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Bilanz erste Jahreshälfte 2020: 139 Falun-Dafa-Praktizierende wegen ihres Glaubens zu Gefängnisstrafen verurteilt

11. Juli 2020 |   Von einem Minghui-Korrespondenten in China

(Minghui.org) Nach den von Minghui.org gesammelten Informationen wurden im ersten Halbjahr 2020 insgesamt 139 Falun-Dafa-Praktizierende [1] wegen ihres Glaubens zu Gefängnisstrafen verurteilt. 24 von ihnen waren 65 Jahre alt oder älter. Sie kamen aus allen Gesellschaftsschichten. Unter ihnen befanden sich Regierungsangestellte, Ärzte, Professoren, Buchhalter, Software-Entwickler und Marketing-Manager. Die Haftstrafen reichten von drei Monaten bis zu zwölf Jahren, mit einer durchschnittlichen Gefängnisstrafe von 3,43 Jahren.

In der Provinz Hubei, dem Epizentrum der Pandemie, verurteilte das Bezirksgericht Xiangzhou im Mai einen 65-jährigen Mann und eine Frau zu zwölf und elf Jahren. Das war ungefähr eineinhalb Monate nach der Wiederöffnung der Provinz.

Weitere schwere Urteile, die insbesondere über ältere Menschen verhängt wurden, umfassten acht Jahre für eine 68-jährige Frau und achteinhalb Jahre für einen 74-jährigen Mann im gleichen Fall in der Provinz Hebei sowie sieben Jahre für einen 82-jährigen Mann in der Provinz Zhejiang. Ein weiterer Fall betraf zwei Schwestern in Tianjin, die zu acht und neun Jahren verurteilt wurden. Eine kanadische Staatsbürgerin, die 2017 in ihrer Wohnung in Peking verhaftet wurde, wurde zu acht Jahren verurteilt. Sie hatte schon fast dreieinhalb Jahre im Gefängnis verbracht.

Im Januar wurden 45 Praktizierende verurteilt. Allein in der Provinz Liaoning waren es 13 Fälle (29 Prozent), in den übrigen 13 Provinzen jeweils zwischen 1 und 6 Fällen.

Als im Dezember letzten Jahres die Coronavirus-Epidemie ausgebrochen war, wurde Wuhan am 23. Januar 2020 unter Quarantäne gestellt, und der Rest Chinas folgte bald darauf. Die meisten Staatsanwaltschaften und Gerichte blieben während der Epidemie geschlossen und viele reguläre Fälle wurden zurückgestellt. Einem chinesischen Anwalt zufolge wurden dennoch Fälle gegen Bürger, die Informationen über die Epidemie preisgaben, oder gegen Dissidenten und Falun-Dafa-Praktizierende weiterhin bearbeitet, manchmal sogar im Eilverfahren. Insgesamt wurden in den Monaten Februar, März und April jeweils 18 Praktizierende verurteilt, gefolgt von 15 Fällen im Mai.

Als das Land allmählich wieder geöffnet wurde, wurden weitere Urteile bekannt, so dass im Juni 25 Fälle zu verzeichnen waren.

Die zwischen Januar und Juni verurteilten Praktizierenden kamen aus 25 Provinzen und regierungsunmittelbaren Städten. In Jilin (15) und Tianjin (13) wurden in der ersten Hälfte des Jahres 2020 jeden Monat Verurteilungen verkündet. In Liaoning (20), Shandong (10) und Sichuan (7) wurden in vier Monaten der ersten Jahreshälfte ebenfalls Verurteilungen verkündet. Hebei (14), Zhejiang (9), Hunan (6) und Anhui (4) meldeten in drei Monaten Verfahren.

Die Gerichte verletzten bei der Verurteilung der Praktizierenden häufig das Rechtsverfahren. Einige Praktizierende wurden insgeheim verurteilt, ohne dass ihre Anwälte oder Familien davon wussten. Die oben erwähnten zwei Bewohner von Hubei waren zwei Jahre lang ohne Kontakt zur Außenwelt in Haft, bevor sie insgeheim zu schweren Strafen verurteilt wurden. Die Familie des männlichen Praktizierenden wusste zum Zeitpunkt dieser Berichterstattung immer noch nicht, wo er inhaftiert ist. Bei einer Bürgerin der Stadt Qinhuangdao in der Provinz Hebei fand ihre Gerichtsverhandlung am 6. April in ihrer eigenen Wohnung statt. Sie wurde eine Woche später zu vier Jahren Gefängnis verurteilt.

