(Minghui.org) In der ersten Hälfte des Jahres 2026 wurden insgesamt 54 Todesfälle von Falun-Dafa-Praktizierenden gemeldet, die infolge der Verfolgung wegen ihres Glaubens ihr Leben verloren haben.
Die verstorbenen Praktizierenden stammten aus 18 Provinzen, autonomen Regionen oder regierungsunmittelbaren Städten. Liaoning meldete mit 12 die meisten Todesfälle, gefolgt von Sichuan (sieben), der Inneren Mongolei (fünf) und Jilin (vier). Die vier Städte Peking, Chongqing, Hebei und Heilongjiang meldeten jeweils drei, Shanghai, Shandong, Jiangxi und Hubei jeweils zwei Todesfälle. Tianjin, Ningxia, Shanxi, Xinjiang, Henan und Hunan meldeten jeweils einen Todesfall.
Unter den 54 Praktizierenden befanden sich 36 Frauen. Die Jüngste war zum Zeitpunkt ihres Todes 21, die Älteste 92 Jahre alt. Von den übrigen waren sechs über 50, 15 über 60, 21 über 70 und acht über 80 Jahre alt. Das Alter von vier Praktizierenden ist nicht bekannt.
Einige Todesfälle ereigneten sich vor 2026, aber aufgrund der zunehmend strengen Informationszensur durch die Kommunistische Partei Chinas (KPCh) waren viele Details über die Anklagen, Prozesse und Urteile der Praktizierenden schwer oder praktisch unmöglich zu ermitteln, was die Berichterstattung zusätzlich verzögert hat.
Nachfolgend wird über Einzelheiten von ausgewählten Todesfällen berichtet.
Ausgewählte Todesfälle von inhaftierten Praktizierenden
63-Jährige stirbt weniger als 24 Stunden nach ihrer Festnahme
Hu Shangxiu, eine 63-jährige Frau aus der Stadt Wuhan in der Provinz Hubei, starb am 11. Juni 2026 in Polizeigewahrsam – weniger als 24 Stunden, nachdem sie wegen Praktizierens von Falun Dafa festgenommen worden war.
Hu, die im Büro des Unterbezirks Sandian im Bezirk Xinzhou arbeitete, wurde am 10. Juni 2026 gegen 14 Uhr in ihrer Wohnung festgenommen, nachdem Beamte der Polizeiwache Zhucheng eingedrungen waren und ihre Wohnung durchsucht hatten. Zum Zeitpunkt der Festnahme befand sich keiner aus Hus Familie zu Hause.
Anstatt Hu zu einer Polizeiwache oder in eine Haftanstalt zu bringen, verschleppte die Polizei sie an einen geheimen Ort, um sie dort zu verhören. Während dieser Zeit trank sie zweimal Wasser und benutzte zweimal die Toilette. Gegen 4 Uhr morgens erkrankte sie plötzlich schwer. Die Polizei unternahm keine Wiederbelebungsversuche und brachte sie auch nicht ins Krankenhaus. Kurz darauf verstarb sie.
Vor ihrer Festnahme war Hu bei bester Gesundheit gewesen und hatte keine Vorerkrankungen gehabt. Ihre Familie macht die Behörden für ihren Tod verantwortlich. Ihr Leichnam wird derzeit in einem Bestattungsinstitut aufbewahrt, während die Familie entschlossen ist, Gerechtigkeit für sie zu erlangen.
Vonseiten der Polizei hieß es, man habe sechs weitere Praktizierende wegen „Werbung“ für Falun Dafa auf dem Frischmarkt Zhanglin festgenommen. Einer von ihnen habe Hu angeblich als Organisatorin „identifiziert“. Die Polizei macht jedoch keine näheren Angaben zu den anderen Praktizierenden und Minghui.org hat deren Festnahme nicht bestätigt. Da es in China kein Gesetz gibt, das Falun Dafa unter Strafe stellt, hätte Hu selbst dann nicht festgenommen werden dürfen, wenn sie andere tatsächlich dazu veranlasst hätte, für Falun Dafa zu werben.
Todesmeldung: 67-Jährige aus Jilin stirbt knapp drei Monate nach Inhaftierung
Der Herzschlag von Wang Xiulian bewegte sich im Bereich von 110 bis 120 Schlägen pro Minute (wobei der Normalbereich bei 60 bis 100 liegt), dennoch ließen die Verantwortlichen des Frauengefängnisses der Provinz Jilin sie erst am 10. Mai 2026 in ein Krankenhaus einweisen. Die 67-jährige Frau verstarb am gleichen Tag – weniger als drei Monate nach ihrer Aufnahme in die Haftanstalt.
