(Minghui.org) Ein Mann aus dem Kreis Jidong, Provinz Heilongjiang, wurde am 26. März 2026 in der Stadt Nantong, Provinz Jiangsu, aufgrund seines Glaubens an Falun Dafa zu einer 15-monatigen Haftstrafe verurteilt. Seine Berufung wurde am 25. Juni zurückgewiesen.
Festnahme
Han Wei wurde erstmals am 28. März 2024 festgenommen. Anlass war, dass er über das Mobiltelefon seines Bruders und die Social-Media-Plattform WeChat, die auch Zahlungsfunktionen bietet, Guthaben auf seine eigene Telefonkarte geladen hatte. Über diese Telefonkarte wurden anschließend Multimedia-Nachrichten mit Texten, Videos und Audioaufnahmen über Falun Dafa versendet.
Die Polizei der Stadt Nantong, die mithilfe von Big-Data-Analysen Online-Aktivitäten überwacht, wurde auf die Telefonnutzung der Brüder aufmerksam. Daraufhin legten die Beamten rund 2.560 Kilometer bis in den Kreis Jidong zurück, um Han festzunehmen. Am 30. April 2024 wurde er gegen Kaution aus der Haft entlassen.
Im April 2025 übergab die Polizei von Nantong den Fall an die Staatsanwaltschaft des Bezirks Chongchuan in Nantong. Drei Monate später wurde Anklage gegen Han erhoben. Am 1. August 2025 lockte ihn die Polizei unter einem Vorwand auf die Polizeiwache, wo er sofort festgenommen wurde. Seine Mutter war durch die erneute Festnahme ihres Sohnes so schwer erschüttert, dass sie fünf Tage später verstarb.
Weitere Einzelheiten zu seiner Verurteilung
Minghui.org berichtete bereits früher über die gegen Han verhängte Haftstrafe. Inzwischen sind weitere Einzelheiten zu dem Fall bekannt geworden.
Ursprünglich sollte Han am 6. August 2025 vor dem Bezirksgericht Chongchuan in Nantong erscheinen. Doch am 3. August teilte Richter Sun Tiayong seinem Verteidiger Xie Yanyi mit, dass er Han vor Gericht nicht vertreten dürfe. Xie war früher als Rechtsanwalt tätig gewesen. Ihm war die Zulassung entzogen worden, weil er in der Vergangenheit andere Falun-Dafa-Praktizierende verteidigt hatte.
Daraufhin beauftragte Han den Rechtsanwalt Dong Qianyong mit seiner Verteidigung. Dieser reiste am 5. August nach Nantong, erfuhr dort jedoch, dass die für den folgenden Tag angesetzte Gerichtsverhandlung abgesagt worden war.
Am 22. August besuchte Dong seinen Mandanten in der Haftanstalt der Stadt Nantong und informierte ihn über den Tod seiner Mutter. Han war zutiefst erschüttert und verlor den Appetit. Als er erfuhr, dass der zuständige Polizeibeamte Ye Yang Verhörprotokolle gefälscht hatte, um ihn zu belasten, meldete er dies dem Staatsanwalt Fang, der in der Haftanstalt anwesend war. Dieser riet ihm, sich schriftlich an Richter Sun zu wenden. Han folgte dem Rat, und die Haftanstalt leitete seinen Brief an den Richter weiter.
Am 25. September 2025 hielt Richter Sun eine Vorverhandlung ab, an der die Staatsanwälte Sun Hongliang und Zhang Yong sowie Han und sein Verteidiger Dong teilnahmen. Die Verhandlung wurde unterbrochen, als Han die Ablehnung des Richters und der Staatsanwälte beantragte, weil sie verhindert hatten, dass Xie ihn als Rechtsbeistand vertrat.
Am 28. September 2025 beantragte die Staatsanwaltschaft des Bezirks Chongchuan eine Vertagung der Gerichtsverhandlung, der das Gericht zustimmte.