Einige Praktizierende wurden aufgrund von gefälschten Beweisen verurteilt. Ein Beispiel ist eine Designerin aus der Stadt Jinan in der Provinz Shandong, die zu zwei Jahren und drei Monaten verurteilt wurde. Aus den Beweisen der Staatsanwaltschaft ging hervor, dass sie im Juli 2019 in einem Wohngebiet Falun-Dafa-Informationen verbreitet habe. Zu diesem Zeitpunkt war sie jedoch schon einen Monat in Haft. Ein pensionierter Lehrer in Sichuan wurde nach seiner Verhaftung im April 2019 von der Polizei durch das Gemeindegebiet gefahren. Die Polizei fotografierte ihn an verschiedenen Orten und beschuldigte ihn dann, dort Falun-Dafa-Informationen veröffentlicht zu haben.

Die meisten Verfahren gegen Praktizierende dauern in der Regel bis zu einem Jahr, bis sie abgeschlossen sind. Anders war es bei einer Tuchhändlerin in der Inneren Mongolei. Sie hatte mit Leuten über Falun Dafa gesprochen und wurde daraufhin verhaftet. Direkt an ihre Verhaftung anschließend wurde sie im März 2020 zu vier Jahren und drei Monaten Gefängnis verurteilt. Eine andere Frau in Tianjin wurde Ende April 2020 insgeheim zu sechs Jahren verurteilt, nachdem sie Anfang Februar 2020 verhaftet worden war.

Zusätzlich zu den Gefängnisstrafen wurden 36 Praktizierende zu Geldstrafen zwischen 1.000 Yuan und 50.000 Yuan (zwischen 130 und 6.500 EUR) verurteilt, zu insgesamt 370.000 Yuan (ca. 47.000 EUR) und durchschnittlich 10.278 Yuan (ca. 1.300 EUR) pro Person. Zwölf Praktizierende wurden mit einer Geldstrafe von 5.000 Yuan (ca. 650 EUR) oder weniger, zwölf mit einer Geldstrafe zwischen 5.000 und 10.000 Yuan (zwischen 650 und 1.300 EUR) und weitere zwölf mit einer Geldstrafe von 10.000 Yuan oder mehr belegt.

Die Verfolgung der Praktizierenden führte nicht nur zu erheblicher seelischer Belastung für diese selbst, sondern ließ auch ihre Familienangehörigen in großer Bedrängnis zurück.

In der Stadt Jiamusi in der Provinz Heilongjiang starb ein 82-jähriger bettlägeriger Mann qualvoll. Seine über 80-jährige Frau war zu der Zeit noch im Gefängnis, nachdem sie insgeheim zu einem Jahr Haft verurteilt worden war.

Die Frau des oben genannten 74-Jährigen, der zu 8,5 Jahren Gefängnis verurteilt worden war, wurde zu sieben Tagen Administrativhaft [2] verurteilt. Sie hatte Briefe an die Behörden geschickt, in denen sie für ihren Mann Gerechtigkeit gefordert hatte.

Eine Bürgerin der Stadt Wuhu in der Provinz Anhui, wurde zu drei Jahren Gefängnis verurteilt. Ihre Eltern, die beide über 80 sind und auf ihre Fürsorge angewiesen waren, mühen sich nun ab, allein zurechtzukommen.

Ebenfalls in der Provinz Anhui wurden vier Schwestern und eine Freundin, die alle im April letzten Jahres verhaftet worden waren, im Januar 2020 zu Haftstrafen von 4,5 bis 7,5 Jahren und Geldstrafen von 30.000 bis 50.000 Yuan (ca. 3.800 bis 6.500 EUR) verurteilt. Die fast 80 Jahre alte Mutter der Schwestern wurde kurzzeitig in Gewahrsam genommen, nachdem sie zusammen mit den Schwestern verhaftet worden war.

