(Minghui.org) Eine 83-jährige Frau in der Stadt Kaili, Provinz Guizhou, wird weiterhin in einem Polizeikrankenhaus festgehalten, nachdem das Gefängnis ihre Aufnahme aufgrund ihres schlechten Gesundheitszustands verweigert hatte.

Lu Baozhen, eine pensionierte leitende Forstingenieurin, war ursprünglich Mitte November 2025 festgenommen worden, weil sie über die anhaltende Verfolgung ihres Glaubens – Falun Gong – durch die Kommunistische Partei Chinas (KPCh) aufgeklärt hatte. Die Polizei ließ sie kurz darauf wegen ihres hohen Blutdrucks gegen Kaution frei.

Am 23. März 2026 musste sich Lu vor Gericht verantworten. Sie sagte zu ihrer eigenen Verteidigung aus, wurde jedoch vom Vorsitzenden Richter Jiang Juntao ständig unterbrochen. Nach der Anhörung begannen Beamte des Büro 610 der Stadt Kaili, ihren Alltag zu überwachen. Wann immer sie das Haus verließ, riefen sie sie an und verlangten eine Erklärung. Auch die Polizei kam mehrmals vorbei, um nach ihr zu sehen.

Am 3. Juni 2026 verurteilte das Stadtgericht Kaili Lu zu einer dreijährigen Haftstrafe. Zwei Tage später nahmen vier Polizeibeamte sie in ihrer Wohnung fest und brachten sie in die Haftanstalt der Stadt Kaili. Zu diesem Zeitpunkt hatte sie noch nicht einmal eine offizielle Ausfertigung des Urteils erhalten.

Zu einem unbekannten Zeitpunkt wurde Lu in das Erste Frauengefängnis der Provinz Guizhou verlegt. Bei der obligatorischen medizinischen Untersuchung wurden hoher Blutdruck und ein hoher Blutzuckerspiegel festgestellt, zudem war sie nicht mehr imstande zu gehen. Die Gefängnisleitung lehnte ihre Aufnahme ab. Daraufhin brachten die Polizeibeamten sie in das Polizeikrankenhaus der Provinz Guizhou, wo sie sich weiterhin aufhält.

Frühere Verfolgung

Lu, geboren am 12. Dezember 1942, begann im Juni 1995, Falun Gong zu praktizieren, kurz nachdem bei ihr Leberkrebs diagnostiziert worden war. Sie erlangte bald ihre Gesundheit zurück und nahm ihre Arbeit am Forstforschungsinstitut der Stadt Kaili wieder auf. Nachdem die KPCh 1999 die Verfolgung angeordnet hatte, blieb sie standhaft in ihrem Glauben und wurde wiederholt zur Zielscheibe von Repressalien.

Zwischen Juni und Juli 2001 wurde Lus Wohnung durchsucht und sie selbst für 15 Tage inhaftiert. Nachts bewachten sie zwei Polizistinnen, tagsüber wurde sie abwechselnd von zwei Polizisten verhört. Bei ihrer Freilassung erpressten die Behörden von ihrer Familie 1.500 Yuan (etwa 194 Euro).

Im Oktober 2002, noch vor dem 16. Parteitag der KPCh, wurde Lu erneut festgenommen. Zunächst hielt man sie in einer Gehirnwäsche-Einrichtung fest, anschließend wurde sie in eine Haftanstalt verlegt. Insgesamt blieb sie fast 100 Tage in Haft. Im Januar 2003, wenige Tage vor dem chinesischen Neujahrsfest, kam sie frei. Diesmal erpressten die Behörden 600 Yuan (etwa 78 Euro) von ihrer Familie.

Im Jahr 2003 wurde Lu erneut festgenommen, nachdem sie angezeigt worden war, weil sie während der jährlichen Abschlussbesprechung an ihrem Arbeitsplatz über Falun Gong gesprochen hatte. Sie wurde für 15 Tage inhaftiert.

Nach einer weiteren Festnahme im Oktober 2004 wurde Lu in einer Gehirnwäsche-Einrichtung festgehalten und rund um die Uhr überwacht. Sie musste um Erlaubnis bitten, wenn sie die Toilette benutzen wollte. Da sie sich weigerte, Falun Gong abzuschwören, wurde sie 100 Tage lang inhaftiert und gezwungen, 5.000 Yuan (etwa 645 Euro) als „Kursgebühr“ zu zahlen.

Am 15. März 2012 wurde Lu erneut festgenommen, weil sie gemeinsam mit anderen Praktizierenden in der Gemeinde Jinzhu die Falun-Gong-Übungen praktiziert hatte. Die Polizei nahm ihre Fingerabdrücke und fotografierte sie. Da sie sich weigerte, ihren Namen und ihre Adresse preiszugeben, wurde sie für 15 Tage in einer Drogenentzugsanstalt festgehalten.

Im Juli 2014 wurde sie erneut festgenommen, nachdem sie wegen ihres Engagements für die Aufklärung über die Verfolgung angezeigt worden war. Die Polizei fotografierte sie, nahm ihr Blut ab und erfasste ihre Fingerabdrücke. Am folgenden Nachmittag wurde sie wieder freigelassen.

Von diesem Zeitpunkt an schikanierte die Polizei sie häufig an wichtigen Feiertagen oder an Jahrestagen mit Bezug zu Falun Gong.

Früherer Bericht:

83-Jährige in Gewahrsam genommen