Wangs Tochter berichtete, dass ihre Mutter beim letzten Familienbesuch im April 2026 noch bei guter Gesundheit gewesen sei. Die Gefängnisleitung zeigte Aufnahmen, auf denen zu sehen war, wie Wang „im Krankenhaus wiederbelebt“ wurde, und gab als Todesursache eine Herzerkrankung an.
Wang, eine Arbeiterin im Ruhestand aus der Stadt Jiaohe in der Provinz Jilin, wurde ursprünglich am 27. Oktober 2023 wegen ihres Glaubens an Falun Gong verhaftet. Stunden später wurde sie aufgrund ihres schlechten Gesundheitszustands gegen Kaution freigelassen. Um der Verfolgung zu entgehen, tauchte sie unter, wurde jedoch im Juli 2025 in der Autonomen Region Guangxi Zhuang verhaftet – einem Ort, der über 3.200 Kilometer von Jiaohe entfernt liegt. Ende November 2025 wurde sie zu einer Haftstrafe von dreieinhalb Jahren verurteilt und am 13. Februar 2026 in das Frauengefängnis der Provinz Jilin eingeliefert.
Die Wärter der Achten Abteilung wiesen die leitende Insassin Li Mingzhu an, Wang zu überwachen. Li befahl ihr, Falun Gong täglich zu verleumden, und rügte sie ständig dafür, dass sie ihre Aufgabe „schlecht“ erfülle.
Wang litt unter starkem Herzrasen, und ihr Körper zitterte unaufhörlich. Li beschuldigte sie, dies nur vorzutäuschen. Die Wärter brachten sie erst am 10. Mai 2026 ins Krankenhaus. Ihre Tochter vermutet, dass sie möglicherweise bereits verstorben war, bevor sie das Krankenhaus erreichte. Die Gefängnisbehörden bearbeiteten noch am selben Tag eilig die Unterlagen für ihre Haftentlassung aus gesundheitlichen Gründen. Es ist unklar, ob die Formalitäten vor oder nach ihrem Tod erledigt worden waren.
Wangs Tod setzte den Schlusspunkt unter eine jahrzehntelange Verfolgung aufgrund ihres Glaubens. Vor ihrer letzten Haftstrafe hatte sie bereits eine weitere, dreieinhalbjährige Haftstrafe verbüßt, die von Dezember 2011 bis Juni 2015 dauerte. Ihre Rente wurde im Jahr 2020 ausgesetzt und erst 2023 wieder aufgenommen.
You Haijun, ein 55-jähriger Mann aus dem Kreis Zhongning in der Autonomen Region Ningxia Hui, starb am 13. April 2026 – einen Monat vor dem geplanten Ende seiner fünfjährigen Haftstrafe, zu der er wegen Falun Dafa verurteilt worden war.
Die Gefängnisbehörde Shizuishan ließ den Leichnam von You Haijun am 19. April einäschern, nachdem sie seine Tochter gezwungen hatte, eine entsprechende Einverständniserklärung zu unterzeichnen.
Die Gefängnisbehörde gab an, You sei infolge einer koronaren Herzkrankheit sowie zweier weiterer Erkrankungen verstorben. Seine Tochter vermutet jedoch ein Verbrechen, insbesondere nach Sichtung der Überwachungsvideos. Auch wegen des berüchtigten Rufs der Haftanstalt, dort einsitzende Falun-Dafa-Praktizierende zu misshandeln.
Am Tag seines Todes wurde You gegen Mittag dabei beobachtet, wie er gemeinsam mit anderen Häftlingen zu Mittag aß. Ein Mithäftling nahm ihm daraufhin seine Schüssel ab und begab sich außer Sichtweite der Kamera. Etwa acht Minuten später kehrte der Häftling zurück und gab You die Schüssel zurück. Dieser aß daraufhin den Inhalt der Schüssel auf. Keinem anderen Häftling wurde während der Mittagspause die Schüssel abgenommen. You starb gegen 15 Uhr am Nachmittag desselben Tages.
Yous Tochter forderte Aufklärung über die Todesursache ihres Vaters. Die Gefängnisleitung drohte jedoch damit, die Herausgabe des Leichnams zu verweigern, sollte sie einer schnellstmöglichen Einäscherung nicht zustimmen. Da die junge Frau erst vier Monate zuvor entbunden hatte, gab sie dem Druck nach und unterzeichnete die Einverständniserklärung. Daraufhin bestattete die Gefängnisleitung Yous Asche in der Stadt Yinchuan, nicht in seiner Heimatgemeinde Zhongning.
Yous Frau hatte sich von ihm scheiden lassen, als ihre Tochter noch ein Säugling war. Das kleine Mädchen erkrankte im Alter von drei Jahren an Epilepsie. You suchte für seine Tochter nach zahlreichen Behandlungsmethoden, doch keine davon zeigte irgendeine Wirkung.
