(Minghui.org) Wie Minghui.org kürzlich erfahren hat, sind am 16. April 2026 sieben Frauen in der Stadt Kunming, Provinz Yunnan festgenommen worden, als sie in einer Privatwohnung gemeinsam das Fa lasen. Nach kurzer Haftzeit wurden sie wieder freigelassen.
Festnahmen
Hou Wanli hatte am 16. April 2026 sechs Gäste zu sich nach Hause eingeladen, damit sie sie bei der Renovierung ihrer Küche unterstützten. Da alle Anwesenden Falun Gong praktizierten, lasen sie im Anschluss gemeinsam Schriften von Falun Gong.
Kurz nach 15 Uhr wollte sich eine der Gäste, Wang Linxian, als Erste verabschieden. Kaum hatte sie die Tür geöffnet, drangen acht oder neun Beamte in Zivil ein und drängten sie zurück in die Wohnung.
Einer der Beamten stieß Hou zu Boden, wodurch sie sich an der Hüfte verletzte. Auch eine Woche später litt sie noch unter Schmerzen. Sie verlangte, die Namen der Polizisten zu erfahren, doch diese antworteten lediglich, sie gehörten zur Polizeidienststelle der Stadt Kunming.
Hou warf den Polizisten vor, in ihre Privatsphäre eingedrungen zu sein. Die Beamten behaupteten hingegen, sie hätten einen Hinweis erhalten, wonach bei ihr zu Hause reger Besucherverkehr herrsche.
Die Polizisten durchsuchten Hous Wohnung und beschlagnahmten vier Tablets, einen Laptop, eine Speicherkarte, ein Kartenlesegerät, zwei MP3-Player, einen Media-Player sowie vier Exemplare des Zhuan Falun. Hou bat darum, den Media-Player behalten zu dürfen, um die Musik für die Falun-Gong-Übungen abspielen zu können. Die Polizisten verweigerten ihr dies jedoch.
Zwei Frauen auf der Polizeiwache Macun verhört
Wang und Xiong Shiyu, wurden zu Verhörzwecken auf die Polizeiwache Macun gebracht. Sie wurden gezwungen, die Verhörprotokolle zu unterschreiben und mit Fingerabdrücken zu versehen. Wangs Tochter wurde nach 1 Uhr nachts auf die Wache gerufen; sie sollte ihre Mutter dort abholen. Xiong wurde von einem Polizeibeamten nach Hause gebracht.
Drei Tage später wurden die Wohnungen beider Frauen durchsucht. Die Polizei beschlagnahmte ein Exemplar des Zhuan Falun aus Xiongs Wohnung und nahm sämtliche Falun-Gong-Bücher von Wang an sich.
Zwei Personen auf der Polizeiwache Liangyuan verhört
Die Frauen Hou Wanjing (Schwester von Hou Wanli) und Wang Xiuyun wurden zur Polizeiwache Liangyuan gebracht. Nach dem Verhör wurden sie in einem Raum untergebracht, wobei ihnen Handschellen angelegt waren. Hou, die seit einem Autounfall behindert ist, konnte in jener Nacht nicht gut schlafen. Auch nach ihrer Freilassung litt sie noch lange unter Schmerzen.
Wang trug bei dem kühlen Frühlingswetter keine warme Kleidung und zitterte. Sie bemerkte eine dicke Plastiktüte neben sich und bat die Polizei inständig, diese zur Wärmung benutzen zu dürfen. Das wurde jedoch abgelehnt.
Wang und Hou wurden erst am darauffolgenden Nachmittag freigelassen, nachdem sie gezwungen worden waren, die Vernehmungsprotokolle zu unterschreiben und ihre Fingerabdrücke darauf zu hinterlassen.
Vernehmung von drei Personen auf der Polizeidienststelle des Bezirks Wuhua
Hou Wanli und ihre beiden anderen Gäste, Zhang Qingxiu und Hu Min, wurden zur Dienststelle des Bezirks Wuhua gebracht. Sie wurden gezwungen, Uniformen der Haftanstalt und Einwegpantoffeln anzuziehen.
Während des Verhörs musste Hou zur Toilette, durfte dies jedoch nicht, da sie sich weigerte zu sagen: „Beamter, ich muss zur Toilette.“ Nachdem sie ihren Urin lange zurückgehalten hatte, fühlte sie sich unwohl. Erst dann begleitete eine Polizistin sie zur Toilette.
Hou und die anderen Frauen weigerten sich, die Verhörprotokolle zu unterzeichnen; der Polizei gelang es jedoch, ihre biometrischen Daten zu erfassen, darunter Fingerabdrücke, Zehenabdrücke, Blutproben und Stimmproben.
Polizisten brachten die drei Frauen nach 4 Uhr morgens am 17. April 2026 zurück zu Hous Wohnung. Sie ließen Zhang dort zurück und kündigten an, sie am nächsten Tag abzuholen.
Hous Sohn bat die Polizei eindringlich, seine Mutter nicht erneut mitzunehmen, da ihr Blutdruck bei Schlafmangel dazu neigte, stark anzusteigen. Dennoch brachten die Beamten Hou und Hu zur Polizeiwache Yueyatang. Die beiden Frauen wurden in einem Raum festgehalten und von zwei Polizisten bewacht.
Nach Tagesanbruch legte die Polizei zahlreiche Unterlagen vor und forderte Hou und Hu auf, diese zu unterschreiben. Sie weigerten sich jedoch. Hu wurde am 17. April 2026 nach 18 Uhr freigelassen. Gegen Hou wurde eine 15-tägige Verwaltungshaft verhängt; zudem wurde sie für eine ärztliche Untersuchung in das Xinhua-Krankenhaus gebracht. Dabei wurden bei ihr hoher Blutdruck und ein hoher Blutzuckerspiegel festgestellt. Der Arzt empfahl eine stationäre Behandlung, doch die Polizei schickte sie stattdessen nach Hause.
Am 17. April 2026 kamen Polizisten erneut zu Hous Wohnung, um Zhang auf eine Polizeiwache zu bringen (es ist unklar, auf welche). Sie nahmen ihre Finger-, Hand- und Fußabdrücke sowie Blut- und Stimmproben ab. Zhang weigerte sich, das Formular für die Freilassung gegen Kaution zu unterzeichnen, wurde jedoch dennoch gezwungen, eine Kaution in Höhe von 1.000 Yuan (etwa 129 Euro) zu hinterlegen. Die Polizei stellte keine gesetzlich vorgeschriebene Quittung aus, sondern erklärte lediglich, sie könne das Geld nach einem Jahr zurückerhalten.
Kurz nach ihrer Rückkehr nach Hause wurde Zhang mehrfach von ihrer örtlichen Gemeinde und der Polizeidienststelle angerufen und aufgefordert, sich dort zu melden. Sie weigerte sich, dieser Aufforderung nachzukommen. Am nächsten Tag (18. April) erschienen Polizeibeamte bei ihr zu Hause und verlangten von ihr, das Formular für ihre Freilassung gegen Kaution zu unterzeichnen. Sie weigerte sich erneut und untersagte auch ihrem Sohn, an ihrer Stelle zu unterschreiben, als die Polizei ihn dazu aufforderte.
Als die Polizei drohte, ihren Fall an übergeordnete Stellen zu melden, blieb sie standhaft bei ihrer Entscheidung und unterzeichnete das Formular nicht. Daraufhin zogen die Beamten ab.
Informierten Kreisen zufolge wurden zwischen dem 15. und 17. April 2026 in der Stadt Kunming mehr als hundert weitere Falun-Gong-Praktizierende schikaniert oder festgenommen.
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