(Minghui.org) Zwei Frauen aus der Stadt Maoming in der Provinz Guangdong sind zu jeweils 4,5 Jahren Haft sowie zu einer Geldstrafe von 25.000 Yuan (rund 3.000 Euro) verurteilt worden, nur weil sie Falun Dafa praktizieren.

Nach der Verkündung der Urteile am Ende der Gerichtsverhandlung am 1. Dezember 2025 legten die 65-jährige Tao Yonghong und die 66-jährige Wang Ying umgehend Berufung ein. Die entsprechenden Rechtsmittel waren nach Angaben aus Verfahrenskreisen bereits im Vorfeld vorbereitet worden.

Frau Tao Yonghong

Frau Wang Ying

Die Urteile wurden vom Vorsitzenden Richter Tan Wei vom Bezirksgericht Maonan unterzeichnet, gemeinsam mit den Hilfsrichtern Ke Xuejun und Chen Lei sowie Staatsanwalt Cai Linhui von der Staatsanwaltschaft des Bezirks Maonan.

In den vergangenen 26 Jahren hat dasselbe Gericht mindestens 55 örtliche Falun-Dafa-Praktizierende verurteilt. Neun dieser Urteile wurden ebenfalls von Richter Tan gefällt. Zu den namentlich bestätigten Verurteilten zählen Zhou Huajian (neun Jahre Haft), Wu Youqing (sechs Jahre), Li Jun (fünf Jahre), Luo Ji (drei Jahre) und Li Shunhua (ein Jahr). 

Die beiden Frauen Wang Ying und Tao Yonghong waren am 13. Dezember 2023 festgenommen und am 12. April 2024 angeklagt worden. Ihre Gerichtsverhandlung fand am 25. Juni 2025 statt, das Urteil wurde am 1. Dezember verkündet. Weitere Einzelheiten zu Festnahme, Anklage und Verhandlung sind den entsprechenden Berichten zu entnehmen.

Frühere Verfolgung

Es ist nicht das erste Mal, dass Wang und Tao wegen ihres Glaubens ins Visier genommen wurden.

Wang war Jade-Expertin und Ingenieurin am Institut für Geochemie der Chinesischen Akademie der Wissenschaften in Guangzhou. Sie war zwei Jahre in einem Zwangsarbeitslager und drei Jahre in einem Gefängnis eingesperrt, weil sie Falun Gong praktiziert. Nach ihrer Entlassung aus dem Gefängnis wurde sie im Mai 2011 von ihrem Arbeitgeber entlassen. Außerdem wurde ihre Dienstzeit für die Berechnung ihrer Rente auf null zurückgesetzt, wodurch sie ihre Altersversorgung vollständig verlor.

Tao Yonghong ist Rentnerin des Sinopec Maoming Petrochemical Company. Wegen ihres Glaubens verbüßte sie bereits von 2011 bis 2014 eine dreijährige Haftstrafe und wurde darüber hinaus mehrfach kurzfristig inhaftiert. Im Juni 2022 forderte die Sozialversicherungsbehörde Tao auf, Rentenleistungen in Höhe von insgesamt mehr als 102.000 Yuan (rund 12.240 Euro) zurückzuzahlen. Darin enthalten waren etwa 50.000 Yuan (rund 6.000 Euro), die ihr während der dreijährigen Haftzeit ausgezahlt worden waren, sowie weitere mehr als 52.000 Yuan (rund 6.240 Euro) an jährlichen Rentenerhöhungen, die sie seit ihrer Entlassung aus dem Gefängnis erhalten hatte. Zugleich drohten die Behörden mit der Einstellung ihrer künftigen Rentenzahlungen, sollte sie der Rückzahlungsforderung nicht nachkommen. Ob Tao den geforderten Betrag tatsächlich gezahlt hat, ist ungewiss.

Auch außerhalb der Haftzeiten waren Tao und ihre Mutter fortlaufenden Schikanen durch die Behörden ausgesetzt.

Frühere Berichte:

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