Im Jahr 2004, als Yous Tochter vier Jahre alt war, erfuhr er von den gesundheitlichen Vorteilen von Falun Dafa und brachte ihr die Übungen bei. Drei Tage später hörten ihre Anfälle auf, und sie wurde vollständig gesund. Auch You selbst begann, Falun Dafa zu praktizieren, woraufhin sein Asthma verschwand.
Weil You an seinem Glauben festhielt, nahm die Polizei ihn wiederholt ins Visier. Im Jahr 2014 wurde er zu einer Haftstrafe von dreieinhalb Jahren verurteilt und am 5. November 2016 entlassen. Nach einer erneuten Festnahme am 16. Mai 2021 wurde er am 13. April 2023 zu fünf Jahren Haft verurteilt. Seine Berufung wurde kurz darauf abgewiesen, und am 2. September 2023 wurde er in das Gefängnis von Shizuishan eingeliefert. Seine Familie durfte ihn zu keinem Zeitpunkt im Gefängnis besuchen.
Yous Tochter hat ihrer Großmutter väterlicherseits, die fast 80 Jahre alt ist, noch nichts von seinem Tod erzählt. Die alte Frau hat in den vergangenen zwei Jahrzehnten in ständiger Angst gelebt, da ihr Sohn wegen seines Glaubens wiederholt ins Visier genommen wurde. Ihre Enkelin befürchtet, dass ihre Großmutter diese tragische Nachricht womöglich nicht gut verkraften könnte.
Die 77-jährige Ye Wenxiu starb im März 2023, während sie wegen ihres Glaubens an Falun Dafa eine Haftstrafe im Frauengefängnis der Stadt Chongqing absaß. Das Gefängnis informierte ihre Familie weder über ihren Tod noch gab es ihren Leichnam frei. Die Angehörigen erfuhren erst gegen Ende ihrer Haftzeit im April 2024 von ihrem Ableben. Bis heute wurden ihnen weder der genaue Todeszeitpunkt noch die Todesursache mitgeteilt.
Ye wurde am 21. Juni 2017 verhaftet, nachdem sie versucht hatte, Lu Anxiang, einem Mitarbeiter des örtlichen Straßenkomitees, von der Verfolgung von Falun Dafa zu erzählen. Lu packte sie und rief zwei weitere Kollegen herbei. Das Trio brachte sie daraufhin zur Polizeiwache Lijiatuo.
Die Polizei führte eine Leibesvisitation bei Ye durch, bevor sie ihre Wohnung aufsuchte, um ihre persönlichen Sachen zu beschlagnahmen. Am nächsten Tag kündigten die Beamten an, dass Ye einem sechsmonatigen Hausarrest unterzogen werde, bewacht von der Polizeistation Tuqiao.
Am 20. September 2017 wurde Ye von der Bezirksstaatsanwaltschaft Banan angeklagt. Die Verhandlung fand am 27. April 2018 vor dem Bezirksgericht Banan statt. Ye hatte keinen Anwalt und sagte zu ihrer eigenen Verteidigung aus. Sie wurde jedoch vom Vorsitzenden Richter unterbrochen, bevor sie eine Chance hatte, zu Ende zu sprechen
Am 11. Juli 2018 wurde Ye zu einer Haftstrafe von dreieinhalb Jahren sowie einer Geldstrafe von 6.000 Yuan (etwa 720 Euro) verurteilt. Zuvor war sie bereits am 12. Februar 2004 zu drei Jahren und am 12. Dezember 2011 zu anderthalb Jahren Haft verurteilt worden.
Aufgrund ihres schlechten Gesundheitszustands wurde Ye bereits kurze Zeit nach ihrer Verhaftung gegen Kaution auf freien Fuß gesetzt. Im Oktober 2018 erließ das Bezirksgericht Banan eine Anordnung, die es ihr gestattete, ihre Haftstrafe aufgrund von Bluthochdruck und anderen gesundheitlichen Beschwerden für die Dauer eines Jahres im häuslichen Umfeld abzuleisten.
Am 22. April 2021 wurde Ye von der Polizei festgenommen, während sie gemeinsam mit drei anderen Praktizierenden Falun-Dafa-Bücher studierte. Sie wurde noch am selben Tag freigelassen, jedoch Stunden später erneut verhaftet und am darauffolgenden Tag (dem 23. April) in das Frauengefängnis der Stadt Chongqing überstellt, um die volle dreijährige Haftstrafe abzuleisten.
Ye starb im März 2023 im Gefängnis.
