(Minghui.org) Eine 69-jährige Frau, die wegen ihres Glaubens an Falun Dafa eine dreijährige Haftstrafe verbüßt, erhielt zwischen Dezember 2025 und Juni 2026 dreimal eine Bestätigung ihres kritischen Gesundheitszustandes. Dennoch befinden sich die Gefängnisbehörden nach sechs Monaten noch immer bei der „Bearbeitung“ ihres Antrags auf medizinische Haftaussetzung.

Ma Ling, pensionierte Bibliothekarin aus der Stadt Kunming in der Provinz Yunnan, wurde am 6. Juni 2024 festgenommen und am 1. Mai 2025 zu drei Jahren Haft sowie einer Geldstrafe von 10.000 Yuan (etwa 1.280 Euro) verurteilt. Zuvor hatte sie bereits zwei Haftzeiten in Arbeitslagern und eine Gefängnisstrafe von insgesamt neuneinhalb Jahren verbüßt. Ihre Rentenzahlungen sind seit 2014 ausgesetzt.

Erste Feststellung ihres kritischen Zustandes am 26. Dezember 2025

Ma wurde am 25. Dezember 2025 in das Zweite Frauengefängnis der Provinz Yunnan eingeliefert und noch am selben Tag der vorgeschriebenen körperlichen Untersuchung unterzogen.

Unmittelbar nach der Untersuchung riefen die Wärterin Wang (+86-871-65126165) aus der Neunten Abteilung und ein Gefängnisarzt Mas Familienangehörige an. Sie teilten ihnen mit, dass bei ihr elf Erkrankungen festgestellt worden seien: ein bösartiger Tumor im Beckenbereich, eine Eierstockzyste, mittelschwere Anämie, Bluthochdruck, unregelmäßige vaginale Blutungen, eine Fettleber, chronische Gallenblasenentzündung mit Gallensteinen, ein Stein in der linken Niere, Hirnatrophie, Verkalkung der Aorta sowie gemischte Plaques in beiden Nierenarterien.

Der Arzt warnte, dass Mas Tumor weiterwachsen und Metastasen bilden könne. Die vaginalen Blutungen könnten zu einer Infektion und einem Schock führen, und ein Organversagen könne tödlich enden.

Am 26. Dezember 2025 wurde Ma in das Zentralkrankenhaus der Gefängnisverwaltungsbehörde der Provinz Yunnan gebracht. Am Nachmittag riefen die Wärterin Wang und ein anderer Arzt mit Nachnamen Li (+86-871-65126165) Mas Familie an. Sie erklärten, das Krankenhaus habe eine Mitteilung über ihren kritischen Zustand ausgestellt, da sich ihre mittelschwere Anämie zu einer schweren Anämie verschlimmert habe. Ihre Familie beantragte sofort eine medizinische Haftaussetzung. Wang lehnte dies jedoch mit der Begründung ab, dass dafür „komplizierte Verfahren“ erforderlich seien.

Zweite Feststellung ihres kritischen Zustandes am 9. Mai 2026

Arzt Li rief Mas Familie am 24. April 2026 an und teilte mit, dass sie am 13. März aus dem Zentralkrankenhaus entlassen und am 20. April zu einer Untersuchung in das Yan’an-Krankenhaus gebracht worden sei. Dort wurde Folgendes festgestellt:

- Der bösartige Tumor in Mas linker Adnexe war auf etwa neun Zentimeter angewachsen- Im Magen-Darm-Trakt wurde ein Krebstumor entdeckt, den das Krankenhaus als Primärtumor einstufte- Der Tumor am Eierstock wurde als Sekundärtumor eingestuft- Der Krebs befand sich bereits in einem fortgeschrittenen Stadium- Ma litt weiterhin an leichter Anämie

Nach der Untersuchung im Yan’an-Krankenhaus wurde Ma in das Gefängnis zurückgebracht und in das dortige Krankenhaus eingewiesen. Ihre Familie stellte am 27. April einen weiteren Antrag auf medizinische Haftaussetzung. Am 7. Mai bekam Ma Fieber und einen aufgeblähten Bauch. Daraufhin wurde sie erneut in das Zentralkrankenhaus gebracht, das am 9. Mai eine weitere Feststellung ihres kritischen Zustands ausstellte.

Endlose Formalitäten für die medizinische Haftaussetzung

Wärterin Wang rief die Familie am 22. Mai 2026 an und forderte sie auf, Unterlagen für einen Bürgen vorzubereiten, der dafür verantwortlich sein sollte, dass Ma die Bedingungen der medizinischen Haftaussetzung einhält. Ihre Angehörigen reichten die erforderlichen Unterlagen am 25. Mai ein und unterzeichneten zudem mehrere weitere Dokumente. Wang versprach, den Antrag an ihre Vorgesetzten weiterzuleiten, sagte jedoch nicht, wann die Familie mit einer Entscheidung rechnen könne.

