(Minghui.org) Bao Guiqin war wegen ihres Glaubens an Falun Dafa zu fünf Jahren Haft verurteilt und eingesperrt worden. Diese Haft endete im November 2025. Bei ihrer Entlassung war sie nicht mehr dieselbe Person: Sie litt unter schweren psychischen Störungen, sprach wirr und saß oft mit einem Hausschuh in der Hand da, während sie vor sich hin murmelte.

Die 71-jährige pensionierte Grundschullehrerin aus der Stadt Qiqihar, Provinz Heilongjiang, war im Frauengefängnis der Provinz Heilongjiang brutal gefoltert worden. Sie war gelähmt und nicht mehr in der Lage, für sich selbst zu sorgen, doch die Gefängnisbehörden weigerten sich, sie vorzeitig aus der Haft zu entlassen. Eine Wärterin erklärte sogar, niemand würde sich um ihre Pflege kümmern, solange sie an ihrem Glauben festhalte.

Familie auseinandergerissen

Mehrere Beamte der Polizeiwache Hongbaoshi nahmen Bao am 19. April 2020 fest, als sie eine andere Falun-Dafa-Praktizierende besuchte. Nachdem sie in ihrer Handtasche die Adresse ihrer Tochter, Zhuang Ziyi, gefunden hatten, drangen Polizisten in Zhuangs Wohnung ein, drückte ihren Mann, Feng Hao, zu Boden und durchsuchten die Räumlichkeiten. Sie beschlagnahmten sämtliche Gegenstände mit Bezug auf Falun Dafa sowie MP3-Player, Computer, Drucker, weitere Bürogeräte und Bargeld in Höhe von 276.000 Yuan (etwa 35.726 Euro).

Zhuang und Feng wurden am nächsten Tag zur Vernehmung auf die Polizeidienststelle des Bezirks Fularji gebracht. Feng wurde an den Heizkörper in der Kantine gefesselt – wo es keine Überwachungskamera gab – und geschlagen. Infolgedessen lockerten sich seine Zähne. Die Polizisten zogen ihm Schuhe und Socken aus und schlugen mit einer Gürtelschnalle auf seine Füße ein. Das Paar und Bao kamen drei Tage später gegen eine Kautionszahlung von insgesamt 150.000 Yuan (etwa 19.420 Euro) frei.

Am 26. November 2020 nahm die Polizei die drei Praktizierenden erneut fest und inhaftierte sie in der Haftanstalt der Stadt Qiqihar. Am selben Tag wurden die Eltern von Feng sowie seine Schwester, Feng Hui, festgenommen. Beamte der Polizeiwache Yanjiang durchsuchten ihre Wohnungen. Fengs Eltern kamen nach 15 Tagen Haft wieder frei; gegen jeden von ihnen wurde eine Geldstrafe von 1.000 Yuan (etwa 129 Euro) verhängt. Seine Schwester wurde gezwungen, eine Erklärung zur Abkehr von Falun Dafa zu unterzeichnen, nachdem die Polizei gedroht hatte, ihrem Kind den Schulbesuch zu verwehren, sollte sie der Forderung nicht nachkommen. Zudem wurde sie zur Zahlung einer Kaution in Höhe von 1.000 Yuan verpflichtet.

Die Festnahmen erfolgten kurz nach Xu Bins Amtsantritt als Sekretär des Komitees für Politik und Recht des Bezirks Fularji. Dieses Komitee ist eine außergerichtliche Behörde, die mit der Überwachung der Verfolgung von Falun Dafa beauftragt ist. Auf Xus Anweisung hin verstärkten Mitarbeiter der Bezirksverwaltung, Mitglieder von Nachbarschaftskomitees sowie die Polizei die Festnahmen und Schikanen gegen örtliche Praktizierende.

Die Inhaftierung der Familie brachte Baos Mann, der bereits unter einer leichten psychischen Erkrankung litt, in eine verzweifelte Lage. Ohne die Fürsorge seiner Familie verschlechterte sich sein Zustand. Am 1. September 2021 wurde seine Leiche in einem Straßengraben aufgefunden. Die genaue Todesursache und der Todeszeitpunkt sind unbekannt.

Bao, Zhuang und Feng wurden Ende September 2021 zu Haftstrafen verurteilt. Bao erhielt fünf Jahre, ihre Tochter und ihr Schwiegersohn wurden jeweils zu zwei Jahren verurteilt. Bereits vor diesem jüngsten Urteil war Bao aufgrund ihres Glaubens festgenommen und zu einem Jahr Haft in einem Arbeitslager verurteilt worden.

Im Gefängnis gefoltert

Ende 2021 wurde Bao in das Frauengefängnis der Provinz Heilongjiang verlegt. Nach einem Monat in der Umerziehungsabteilung wurde sie unmittelbar in ihre Zelle in der 8. Abteilung gebracht. Insassin Wang Shu, die für die anderen Gefangenen verantwortlich war, warf einige persönliche Gegenstände von Bao weg und zwang sie, trotz der bitteren Kälte auf dem Boden zu schlafen. Wang nahm ihr die neue Bettwäsche weg, die Bao erhalten hatte, und gab ihr stattdessen eine dünne, gebrauchte Decke.

Da sich Bao weigerte, Falun Dafa aufzugeben, schlugen die Mitgefangenen häufig auf sie ein – sei es auf der Toilette, im Waschraum oder im Lagerraum. Zudem zwangen sie sie, über lange Zeiträume hinweg auf einem kleinen Hocker zu sitzen, und entzogen ihr bisweilen den Schlaf.

Später, wann immer Bao bei einer Tätigkeit langsam war oder diese nicht gut ausführte, zwangen die Mitgefangenen sie, den ganzen Tag über – abgesehen von Toilettengängen – still auf dem kleinen Hocker zu sitzen. Während Bao dort saß, musste sie den Oberkörper aufrecht halten, die Beine geschlossen lassen und die Hände auf die Knie legen. Der Hocker war extrem niedrig und hatte eine unebene Sitzfläche. Die Mitgefangenen beobachteten Bao genau und schlugen sie, wenn sie sich auch nur ein wenig bewegte.

Insassing Wang Shumin, die eine lebenslange Haftstrafe verbüßt, wurde dazu eingeteilt, Bao zu überwachen und zu foltern. Sie schlug oft so heftig auf sie ein, dass die anderen Häftlinge fürchteten, sie könnte sie töten.

Alle Häftlinge werden beloht, wenn sie die Falun-Dafa-Praktizierenden misshandeln. Zu den Belohnungen gehörten Strafverkürzungen, das Recht auf Telefonate und Briefverkehr, Familienbesuche sowie verschiedene materielle Dinge.

Eines Tages im März 2022 sprach Wang mit Gefängnisbeamten und erfuhr, dass ihr die versprochene Strafverkürzung nicht gewährt worden war. Sie geriet in Wut und ließ ihren Zorn an Bao aus, indem sie ihr abwechselnd von links und rechts ins Gesicht schlug. Bao wäre dabei beinahe zu Boden gestürzt.

Die Wärter unternahmen keinerlei Schritte, um diejenigen zu bestrafen, die Bao gefoltert hatten. Bao war gelähmt, doch wurde ihr eine vorzeitige Haftentlassung verweigert. Zudem sorgten die Wärter nicht für eine Betreuung, da sie sich weigerte, Falun Dafa aufzugeben.

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