Ausgewählte Todesfälle von Praktizierenden kurz nach deren Freilassung
Während Zhang Rongxius fünfjährigen Haftstrafe wurde bei ihr Gebärmutterkrebs im fortgeschrittenen Stadium diagnostiziert. Doch die Gefängnisbehörden setzten ihre Haft gegen Kaution erst aus, als ihr Zustand bereits kritisch war. Sie starb vier Tage nach ihrer Freilassung, am 11. April 2026. Die Einwohnerin von Tianjin war über sechzig Jahre alt.
Zhang begann im Februar 1999 mit Falun Dafa. Als das kommunistische Regime fünf Monate später eine landesweite Kampagne gegen Falun Dafa startete, hielt sie an ihrem Glauben fest und wurde wiederholt verfolgt. Vor ihrer letzten Verurteilung saß sie drei Haftstrafen im selben Frauengefängnis von Tianjin ab – mit einer Gesamtstrafe von neuneinhalb Jahren. Sie wurde dort gefoltert, einer Gehirnwäsche unterzogen und gegen ihren Willen mit unbekannten Medikamenten behandelt. Ihre Tochter vermutet, dass sie während ihrer vierten Haftstrafe ähnliche Misshandlungen erlitt.
Zhang Rongxiu wurde am 12. Februar 2020 verhaftet, weil sie Informationen über Falun Dafa verbreitet hatte. Auf der örtlichen Polizeiwache hielt man sie einen Tag lang in einem Eisenkäfig fest. Ihr Computer und mehrere hundert Yuan in Banknoten mit aufgedruckten Informationen über Falun Dafa wurden beschlagnahmt. Die Polizei erpresste 10.000 Yuan (etwa 1.200 Euro) von ihrer Familie, bevor man sie gegen Kaution freiließ.
Am 22. September 2020 bekam Zhang von der Polizei eine Vorladung auf die Polizeiwache; sie müsse sich dort am 30. September melden. Da sie nicht erschien, wurde sie wiederholt am Telefon belästigt. Lan Enliang, der Dorfvorsteher, bedrängte sie auch persönlich und forderte sie auf, Falun Dafa abzuschwören. Sie weigerte sich, dem nachzukommen.
Ende Dezember 2020 schikanierten drei Beamte Zhang erneut und forderten sie auf, eine Erklärung über den Verzicht auf Falun Dafa zu unterschreiben. Sie drohten damit, die Zukunft ihrer Kinder zu ruinieren, wenn sie diese Erklärung nicht unterschreibe.
Da Zhang an ihrem Glauben festhielt, kamen die Dorfbeamten am 6. Januar 2021 erneut zu ihr nach Hause und drohten damit, ihr die staatlich geförderte Wohnung wegzunehmen. Als sie sich immer noch weigerte, wurde ihr mitgeteilt, dass sie innerhalb von drei Tagen ausziehen müsse.
Die Polizei schikanierte Zhang im Juni 2021 noch einige Male und drohte ihr, sie wieder in Gewahrsam zu nehmen, wenn sie die geforderte Erklärung nicht unterschreiben würde.
Am Abend des 10. August 2021 brachen sieben Beamte in Zhangs Wohnung ein und trugen die Praktizierende in ihr Polizeiauto. Die Polizisten drohten damit, ihre Tochter Yu Lan zu verhaften, als diese versuchte, sie davon abzuhalten, ihre Mutter mitzunehmen. Yus Sohn und Tochter, beide etwa vier Jahre alt, waren durch die Gewalt der Polizei verängstigt.
Zhang musste am 9. Dezember 2021 vor dem Bezirksgericht Nankai erscheinen, wo sie zu fünf Jahren Haft verurteilt wurde. Am 24. August 2022 kam sie in das Frauengefängnis von Tianjin. Bei ihr wurde etwa im Oktober 2024 Gebärmutterkrebs diagnostiziert, doch die Gefängnisbehörden weigerten sich, sie freizulassen. Sie gaben an, sie dort behandeln zu können. Ihr Zustand verschlechterte sich zusehends und schließlich wurde sie am 7. April 2026 gegen Kaution entlassen. Vier Tage später starb sie.
71-Jähriger stirbt acht Tage nach Haftentlassung (Achtung: erschütternde Fotos!)
Liu Wansheng befand sich in einem kritischen Zustand, als er nach sechs Jahren Haft wegen seines Glaubens an Falun Dafa am 22. April 2026 freigelassen wurde. Er starb sieben Tage später, am 29. April, im Alter von 71 Jahren.
Liu, aus der Stadt Jinzhou, Provinz Liaoning, lag in den letzten Tagen vor seinem Tod im Koma. Nur für kurze Augenblicke lang schien er die Stimmen seiner Angehörigen gehört zu haben, unfähig sich zu bewegen oder zu sprechen. Er hatte Verletzungen an beiden Knöcheln und Handgelenken, die möglicherweise von der Fesselung ans Bett im Gefängnis stammten.