Anfang Oktober 2025 verfasste Han eine weitere Beschwerde gegen den Polizeibeamten Ye Yang. Die Haftanstalt weigerte sich jedoch, das an Xu Yousong, den Leiter der Staatssicherheitsabteilung der Stadt Nantong, adressierte Schreiben weiterzuleiten. Zur Begründung hieß es, Han dürfe sich nur direkt an Yang wenden.
Am 22. Oktober 2025 fand eine zweite Vorverhandlung statt. Staatsanwalt Sun erklärte mehrfach, Han könne freikommen und sich um seinen kranken Vater kümmern, wenn er seine „Schuld eingestehe“. Han lehnte dies ab und verfasste ein Schreiben an Richter Sun, in dem er ausführlich darlegte, weshalb die gegen ihn erhobenen Vorwürfe frei erfunden seien.
Ebenfalls am 22. Oktober 2025 fand eine dritte Vorverhandlung statt. Han protestierte erneut dagegen, dass Richter Sun seinen ursprünglichen Verteidiger Xie abgelehnt hatte. Der Richter nannte dafür keine Gründe, sondern erklärte lediglich, Han werde inzwischen von Dong vertreten.
Dong fühlte sich während der drei Vorverhandlungen vom Richter und den Staatsanwälten eingeschüchtert und erwog, das Mandat niederzulegen. Er schlug vor, dass Han stattdessen einen persönlichen Freund, der ebenfalls den Nachnamen Dong trug, mit seiner Verteidigung beauftragen könne. Richter Sun beharrte jedoch darauf, dass Xie Han nicht vertreten dürfe. Ob Han das Mandat seines Anwalts Dong tatsächlich beendete, ist nicht bekannt.
Am 11. Dezember 2025 suchte der Polizeibeamte Ye den inhaftierten Han in der Haftanstalt auf. Er erklärte, Richter Sun habe ihn beauftragt, einen Sachverhalt zu überprüfen. Han forderte Ye auf, sich aus dem Fall zurückzuziehen. Daraufhin rief der Beamte den Richter an und erklärte, dies sei nicht möglich, da er selbst für die Ermittlungen in dem Fall verantwortlich sei.
Am 16. Dezember 2025 fand schließlich die Gerichtsverhandlung statt. Den Vorsitz führte Richter Shen Yongbin, unterstützt von den Richtern Cao Yanfei und Sun.
Am 28. Januar 2026 beantragte die Staatsanwaltschaft des Bezirks Chongchuan erneut eine Vertagung. Die Verhandlung wurde schließlich am 26. Februar fortgesetzt.
Am 26. März 2026 fand die Urteilsverkündung statt. Richter Sun verkündete eine Freiheitsstrafe von einem Jahr und drei Monaten gegen Han.
Berufung abgelehnt
Am 2. April 2026 legte Han beim Mittleren Volksgericht der Stadt Nantong Berufung ein. Am 7. Mai wurde er von Richterin Gang Yongmei in der Haftanstalt befragt. Sie forderte ihn auf, seine Beschwerdepunkte schriftlich darzulegen. Am 7. Juni schickte er ihr ein entsprechendes Schreiben.
Am 23. Juni wurde Han von Staatsanwalt Fang Dong befragt. Dieser wollte zweimal von ihm wissen, ob ihm die Staatsanwaltschaft des Bezirks Chongchuan mitgeteilt habe, dass auf eine Anklage verzichtet werden könne, wenn er sich bereit erkläre, die „Falun-Dafa-Organisation“ zu verlassen.
Am 25. Juni entschied die für das Berufungsverfahren zuständige Richterin Cong, das ursprüngliche Urteil gegen Han ohne mündliche Verhandlung aufrechtzuerhalten. In der Entscheidung hieß es, das Mittlere Volksgericht folge der Empfehlung von Staatsanwalt Fang, Hans Berufung zurückzuweisen.
Am 15. Juli beantragte Han beim Obersten Volksgericht der Provinz Jiangsu eine erneute Überprüfung seines Falls. Eine Antwort steht bislang noch aus.
Frühere Berichte:
Zwei Brüder festgenommen, einer von ihnen muss vor Gericht (Provinz Heilongjiang)
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