Die Informationen über Verurteilungen wurden zwischen dem 1. Januar und dem 4. Juli 2020 gesammelt. Aufgrund der Informationssperre des kommunistischen Regimes ist die tatsächliche Zahl der wegen ihres Glaubens verurteilten Falun-Dafa-Praktizierenden wahrscheinlich sehr viel höher.

Die vollständige Liste der verurteilten Praktizierenden kann hier heruntergeladen werden. Nachstehend finden Sie Auszüge aus einigen Fällen von Verurteilungen.

Harte Strafen

Zwei Bürger von Hubeiinsgeheim verhaftet und zu hohen Gefängnisstrafen verurteilt

Zwei Bürger der Stadt Xiangyang in der Provinz Hubei waren zwei Jahre lang vermisst. Jetzt wurde bestätigt, dass sie wegen ihres Glaubens an Falun Dafa verhaftet und zu schweren Haftstrafen verurteilt wurden. Cheng Xiaobao (65 Jahre alt) wurde zu zwölf Jahren und Wang Molian zu elf Jahren verurteilt.

Als die Familie von Cheng Xiaobao am 18. März 2018 nach Hause kam, war die Haustür aufgebrochen und Cheng war nirgendwo zu finden. Es sollte mehr als zwei Jahre dauern, bis sie herausfanden, dass er verhaftet worden war.

Vor kurzem erfuhren sie, dass er sich in einem Untersuchungsgefängnis im Bezirk Xiangzhou befinden soll. Als sie dorthin gingen, sagte man ihnen, dass Cheng am 27. März 2020 an einen anderen Ort verlegt worden war. Der neue Ort wurde ihnen jedoch nicht mitgeteilt. Zum Zeitpunkt dieses Berichts weiß Chengs Familie immer noch nicht, wo er sich befindet.

Wang Molian wird seit Ende März 2018 ebenfalls vermisst, und ihre Familie hat von der Polizei nie etwas über sie gehört.

82-Jähriger wegen seines Glaubens zu sieben Jahren Gefängnis verurteilt

Huang Qingdeng, ein 82-jähriger Mann in der Stadt Leqing, Provinz Zhejiang, wurde am 12. März 2020 vom Stadtgericht Leqing zu sieben Jahren Haft verurteilt.

Seine Frau Chen Eying, die mit ihm am 17. April 2019 in der gemeinsamen Wohnung verhaftet worden war, kam wenige Tage nach seiner Urteilsverkündung wieder frei. Es ist nicht bekannt, ob Chen zu einer kürzeren Haftstrafe verurteilt wurde.

Beide waren nach ihrer Verhaftung im Untersuchungsgefängnis der Stadt Leqing inhaftiert gewesen. Ihre Falun-Dafa-Bücher, Mobiltelefone und Computer sowie Fotos des Begründers von Falun Dafa waren beschlagnahmt worden.

Kanadische Geschäftsfrau Sun Qian jetzt zu acht Jahren Haft verurteilt

Nach fast dreieinhalb Jahren Haft ist die kanadische Geschäftsfrau Sun Qian zu acht Jahren Haft verurteilt worden. Das Gericht Wenyuhe im Pekinger Verwaltungsbezirk Chaoyang verkündete das Urteil am 30. Juni 2020. Sie war während ihres Aufenthalts in China festgenommen worden, weil sie Falun Dafa praktiziert.

Sun Qian

Die in China geborene Sun ist Gründerin und Vizepräsidentin eines Multimillionen Dollar schweren Biochemie-Unternehmens. Im Jahr 2007 erhielt sie die kanadische Staatsbürgerschaft. Aufgrund jahrelanger harter Arbeit litt sie an schweren Leber- und Herzproblemen sowie Depressionen. 2014 begann sie, Falun Dafa zu praktizieren. Ihr Gesundheitszustand verbesserte sich danach sehr rasch.