Liu Wansheng, vier Tage nach seiner Freilassung aus dem Gefängnis
Lius Frau, ebenfalls eine Falun-Dafa-Praktizierende, wurde nach der Verurteilung ihres Mannes zu sechs Jahren Haft im Jahr 2020 schwer krank. Als später auch noch seine Rente ausgesetzt wurde, brach sie zusammen. Sie erlag der psychischen Belastung und starb im Jahr 2024. Das Paar hinterlässt einen Sohn, der aufgrund der jahrelangen Verfolgung seiner Eltern an Depressionen leidet und arbeitsunfähig ist.
Liu war am 23. April 2020 verhaftet worden, weil er an einem Busbahnhof mit Passanten über Falun Dafa gesprochen hatte. Polizisten durchsuchten seine Wohnung und beschlagnahmten seine persönlichen Gegenstände.
Am zweiten Tag von Lius Verhaftung ging sein Vater zum Polizeirevier, um seine Freilassung zu fordern, aber ohne Erfolg. Drei Tage später begab sich der 80-Jährige erneut zur Polizei. Ein Polizist sagte zu ihm: „Das ist anders als beim letzten Mal. Dieses Mal werden wir seinen Fall der Staatsanwaltschaft vorlegen.“
Das „letzte Mal“, das von dem Polizisten erwähnt wurde, betraf Lius frühere Verhaftung im Januar 2019, auch weil er mit Leuten über Falun Dafa gesprochen hatte. Die Polizei hatte ihn bald darauf freigelassen, ohne eine strafrechtliche Verfolgung anzustreben.
Lius Festnahme und die anschließende Strafverfolgung versetzten seinem Vater einen schweren Schlag. Der alte Mann verstarb bald darauf.
Die Staatsanwaltschaft des Bezirks Linghe genehmigte Ende April den von der Polizei vorgelegten Fall und klagte Liu bald darauf an. Am 4. September wurde ihm per Videokonferenz in der Haftanstalt von Jinzhou der Prozess gemacht. Das Gericht der Stadt Linghai verurteilte ihn am 30. September zu sechs Jahren Haft und einer Geldstrafe von 10.000 Yuan (etwa 1.200 Euro). Liu legte Berufung beim Mittleren Stadtgericht Jinzhou ein, welches das ursprüngliche Urteil jedoch bestätigte.
Im März 2021 wurde Liu in das Gefängnis Panjin und später in das Gefängnis Jinzhou verlegt. Infolge der schlechten Bedingungen und der schweren Misshandlungen im Gefängnis ging es mit seiner Gesundheit bergab.
Am 23. November 2025 brachten die Wärter des Gefängnisses Jinzhou Liu ins örtliche Krankenhaus. Er wurde am 27. November um 15 Uhr entlassen, nur um drei Stunden später erneut in die Notaufnahme desselben Krankenhauses eingeliefert zu werden. Noch in derselben Nacht wurde er ins Gefängnis zurückgebracht. Seine Familie wurde über seinen stationären Aufenthalt und den Besuch in der Notaufnahme informiert, durfte ihn aber nicht besuchen.
Am 12. Dezember 2025 wurde Liu erneut in das Krankenhaus der Stadt Jinzhou eingeliefert, da er sich in einem Zustand kritischen Zustand befand.
Todesmeldung: Zwei Monate nach Haftentlassung tot - nach jahrelanger Gefängnisstrafe
Zhou Yonglin aus Linghai, Provinz Liaoning, starb am 23. März 2026 gegen 1 Uhr nachts. Zum Zeitpunkt seines Todes konnte er nicht mehr sprechen.
Der 75-Jährige verstarb nur 62 Tage nach dem Ende einer fünfjährigen Haftstrafe wegen seines Glaubens an Falun Dafa. Da er bei seiner Freilassung bereits stumm war, konnte seine Familie nicht mehr erfahren, welche Folter er vor seinem Tod erlitten hatte.
Zhou und seine Frau Sun Jiping, die ebenfalls Falun Dafa praktiziert, wurden am 20. Januar 2021 verhaftet. Zwei Monate später wurden sie insgeheim zu fünf Jahren Haft sowie einer Geldstrafe von 10.000 Yuan (etwa 1.200 Euro) verurteilt.
Zhou wurde am 4. Juli 2021 in das Gefängnis von Panjin gebracht, seine Frau zu einem unbekannten Zeitpunkt in das Frauengefängnis der Provinz Liaoning. Drei Monate später erfuhr ihr Sohn, dass Zhou in die Abteilung 20 des Gefängnisses von Jinzhou verlegt worden war. Anfang 2024 besuchte der Sohn seinen Vater im Gefängnis und stellte fest, dass dieser stark abgemagert war. Zhou gab an, dass er, weil er sich weigerte, Falun Dafa abzuschwören, strengen Kontrollen unterworfen und daran gehindert würde, Dinge des täglichen Bedarfs einzukaufen.