Ma rief ihre Familie am 4. Juni aus dem Zentralkrankenhaus an und berichtete, die Wärter hätten sie einige Dokumente zur gemeindenahen Strafvollstreckung unterschreiben lassen. Zudem sagte sie, dass sie etwa zehn Kilogramm abgenommen habe und keinen Appetit mehr habe. Sie litt entweder unter Verstopfung oder hatte mehr als zehnmal am Tag Durchfall, was ihr großes Leid bereitete.

Die Justizbehörde Lianhua im Bezirk Wuhua, in dem Ma wohnt, teilte ihrer Familie mit, es habe die Unterlagen zur gemeindenahen Strafvollstreckung vom Gefängnis erhalten. Am 10. Juni besuchten acht Mitarbeiter der Justizbehörde, der örtlichen Polizeistation, der Gemeinde, des Straßenviertelbüros sowie des Komitees für Politik und Recht die Familie, um zu prüfen, ob eine medizinische Haftaussetzung für Ma möglich sei.

Am 12. Juni teilte die Justizbehörde der Familie mit, dass es seinen Prüfbericht an das Gefängnis übermittelt habe. Die Familie ging noch am selben Tag zum Gefängnis, da dies ein Besuchstag für die Insassen war. Dort wurde ihr mitgeteilt, Ma befände sich weiterhin im Zentralkrankenhaus. Als die Angehörigen darum baten, sie dort besuchen zu dürfen, sagte ein Wärter, man müsse „die Angelegenheit besprechen“.

Dritte Feststellung des kritischen Zustandes am 19. Juni 2026

Ein Wärter mit Nachnamen Yang und ein Gefängnisarzt riefen die Familie am 19. Juni gegen 20 Uhr an. Sie teilten ihr mit, dass Ma an diesem Tag Blutungen aus dem Enddarm gehabt habe und das Zentralkrankenhaus erneut eine Feststellung ihres kritischen Zustands ausgestellt habe.

Der Arzt erklärte, dass die Untersuchungsergebnisse den früheren Befunden ähnelten. Dazu gehörten:

Der bösartige Tumor der linken Adnexe hatte Metastasen im Enddarm und im Becken gebildet

- Darmverschluss- Gallensteine- Bluthochdruck- Fieber

Der Arzt erklärte, dass weitere Untersuchungen erforderlich seien, um die Ursache der Blutungen zu ermitteln. Dazu gehörten Stuhluntersuchungen und Tests auf verborgenes Blut im Stuhl. Er warnte, Mas Zustand könne sich weiter verschlimmern und die Blutungen könnten zu einem hämorrhagischen Schock, schwerer Anämie und sogar zum Tod führen.

Die Familie erkundigte sich nach dem Antrag auf medizinische Haftaussetzung. Yang antwortete, das Gefängnis „bearbeite den Antrag aktiv und werde die Familie benachrichtigen, sobald eine endgültige Entscheidung getroffen worden sei“.

Am 22. Juni rief die Familie die Neunte Abteilung an, um sich erneut nach dem Antrag zu erkundigen. Der Mitarbeiter sagte, er werde die Nachricht an Wärterin Wang weiterleiten. Seitdem hat die Familie nichts mehr gehört.

Aufsichtsbehörde erklärt, sie könne sich nicht in Angelegenheiten einzelner Insassen einmischen

Am 24. Juni suchte die Familie die Abteilung für Strafvollstreckung der Gefängnisverwaltungsbehörde der Provinz Yunnan auf. Zwei Polizeibeamte empfingen die Angehörigen und erklärten:

- Die Behörde habe die Unterlagen zur medizinischen Haftaussetzung noch nicht vom Gefängnis erhalten- Sie sei nicht befugt, direkt in die konkrete Bearbeitung der Angelegenheit durch das Gefängnis einzugreifen- Die Anliegen der Familie seien aufgenommen worden- Das Verfahren erfordere Stellungnahmen mehrerer Abteilungen, und die Familie müsse geduldig warten

Mas medizinische Haftaussetzung wurde bis heute nicht genehmigt.

Frühere Berichte:

68-jährigen Krebskranken wird Haftentlassung aus medizinischen Gründen verweigert

68-jährige Krebskranke bleibt trotz wiederholter Anträge auf Haftentlassung interniert

Krebskranken Frau wird Haftentlassung zur medizinischen Behandlung verweigert

Nach Verurteilung von 13 Praktizierenden in Kunming findet erstmalig ein Berufungsverfahren statt (Provinz Yunnan)

Vier weitere Einwohner Yunnans nach Polizeirazzia verurteilt

Neun Einwohner Yunnans wegen Praktizierens von Falun Dafa zu Gefängnisstrafen verurteilt

25 Verhaftungen an einem Tag, acht Praktizierende jetzt angeklagt (Stadt Kunming, Provinz Yunnan)

Oberstes Gericht nimmt Antrag auf Überprüfung zu Unrecht verhängter Haftstrafe an

Ehemalige Bibliothekarin erhält wegen ihres Glaubens keine Rente, Berufung vom Mittleren Gericht angenommen

Verteidiger: Falun Gong ist nach dem chinesischen Gesetz nicht rechtswidrig (Provinz Hunan)