helm auf. Da ihre Wohnung verschlossen war und der Schlüssel von innen steckte, riefen die Beamten einen Schlüsseldienst. Nachdem sie die Wohnung betreten hatten, hielt Ma Tang weiterhin fest, während die anderen Beamten die Räumlichkeiten durchsuchten. Ihre Falun-Dafa-Bücher, gedruckte Informationsmaterialien, Computer, Mobiltelefon, Festplatte sowie 3.000 Yuan (etwa 390 Euro) Bargeld wurden beschlagnahmt. Sie wurde über Nacht auf der Polizeiwache Dongluqiao festgehalten, ohne Verpflegung zu erhalten, und am nächsten Nachmittag in die Haftanstalt der Stadt Kunming gebracht.

Staatsanwalt Zhang Jianwen von der Staatsanwaltschaft des Bezirks Xishan erhob am 19. Mai 2022 Anklage gegen Tang. Er plädierte auf eine hohe Strafe und bezeichnete sie als „Wiederholungstäterin“, da sie bereits in den Jahren 2008 und 2015 – ebenfalls aufgrund ihres Glaubens an Falun Dafa – zu Haftstrafen von anderthalb beziehungsweise dreieinhalb Jahren verurteilt worden war. Im Juni 2022 verurteilte das Bezirksgericht Xishan Tang zu einer Freiheitsstrafe von drei Jahren und acht Monaten sowie einer Geldstrafe in Höhe von 8.000 Yuan (etwa 1.000 Euro).

Folter im Zweiten Frauengefängnis der Provinz Yunnan

Tang wurde am 20. November 2022 in das Zweite Frauengefängnis der Provinz Yunnan eingeliefert. Die Aufseherin Zhang Heyun stiftete Mitgefangene dazu an, sie „umzuerziehen“. Ihr wurden Besuche ihrer Familie verweigert, und sie durfte keine Dinge des täglichen Bedarfs – einschließlich Toilettenpapier – kaufen. Anderen Gefangenen war es untersagt, ihr in irgendeiner Weise zu helfen.

Jeden Tag musste Tang regungslos auf einem kleinen Hocker sitzen, mit dem Gesicht zur Überwachungskamera. Für die Körperpflege und das Zähneputzen erhielt sie täglich nur eine Drittel-Schüssel Wasser. Einmal durfte sie einen ganzen Monat lang nicht duschen; anschließend wurde sie von den Mitgefangenen dafür gedemütigt, dass sie „stank“. Bisweilen setzten sich Mitgefangene vor ihr Bett, um sie während des Schlafens zu überwachen.

Als Tang einmal versuchte, mit anderen Falun-Dafa-Praktizierenden zu sprechen, schlug die Mitgefangene Wang Wei ihr auf den Rücken.

Später wurde Tang von der neunten in die achte Abteilung verlegt und gezwungen, täglich unbezahlte Schwerstarbeit zu verrichten. Die ihr ausgehändigten Gummiüberschuhe waren zu eng, was zu Infektionen und Schwellungen an ihren Zehen führte.

Die Mitgefangene Wang Wei legte eine Plastikfolie unter Tangs Bett und beschuldigte sie dann, diese „gestohlen“ zu haben. Dies diente als Vorwand, um sie häufig zu durchsuchen; dabei wurde sie bisweilen gezwungen, sich vollständig auszuziehen und in die Hocke zu gehen.

Am chinesischen Neujahrsfest 2022 erbrach sich Tang heftig, nachdem sie etwas Tomate gegessen hatte. Eine Wärterin brachte sie in die hauseigene Krankenstation, wo ihr zwei Spritzen verabreicht wurden. Danach verspürte sie extreme Schmerzen in den Gliedmaßen und verlor das Gleichgewicht. Sie vermutete, dass die Spritzen giftig waren.

Ein anderes Mal litt Tang nach einer Blutabnahme unter hohem Blutdruck, Kopfschmerzen und Erbrechen. Nachdem sie die vom Gefängnisarzt verordneten Tabletten eingenommen hatte, litt sie unter qualvollen Bauchschmerzen.

Eines Tages verlor Tang bei der Arbeit das Bewusstsein. Die Wärter brachten sie in das Gefängniskrankenhaus und gaben ihr eine große Schachtel mit Tabletten. Als sie fragte, worum es sich bei den Tabletten handelte, drohte ein Wärter ihr mit Schlägen.

Tang wurde am 19. September 2024 vorzeitig entlassen – ein Jahr früher als geplant. Sie hatte mit zahlreichen gesundheitlichen Problemen zu kämpfen, darunter gerötete, juckende Schwellungen, die ein brennendes Gefühl verursachten, Gelenkschmerzen, Frösteln, Schwellungen und Taubheitsgefühle in den Gliedmaßen, Speichelfluss, Kopfschmerzen sowie Halluzinationen. Zudem geriet sie in große Angst, wann immer sie Leute vor ihrem Haus sprechen hörte oder eine Überwachungskamera sah.

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