Im Juli 2024 rief ein Gefängniswärter Zhous Sohn an und teilte ihm mit, sein Vater sei wegen eines „leichten Schlaganfalls“ in das Zentralkrankenhaus der Stadt Jinzhou eingeliefert worden.
Zhous Sohn war sich nicht sicher, ob sein Vater tatsächlich einen Schlaganfall erlitten hatte oder ob die Einlieferung auf Misshandlungen zurückzuführen war. Im September 2024 erhielt er einen weiteren Anruf mit der Nachricht, dass sich sein Vater in einem kritischen Zustand befinde. Er eilte ins Krankenhaus in Jinzhou und sah seinen extrem abgemagerten Vater auf der Intensivstation. Ihm war ein Beatmungsschlauch in die Luftröhre sowie eine weitere Sonde in die Nase eingeführt worden, um ihn künstlich zu ernähren.
Ein Krankenhausmitarbeiter berichtete, dass bei dem älteren Zhou ein Luftröhrenschnitt durchgeführt worden sei. Er weinte, konnte aber kein Wort hervorbringen, als sein Sohn ihn fragte, ob er ihn noch erkenne.
Anfang Oktober 2025 wurde Zhou in das Gefängniskrankenhaus Lingyuan verlegt. Seine Familie durfte ihn fortan nicht mehr besuchen. Der Antrag seiner Familie auf vorzeitige Entlassung wurde abgelehnt.
Zhou wurde am 20. Januar 2026 freigelassen. Er wurde zehn Tage lang im Krankenhaus von Linghai behandelt, doch sein Zustand besserte sich nicht. Die Ärzte erklärten, sie könnten nicht mehr viel für ihn tun, und rieten der Familie, ihn mit nach Hause zu nehmen.
Da seine Frau Sun sich noch von den gesundheitlichen Folgen der Misshandlungen erholte, die sie selbst im Gefängnis erlitten hatte, fiel es ihr schwer, Zhou zu pflegen. Er erlangte etwas geistige Klarheit zurück, blieb jedoch weiterhin schwach. Wenige Tage vor seinem Tod konnte er keine flüssige Nahrung mehr bei sich behalten.
Zhou starb am 23. März 2026.
Vor ihrer letzten Festnahme und Inhaftierung im Jahr 2021 waren Zhou und Sun seit Beginn der Verfolgung wiederholt Zielscheibe von Repressalien. Im Jahr 2000, als ihr Sohn die erste Klasse der Hochschule besuchte, wurden beide zu zwei Jahren Zwangsarbeit verurteilt.
Ausgewählte Todesfälle nach jahrelanger Verfolgung
Todesmeldung: Frau aus Shandong stirbt vor Antritt einer dreijährigen Haftstrafe
Zhu Wenlan verstarb am 25. April 2026 im Alter von über 60 Jahren, kurz bevor sie ihre dreijährige Haftstrafe wegen ihres Glaubens an Falun Dafa hätte antreten sollen.
Zhu, eine pensionierte Krankenhausmitarbeiterin aus dem Kreis Cao, Provinz Shandong, war von ihren langjährigen Krankheiten genesen, nachdem sie mit dem Praktizieren von Falun Dafa begonnen hatte. Nachdem das chinesische kommunistische Regime im Juli 1999 mit der Verfolgung von Falun Dafa begonnen hatte, hielt sie unbeirrt an ihrem Glauben fest und wurde wiederholt zur Zielscheibe von Repressalien.
Ihre Haftstrafe war die Folge ihrer Festnahme Anfang Oktober 2025. Beamte der Polizeiwache der Stadt Chengguan durchsuchten gemeinsam mit örtlichen Gemeindevertretern ihre Wohnung und brachten sie in die Haftanstalt der Stadt Heze (zu deren Verwaltungsbereich der Kreis Cao gehört). Die Polizei gab an, jemand habe sie dabei fotografiert, wie sie an einem Ort Flugblätter von Falun Dafa aufgehängt habe.
Während Zhus Haft litt sie infolge von Misshandlungen sowohl körperlich als auch psychisch. Das Gericht des Kreises Cao verurteilte sie an einem unbekannten Datum zu einer dreijährigen Haftstrafe. Während sie auf ihre Verlegung in ein Gefängnis wartete, verschlechterte sich ihr Gesundheitszustand zusehends, bis sie schließlich nicht mehr gehen konnte. Auf eindringliches Drängen ihrer Familie hin veranlasste die Polizei ihre Einweisung in ein Krankenhaus.
Kurz vor der geplanten Aufnahme in das Frauengefängnis der Provinz Shandong verstarb Zhu am 25. April 2026.
