(Minghui.org) Eine 58-Jährige aus der Stadt Daqing in der Provinz Heilongjiang ist am 19. Juni 2026 verstorben, nachdem sie jahrelang wegen ihres Glaubens an Falun Dafa verfolgt worden war.

Ren Yuhong

Ren begann 1996, Falun Dafa zu praktizieren und wurde dadurch zu einem freundlicheren und rücksichtsvolleren Menschen. Nachdem die Kommunistische Partei Chinas im Juli 1999 eine landesweite Verfolgungskampagne gegen Falun Dafa eingeleitet hatte, hielt sie an ihrem Glauben fest und wurde wiederholt ins Visier genommen. Nach einer Festnahme im Jahr 2018 wurde sie zu vier Jahren Haft verurteilt. Auch nach ihrer Freilassung im Jahr 2022 schiukanierte die Polizei sie immer wieder.

Früheste Verfolgung

Kurz nach Beginn der Verfolgung stufte Rens Arbeitgeber, das Daqing-Ölfeld, sie von einer Büroleiterin zu einer Mitarbeiterin der Poststelle herab. Ihr Mann konnte die Verfolgung nicht verkraften und ließ sich von ihr scheiden. Ren hatte Schwierigkeiten, den gemeinsamen Sohn allein großzuziehen.

Im Dezember 2000 ging Ren nach Peking, um für Falun Dafa zu appellieren und wurde festgenommen. Die Pekinger Polizei sperrte sie in einen Metallkäfig und zwang sie später, barfuß im Schnee zu stehen.

Ren befand sich am 21. April 2003 bei der Arbeit, als ein Sicherheitsmitarbeiter ihres Unternehmens und mehrere Polizeibeamte sie festnahmen und direkt in die Gehirnwäsche-Einrichtung Hongweixing brachten. Ihr Sohn, der damals die Grundschule besuchte, blieb ohne Betreuung zurück. Die Polizei durchsuchte zudem ihre Wohnung und beschlagnahmte ihren Laptop, einen Laserdrucker und weitere Wertgegenstände im Gesamtwert von mehr als 8.000 Yuan (etwa 1.024 Euro).

Die Wärter der Gehirnwäsche-Einrichtung schlugen und beschimpften Ren und entzogen ihr den Schlaf. Auch nach ihrer Freilassung wurde sie weiterhin von der Polizei und Mitarbeitern der örtlichen Gemeinde schikaniert.

Im Krankenzimmer zu vier Jahren Haft verurteilt

Ren wurde am 9. November 2018 im Zuge einer groß angelegten Polizeiaktion gegen örtliche Falun-Dafa-Praktizierende erneut festgenommen. Es war ihr letzter planmäßiger Arbeitstag vor dem Ruhestand. Sechs Beamte in Zivil nahmen sie fest, als sie am Morgen ihr Wohnhaus verließ, um zur Arbeit zu gehen. Sie durchsuchten ihre Tasche und entrissen ihr den Wohnungsschlüssel. Anschließend durchsuchten sie ihre Wohnung und beschlagnahmten ihre Falun-Dafa-Bücher, ihren Computer, ihren Drucker und weitere Gegenstände.

Während Ren in der Haftanstalt von Daqing festgehalten wurde, befahl man ihr Videos anzusehen, die Falun Dafa diffamierten. Sie weigerte sich. Gu Songhai, der damalige Leiter des Büro 610 der Provinz Heilongjiang und Yang Bo, ein Abteilungsleiter der Behörde für öffentliche Sicherheit der Provinz Heilongjiang, beschimpften sie und wiesen die Wärter an, sie zu foltern. Sie erhielt keinerlei Dinge des täglichen Bedarfs, nicht einmal Toilettenpapier.

Das Prokuratorat des Bezirks Ranghulu erließ gegen Ende November 2018 einen formellen Haftbefehl gegen Ren. Am 26. Februar 2019 wurde sie gegen Kaution freigelassen, nachdem bei ihr ein gefährlich hoher Blutdruck festgestellt worden war.

Der Staatsanwalt Feng Guang setzte Rens Familie unter Druck, sie am 27. März 2019 zum Bezirksgericht Ranghulu zu fahren, damit sie erneut verhört und die Befragung aufgezeichnet werden konnte. Feng behauptete, ihr ursprüngliches Verhör sei nicht aufgezeichnet worden.

Ren weigerte sich und erklärte zudem die zuvor unter Zwang verfasste Erklärung zur Aufgabe von Falun Dafa für ungültig. Daraufhin erlitt sie plötzlich einen Krampfanfall und verlor das Bewusstsein. Feng warf ihr zunächst vor, dies nur vorzutäuschen, bevor er einen Krankenwagen rief.