Am 19. Februar 2017 kamen über zwanzig Polizisten zu Suns Haus in Peking und nahmen sie fest. Während sie sich in Haft befand, befahl man ihr, Falun Dafa aufzugeben. Die Beamten besprühten sie mit Pfefferspray, legten sie für zwei Wochen in Handschellen und fesselten sie. Darüber hinaus musste sie Videos anschauen, die Falun Dafa verleumdeten.

Am 12. September 2018 wurde Sun vor dem Gericht Wenyuhu angehört. Bei der zweiten Anhörung am 30. Juni 2020 verkündete das Gericht das Urteil.

Nach Angaben ihrer Schwester Sun Zan erlaubte das Gericht nur vier Personen, an der Urteilsverkündung teilzunehmen. Unter ihnen waren Sun Zan, ihr Mann sowie zwei Angestellte der kanadischen Botschaft. Aufgrund des Coronavirus-Ausbruchs in Peking trug Sun Qian während des Gerichtsverfahrens einen Schutzanzug, wobei auch ihr Gesicht bedeckt war.

Vertriebsleiter im Ruhestand wegen seines Glaubens zu acht Jahren Gefängnis verurteilt

Ein 62-jähriger pensionierter Vertriebsleiter ist wegen seines Glaubens an Falun Dafa zu acht Jahren Gefängnis verurteilt worden.

Deng Daoheng aus dem Kreis Kaijiang in der Provinz Sichuan wurde am 13. Januar 2018 verhaftet. Die Polizei durchsuchte seine Wohnung und beschlagnahmte mehr als 100 Falun-Dafa-Bücher. Sie durchsuchte auch seinen Computer und fand Grußkarten, die von örtlichen Praktizierenden zur Feier der Veröffentlichung von Falun Dafa erstellt worden waren.

In den zwei Jahren, in denen er im Gefängnis von Kaijiang festgehalten wurde, durfte ihn seine Familie nicht besuchen.

Deng war am 9. April 2019 insgeheim vor Gericht gestellt worden. Die beschlagnahmten Bücher und elektronischen Grußkarten wurden als Beweismittel gegen ihn verwendet. Er sagte selbst zu seiner Verteidigung aus. Er sagte, dass er keine Gesetze verletzt habe, indem er seinen Glauben praktiziere und Falun-Dafa-Bücher und Informationsmaterialien über Falun Dafa besitze.

Mitte Januar 2020 verurteilte ihn das Bezirksgericht von Kaijiang zu acht Jahren Gefängnis.

Verfolgung von betagten Falun-Dafa-Praktizierenden

Über 80-Jährige im Geheimen zu einem Jahr Haft verurteilt – bettlägeriger, gelähmter Ehemann stirbt einsam zu Haus

Während eine über 80-jährige Frau wegen des Praktizierens von Falun Dafa inhaftiert war, starb ihr gelähmter Mann im Alter von 82 Jahren einsam zu Hause.

Fan Guiqin und ihr bettlägeriger Ehemann Wen Defang

Fan Guiqin aus der Stadt Jiamusi in der Provinz Heilongjiang wurde am 26. Juli 2019 bei einer Polizeirazzia verhaftet. Die Beamten nahmen an diesem Tag über vierzig Praktizierende fest.

Die Polizisten gingen nach der Festnahme mehrmals in Fans Wohnung und durchsuchten die Zimmer. Sie schikanierten auch ihre Familie und durchsuchten die Wohnung ihres Sohnes.

Nachdem Fans Mann Wen Defang vor 15 Jahren einen Schlaganfall erlitten hatte, war seine Frau seine einzige Pflegekraft. Er war bettlägerig und inkontinent.

Wen weinte oft nach Fans Verhaftung und konnte kaum essen. Er lebte in Angst und Not. Sein Gesundheitszustand verschlechterte sich sehr rasch.

Fans Familie wandte sich vergebens an die Polizeidienststelle und die Justizbehörden, um ihre Freilassung zu erwirken.

Im Oktober 2019 gab die Polizei Fans Fall an die Bezirksstaatsanwaltschaft Xiangyang ab. Das Gericht Xiangyang verurteilte die Seniorin später im Geheimen zu einem Jahr Haft, ohne die Familie darüber zu informieren.