53-Jähriger aus Sichuan stirbt nach jahrzehntelanger Verfolgung
Liu Yingxu, ein 53-jähriger Ingenieur aus der Stadt Chengdu, Provinz Sichuan, starb im Mai 2026 an den Folgen eines Schlaganfalls. Mit seinem Tod endete die jahrzehntelange Verfolgung, die er wegen des Praktizierens von Falun Dafa erleiden musste.
Liu hatte im November 1994 während seines Studiums an der Technischen Universität Chongqing angefangen, Falun Dafa zu praktizieren. Bald darauf war er von einer Nierenentzündung, Hepatitis und den Spätfolgen einer Gehirnerschütterung geheilt. Nach seinem Studienabschluss erhielt er eine Anstellung als Assistenzingenieur im Werk „Dongfang Turbine“ in der Stadt Mianzhu, Provinz Sichuan.
Drei Monate nach Beginn der Verfolgung reiste Liu nach Peking, um sein Recht auf Glaubensfreiheit einzufordern. Er wurde verhaftet und rund 40 Tage lang in Peking festgehalten, bevor man ihn nach Mianzhu zurückbrachte. Am 30. Dezember 1999 wurde er zu einem Jahr Zwangsarbeit verurteilt und am darauffolgenden Tag in das Arbeitslager Xinhua in Mianzhu überstellt.
Während Liu seine Haftstrafe im Arbeitslager ableistete, entließ ihn sein Arbeitgeber. Nach seiner Freilassung im Oktober 2000 fand er eine neue Anstellung, wurde jedoch am 4. Juni 2001 an seinem Arbeitsplatz verhaftet. Im Juli 2001 wurde er für eine zweijährige Haftstrafe in das Arbeitslager Xinhua eingewiesen, die um zehn Tage verlängert wurde, weil er an seinem Glauben festhielt. Nach Ablauf der Haftzeit wollte die Polizei ihn direkt in eine Gehirnwäsche-Einrichtung bringen, verzichtete jedoch darauf, als seine Eltern heftig dagegen protestierten.
Liu verrichtete Gelegenheitsarbeiten in Chengdu und wurde am 14. November 2007 abermals festgenommen. Drei Tage später wurde er in die Gehirnwäsche-Einrichtung Xinjin verlegt. Am 31. Mai 2008 erfolgte seine Überstellung in die Gehirnwäsche-Einrichtung Jinniu. Am 20. Juni 2008 gelang es ihm, zu fliehen.
Nach einer weiteren Festnahme Ende Oktober 2008 wurde Liu von Polizisten geschlagen und getreten; zudem wurden ihm unbekannte Substanzen gespritzt. Er trat in den Hungerstreik und kam 21 Tage später frei.
Liu war nicht das einzige Mitglied seiner Familie, das wegen seines Glaubens ins Visier genommen worden war. Seine Eltern wurden mehrmals gezwungen, in der Gehirnwäsche-Einrichtung bei ihm zu bleiben. Das Ehepaar musste sich Falun Dafa-diffamierende Videos anschauen und wurde angewiesen, seinen Sohn „umzuerziehen“. Einmal kniete seine Mutter vor ihm nieder und flehte ihn an, seinen Glauben aufzugeben. Ein anderes Mal musste sie bis ein Uhr Videos ansehen, die Falun Dafa dämonisierten. Sie konnte dem psychischen Druck kaum noch standhalten und war kurz davor, sich aus dem Fenster zu stürzen. Dennoch drohten die Wärter, sie und ihren Mann so lange in der Gehirnwäsche-Einrichtung festzuhalten, bis ihr Sohn seinem Glauben abschwören würde.
Unter Druck gesetzt trennte sich Lius Verlobte von ihm. Seine Verwandten distanzierten sich von ihm, aus Angst, von der KPCh in die Sache verwickelt zu werden. In seinen letzten Jahren wurde Liu zudem häufig von der Polizei schikaniert. Die Polizei übte sogar Druck auf seine Arbeitgeber aus, ihn zu entlassen. Bei Zugreisen wurde er mehrfach verhört, nachdem Sicherheitskontrollen ihn als Falun-Dafa-Praktizierenden identifiziert hatten. Wenn er in einem Hotel eincheckte, folgte ihm die Polizei dorthin, um ihn zu befragen.
Zeitweise verrichtete Liu Gelegenheitsarbeiten in der Stadt Qionglai in der Provinz Sichuan. Die örtliche Polizei verlangte von ihm die Telefonnummer seines Vermieters. Zudem ließen sie die Bäume vor seiner Wohnung fällen, welche die Sicht der Überwachungskameras beeinträchtigt hatten. Die Polizei setzte auch seinen damaligen Arbeitgeber unter Druck, ihn zu entlassen, und veranlasste den Sicherheitsdienst an seinem Arbeitsplatz dazu, ihn heimlich zu fotografieren.