Die Ärzte des Longnan-Krankenhauses empfahlen wegen ihres gefährlich hohen Blutdrucks eine stationäre Behandlung. Feng ignorierte diese Empfehlung und brachte sie zu einer weiteren Untersuchung in das Krankenhaus des Daqing-Ölfelds. Dort wurde dasselbe Ergebnis festgestellt, sodass Feng sie gegen Kaution freilassen musste.

Am 29. März 2019 erhob Feng Anklage gegen Ren. Ihre Familie erhielt am 30. Mai eine Mitteilung, dass die Gerichtsverhandlung für den 3. Juni angesetzt worden sei. Ren erschien nicht vor Gericht, da sie gegen kein Gesetz verstoßen hatte. Die Polizei setzte sie daraufhin auf eine Fahndungsliste, sodass sie gezwungen war, unterzutauchen.

Am Nachmittag des 10. Juli 2019 spürte die Polizei sie auf und folgte ihr zur Wohnung ihrer Mutter. Die Beamten täuschten ihre Mutter, damit diese die Tür öffnete und versuchten, Ren gewaltsam wegzuzerren. Während des Handgemenges verlor sie das Bewusstsein und wurde in das Longnan-Krankenhaus gebracht.

Drei Polizeibeamte bewachten sie im Krankenhaus. Sie hielten sie den ganzen Tag über mit Handschellen gefesselt. Die Ärzte teilten ihr nicht mit, welche Spritzen sie ihr verabreichten.

Der Vorsitzende Richter Zhang Haiyan und Richter Zhao Yuhua vom Bezirksgericht Ranghulu sowie der Staatsanwalt Feng hielten etwa um den 20. Juli 2019 eine Gerichtsverhandlung in Rens Krankenzimmer ab. Am Ende der Verhandlung wurde sie zu vier Jahren Haft und einer Geldstrafe von 20.000 Yuan (etwa 2.560 Euro) verurteilt. Die Richter untersagten ihr zudem, Berufung einzulegen.

Misshandlungen im Gefängnis

Wenige Tage nach der Verurteilung wurde Ren in das Frauengefängnis der Provinz Heilongjiang eingeliefert. Etwa zur gleichen Zeit stellte ihr Arbeitgeber ihre Rentenzahlungen ein.

Die Gefängniswärter zwangen Ren, lange Zeit auf einem kleinen Hocker zu sitzen. Zudem schlugen und beschimpften sie sie. Sie erkrankte an einem Gebärmuttertumor. Im Dezember 2019 rief ein Wärter ihre Familie an und forderte sie auf, zum Gefängnis zu kommen und 30.000 Yuan (etwa 3.840 Euro) für die Operationskosten zu bezahlen. Nachdem ihre Familie das Geld gezahlt hatte, sagte das Gefängnis die Operation mit der Begründung ab, ihr Blutdruck sei beim Anblick ihrer Angehörigen stark angestiegen.

Später wurde Ren dennoch im Gefängniskrankenhaus operiert. Danach war sie sehr geschwächt. Sie hatte Schwierigkeiten zu atmen und fiel mehrfach ins Koma. Sie erinnerte sich daran, dass sie einmal gerade einen Schluck Wasser aus einem Becher trinken wollte, als sie plötzlich das Bewusstsein verlor. Als sie wieder zu sich kam, war ihr Bett nass. Eine Insassin sagte ihr, dass sie das gesamte Wasser über das Bett verschüttet habe.

Häufige Schikanen nach der Freilassung

Ren wurde 2022 vorzeitig freigelassen, war danach jedoch häufig Schikanen durch die Polizei und Mitarbeiter der örtlichen Gemeinde ausgesetzt. Am 18. Mai 2023 wurden mehr als ein Dutzend örtliche Falun-Dafa-Praktizierende festgenommen. Ren wurde an diesem Tag zwar nicht festgenommen, doch vier Beamte in Zivil hielten sich einen halben Tag lang in ihrer Wohnung auf und untersagten ihr, das Haus zu verlassen.

Im Jahr 2023 forderte das örtliche Sozialversicherungsamt Ren auf, Rentenzahlungen in Höhe von mehr als 20.000 Yuan (etwa 2.560 Euro) zurückzuzahlen. Es betraf Zahlungen die sie zwischen November 2018, als sie erstmals Anspruch auf Rente hatte, und Juli 2019, als ihre Rentenzahlungen eingestellt wurden, erhalten hatte. Die Behörde drohte, ihre Rente nicht wieder einzusetzen, falls sie der Aufforderung nicht nachkomme. Ren blieb keine andere Wahl, als die angebliche „Schuld“ zu begleichen. Im Jahr 2024 wurden ihre Rentenzahlungen wieder aufgenommen.

Die unablässige Verfolgung beeinträchtigte Rens Gesundheit weiter. Bei ihr wurde Diabetes diagnostiziert. Um den 19. Mai 2026 fiel sie ins Koma und erlangte das Bewusstsein nicht wieder. Einen Monat später starb sie.

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