Wen starb am 17. April 2020 einsam zu Hause.

77-Jährige zu sechsmonatigem Hausarrest verurteilt

Eine 77-jährige Frau im Bezirk Xiangtan, Provinz Hunan wurde wegen ihres Glaubens an Falun Dafa zu sechs Monaten Hausarrest verurteilt.

Nach dem Urteil des Bezirksgerichts Yuhu vom 21. April 2020 ist es Shi Qiaoyun untersagt, ohne polizeiliche Erlaubnis ihre Wohnung zu verlassen und persönlich oder per Post mit anderen zu kommunizieren. Sie wurde außerdem aufgefordert, ihren Ausweis, ihren Reisepass und ihren Führerschein abzugeben, und muss bei jeder Vorladung auf der örtlichen Polizeiwache erscheinen.

Shi wurde am 22. Mai 2019 verhaftet, nachdem sie wegen der Verteilung von Informationsmaterialien über Falun Dafa angezeigt worden war. Polizisten verschafften sich nachts um 23:00 Uhr Zutritt zu ihrer Wohnung. Sie durchsuchten ihre Räumlichkeiten und beschlagnahmten drei ihrer Falun-Dafa-Bücher.

Vier Monate später, am 24. September, kamen sie wieder und schikanierten Shi. Sie wollten wissen, was sie tue, und schauten sich in ihrer Wohnung um. Am 25. September verhafteten die Polizisten die Praktizierende und durchsuchten ihre Wohnung. Sie brachten Shi mit auf dem Rücken gefesselten Händen ins Krankenhaus.

Als man dort feststellte, dass Shi Bluthochdruck und ein Herzleiden hatte, ließ die Polizei sie frei und wies den örtlichen Dorfsekretär an, sie zu überwachen.

Am 28. September kamen sie wieder in ihre Wohnung und holten Shi ab. Sie brachten sie zur Polizeiwache Huashi, nahmen ihr Fingerabdrücke ab und machten Fotos von ihr. Noch am selben Tag kehrte Shi nach Hause zurück.

Am 24. Dezember 2019 brachten Polizisten sie zur Staatsanwaltschaft, wo ihr mitgeteilt wurde, dass gegen sie Anklage erhoben worden sei. Die beschlagnahmten Materialien über Falun Dafa wurden als Beweismittel für die Anklage verwendet, wobei jede Seite als ein einzelnes Beweisstück gezählt wurde.

Verfolgung von Berufstätigen

Zu vier Jahren Haft verurteilt, weil sie Falun Dafa praktiziert

Eine Bürgerin der Stadt Arxan in der Inneren Mongolei wurde wegen ihres Glaubens an Falun Dafa zu vier Jahren Haft verurteilt.

Ma Xiuqin besitzt ein Bekleidungsgeschäft. Sie wurde am 4. März 2020 verhaftet. Zwei weitere weibliche Falun-Dafa-Praktizierende, die gerade in ihrem Geschäft waren, Yang Xiaohua und Liang Zuohua, wurden ebenfalls verhaftet. Außerdem wurde eine ihrer Kundinnen auf das Polizeirevier gebracht und verhört, nachdem die Polizei erfahren hatte, dass Ma mit ihr über Falun Dafa gesprochen hatte.

Die Polizisten durchsuchten Mas Laden und ihre Wohnung. Wegen der Coronavirus-Epidemie ließen sie die drei Praktizierenden am Abend wieder frei.

Am 11. März verhafteten Polizisten Ma erneut und nahmen sie im Untersuchungsgefängnis der Stadt Ulanhot in Administrativhaft [3]. Die Behörden erlaubten ihrer Tochter nicht, sie zu besuchen oder ihr Kleidung und Dinge des täglichen Bedarfs zu schicken.

Als Mas Tochter zur Polizeiwache ging und sich um ihre Freilassung bemühte, hinderten die Beamten sie am Eintritt und wollten nicht mit ihr sprechen.

Das Stadtgericht von Arxan hielt am 21. Mai 2020 eine Anhörung von Ma per Telefonkonferenz ab. Ihre Familie erhielt am 12. Juni das Urteil über ihre Haftstrafe von vier Jahren.