Später kehrte Liu nach Chengdu zurück. Infolge der unerbittlichen Verfolgung verschlechterte sich sein Gesundheitszustand zusehends. Im April 2026 wurde er ins Krankenhaus eingeliefert und erlitt einen Monat später einen Schlaganfall. Kurz darauf verstarb er.
Todesmeldung: 61-Jährige aus Jilin stirbt nach jahrelanger Flucht
Die 61-jährige Guo Xiaoxiaus Songyuan, Provinz Jilin, starb am 9. April 2026 fernab von zu Hause. Um einer Verhaftung wegen ihres Glaubens an Falun Dafa zu entgehen, befand sie sich jahrelang auf der Flucht.
Guo praktizierte Falun Dafa seit 1998; dem schrieb sie zu, dass sie zu einem ruhigeren, freundlicheren und rücksichtsvolleren Menschen geworden war. Im Oktober 1999, drei Monate nachdem die Kommunistische Partei Chinas (KPCh) eine landesweite Kampagne gegen Falun Dafa initiiert hatte, fuhr sie nach Peking, um für ihr Recht auf Glaubensfreiheit zu appellieren. Sie wurde verhaftet, nach Songyuan zurückgebracht und einen Monat lang in einem örtlichen Gefängnis festgehalten.
Mitten in der Nacht im Dezember 2000 hämmerte die örtliche Polizei an Guos Tür. Die Praktizierende konnte durch den Garten eines Nachbarn fliehen und lebte fortan fern von ihrem Zuhause, um einer Verhaftung zu entgehen. Am 17. April 2006 wurde sie gemeinsam mit dem Falun-Dafa-Praktizierenden Wang Qingfu von Polizeibeamten aus der Stadt Songyuan festgenommen. Auf der Polizeiwache wies der politische Sekretär Zhao mehrere Beamte an, die beiden brutal zu misshandeln. Einer der Polizisten schlug Guo wiederholt ins Gesicht und verbrannte ihr Gesicht mit einer offenen Flamme.
Guo wurde gegen 23 Uhr in das Gefängnis Songyuan eingeliefert. Guo trat aus Protest in Hungerstreik, woraufhin man sie auf dem Totenbett (siehe Abbildung unten) festband und zwangsernährte.
Folter-Illustration: Auf dem Totenbett gefesselt
Acht Tage später bekam sie massive Herzbeschwerden, wurde aber dennoch in das Zwangsarbeitslager Heizuizi in Changchun (Hauptstadt der Provinz Jilin) verlegt, um eine zweijährige Haftstrafe abzuleisten. Dort wurde sie noch stärker misshandelt. Die Wärter zwangen sie, jeden Tag stundenlang auf einem kleinen Hocker zu sitzen und befahlen ihr, Falun Dafa abzuschwören.
Am 14. Dezember 2020 wurde Guo von Beamten der Staatssicherheitsabteilung des Bezirks Ningjiang erneut festgenommen. Ihr systolischer Blutdruck lag zu diesem Zeitpunkt bei über 200 mmHg (normalerweise beträgt er 120 mmHg oder weniger), weshalb die örtliche Haftanstalt sie nicht aufnahm.
Daraufhin wurde sie in ein Krankenhaus gefahren und in einem Isolierzimmer untergebracht, wo drei Beamte sie rund um die Uhr überwachten. Sie blieb Tag und Nacht in Handschellen gefesselt, die ihr nur dann abgenommen wurden, wenn man ihr Injektionen verabreichte, was nur während des Tages erfolgte. Als eines Tages die Beamten wegschauten, floh Guo aus dem Krankenhaus.
Die Polizei setzte sie auf die Fahndungsliste, sodass sie sich gezwungen sah unterzutauchen. Durch die Hilfe eines Mitpraktizierenden erfuhr die Tochter von der Flucht ihrer Mutter. Obwohl er sich für den Anruf das Telefon eines Fremden geliehen hatte, wurde dieser Praktizierende kurz darauf verhaftet, da die Polizei das Telefon von Guos Tochter abgehört hatte. Er wurde verhört und mehrere Tage lang festgehalten.
In den darauffolgenden Jahren zog Guo immer wieder umher, konnte jedoch weder eine Arbeit finden noch öffentliche Verkehrsmittel benutzen. Im Januar 2026 bekam sie Fieber und chronischen Husten. Ihr Zustand verschlechterte sich zusehends. Aus Angst, von der örtlichen Polizei aufgespürt zu werden, brachten ihre Angehörigen sie in ein Krankenhaus, das mehrere hundert Kilometer von Songyuan entfernt war. Dort starb sie am 9. April 2026.
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