(Minghui.org) Am 30. August 2026 gegen 8.30 Uhr fuhren sechs Polizeifahrzeuge und ein Krankenwagen vor dem Wohngebäude von Wang Chaoying im Pekinger Bezirk Yanqing vor. Wang wurde in den Krankenwagen gezerrt und dort auf der Trage fixiert.

Nach heftigem Protest der Familienangehörigen erlaubten die Polizeibeamten ihnen, ihr eine lange Hose und eine Jacke anzuziehen. Anschließend fuhren sie die betagte Praktizierende zur Haftanstalt des Bezirks Changping. Am 2. September wurde sie in das Gefängnis Tuanhe überstellt, um dort eine 2,5-jährige Haftstrafe wegen ihres Glaubens an Falun Dafa abzuleisten.

Am 5. September erhielt Wangs Familie von der Gefängnisleitung eine schriftliche Mitteilung. Darin stand, dass die Praktizierende der zwölften Abteilung zugewiesen worden sei und ab dem 16. September jeweils donnerstags oder freitags besucht werden könne. Einem Insider zufolge war Wang aus Protest in den Hungerstreik getreten.

Wang war erstmals am 6. Oktober 2020 festgenommen worden, nachdem jemand sie wegen der Verteilung von Informationsmaterialien über Falun Dafa an einer Touristenattraktion angezeigt hatte. Aufgrund ihrer angeschlagenen Gesundheit wurde sie nach ihrer Gerichtsverhandlung am 20. April 2021 unter Hausarrest gestellt. Zehn Tage später verurteilte das Bezirksgericht Yanqing sie zu einer zweieinhalbjährigen Haftstrafe sowie einer Geldstrafe in Höhe von 5.000 Yuan (etwa 600 Yuan).

Obwohl ihr eine Haftaussetzung gewährt wurde, unternahm das Bezirksgericht Yanqing mehrere Versuche, sie zu inhaftieren, was jedoch scheiterte, da sie jedes Mal für haftuntauglich befunden wurde.

Am 8. November 2023 erschienen mehrere Gerichtsmitarbeiter bei ihr zu Hause, aber es gelang ihnen nicht, die Praktizierende in Gewahrsam zu nehmen.

Am 23. September 2024 nahmen Beamte der Staatssicherheitsabteilung des Bezirks Yanqing Wang und ihren Mann fest. Da die Haftanstalt des Bezirks Changping sie nicht aufnahm, wurde sie einen Tag später freigelassen. Ihr Mann blieb 15 Tage lang inhaftiert.

Weitere Versuche der Inhaftierung

Das Gericht unternahm am 15. Mai 2026 einen weiteren Versuch, Wang zu inhaftieren, was jedoch abermals scheiterte.

Nach einem weiteren gescheiterten Versuch am 2. Juli 2026 griff Zhang Zhixiang, der Vorsitzende der Strafkammer des Gerichts, zu einer List. Er log Wangs Familie an, dass das Gericht lediglich eine weitere medizinische Untersuchung benötige, um die Formalitäten für eine Strafvollstreckung außerhalb des Gefängnisses zu regeln.

Am 28. August 2026 suchten der stellvertretende Leiter der Polizeibehörde des Bezirks Yanqing, der Vizepräsident des Bezirksgerichts Yanqing sowie der stellvertretende Staatsanwalt der Staatsanwaltschaft desselben Bezirks, Wang in ihrer Wohnung auf und forderten sie auf, zu einer ärztlichen Untersuchung mit ihnen mitzugehen. Als sie sich weigerte, riefen die Beamten ihre Familie an.

Sie zwangen sie, Wang am darauffolgenden Tag zu einer ärztlichen Untersuchung zu bringen. Ihre Angehörigen wurden Zeugen, wie die Behörden das medizinische Personal anwiesen, die Krankenakte zu fälschen.

Wangs Blutdruck wurde dreimal gemessen; bei der letzten Messung betrug der systolische Wert knapp 200 mmHg (der Normalwert beträgt 120 mmHg). Dennoch trug die Krankenschwester 160 mmHg in den Bericht ein, um die Voraussetzungen für eine Inhaftierung zu erfüllen. Im Abschlussbericht wurde zwar ihr Bluthochdruck und ein Bandscheibenvorfall aufgeführt, alle anderen Werte jedoch als normal bescheinigt. Und das, obwohl sie unter Lungen-, Magen- und Bluterkrankungen litt.

Am 29. August 2026 durfte Wang wieder nach Hause, wurde aber einen Tag später erneut in Gewahrsam genommen, um die ihr im Jahr 2021 verhängte zweieinhalbjährige Haftstrafe anzutreten. Davor hatte sie zwischen 2002 und 2009 bereits drei Zwangsarbeitsstrafen von insgesamt 6,5 Jahren abgeleistet – nur weil sie Falun Dafa praktiziert.

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