In den vergangenen 21 Jahren der Verfolgung von Falun Dafa wurde Ma mehrmals verhaftet. Drei Mal wurde sie zu Zwangsarbeit von insgesamt sechs Jahren verurteilt.

Ehemaliger Professor vor Gericht

Yu Chunsheng, ein ehemaliger Professor für Maschinenbau und Dekan dieses Fachbereichs am Institut für Technologie in Shenyang, wurde am 19. Juni 2019 auf einem Bahnhof verhaftet. Die Polizei hatte seinen Ausweis am Sicherheitskontrollpunkt gescannt und festgestellt, dass er Falun Dafa praktiziert. Er wurde in Isolationshaft gehalten und durfte keinen Kontakt zu seiner Familie haben.

Yu Chunsheng

Die Staatsanwaltschaft der Eisenbahnbeförderung in Shenyang genehmigte am 3. Juli die Verhaftung von Yu. Er wurde zwischen November und Dezember 2019 in das Untersuchungsgefängnis des Bezirks Yuhong gebracht. Sein Fall wurde ebenfalls an die Bezirksstaatsanwaltschaft Yuhong übergeben.

Am 29. April 2020 wurde Yus Verhandlung per Videokonferenz vor dem Bezirksgericht Yuhong durchgeführt. Er wurde im Juni zu einem Jahr Haft verurteilt und am 18. Juni freigelassen. Der Richter verurteilte ihn vor seiner Anhörung zu einer Geldstrafe von 5.000 Yuan (ca. 650 EUR).

Damit war Yu zum dritten Mal verhaftet worden, weil er Falun Dafa praktiziert. Yu stammt aus der Stadt Shenyang in der Provinz Liaoning und ist um die 60 Jahre. Da er seinen Glauben nicht aufgab, wurde er seines Postens als Dekan enthoben und durfte nicht mehr unterrichten.

Frühere Berichte:

Bilanz Mai 2020: Insgesamt 938 Falun-Dafa-Praktizierende wegen ihres Glaubens verfolgt

107 Verurteilungen in den letzten fünf Monaten

April 2020: Insgesamt 1.178 Falun-Dafa-Praktizierende im Visier der Polizei

Von Januar bis April 2020: Insgesamt 89 Falun-Dafa-Praktizierende verurteilt

März 2020: Insgesamt 747 Falun-Dafa-Praktizierende Opfer der Verfolgung

33 Falun-Dafa-Praktizierende verurteilt – während China wegen des Coronavirus' abgeriegelt war

In China geht Verfolgung von Falun Dafa weiter – trotz Coronavirus-Pandemie

Bilanz Januar 2020: Insgesamt 194 Falun-Dafa-Praktizierende wegen ihres Glaubens Opfer von Verfolgung

193 Verurteilungen in den vergangenen zwei Monaten Dezember und Januar


[1] Falun Dafa, auch Falun Gong genannt, ist eine buddhistische Selbstkultivierungsmethode. Sie wurde von Meister Li Hongzhi im Jahr 1992 in China eingeführt und hat sich rasant verbreitet. Viele Menschen konnten durch die Angleichung an die Prinzipien dieser Praktik – Wahrhaftigkeit, Güte und Nachsicht – ihre Moral und ihre Gesundheit verbessern. Praktizierende dieses Kultivierungsweges werden seit dem 20. Juli 1999 auf Geheiß des damaligen Parteichefs Jiang Zemin in China verfolgt. Er ist der Hauptverantwortliche für die Verbrechen gegen die Menschlichkeit an Falun-Dafa-Praktizierenden.

[2] Die Administrativhaft bezieht sich hauptsächlich auf das chinesische Arbeitslagersystem. Mit ihr können die Polizeibehörden einen verhafteten Menschen ohne Gerichtsverfahren bis zu 3 Jahren in ein Arbeitslager bringen.

[3] In China gibt es zwei Formen der Haft: Administrativhaft und Strafhaft. Im Gegensatz zur Administrativhaft sind die Belange der Strafhaft gesetzlich geregelt.