(Minghui.org) Im ersten Halbjahr 2026 wurden 679 Verfolgungsfälle von Praktizierenden im Alter von 60 Jahren oder älter wegen ihres Glaubens an Falun Dafa gemeldet.

Darunter kamen 44 Praktizierende infolge der Verfolgung ums Leben, 142 wurden zu Gefängnisstrafen verurteilt, 333 wurden gesetzeswidrig inhaftiert und 160 wurden schikaniert.

Nachfolgend sind ausgewählte Verfolgungsfälle aufgeführt.

1. Todesfälle in Gewahrsam

Pensionierte Hochschulprofessorin stirbt vor Beginn ihres Gerichtsprozesses

Eine 88-jährige Frau aus der Stadt Luzhou, Provinz Sichuan, starb am 18. Dezember 2025. Ihr stand wegen ihres Glaubens an Falun Dafa eine Gerichtsverhandlung bevor.

Tang Xuzhen

Als Tang Xuzhen, eine pensionierte Professorin, am 8. April 2022 aus einem Bus ausstieg wurde sie von zwei Zivilbeamten angehalten und zum Verhör zur Polizeistation Lianhuachi gebracht.

Am Nachmittag wurde ihr Sohn benachrichtigt, dass er sie abholen solle. Als dieser eintraf, folgten ihm mehrere Polizisten und durchsuchten anschließend Tangs Wohnung. Sie zeigten weder ihre Dienstausweise noch einen Durchsuchungsbefehl.

Am nächsten Tag kamen sie erneut zu Tangs Wohnung und forderten die Praktizierende auf, Dokumente zu unterschreiben. Sie weigerte sich, woraufhin die Beamten ihren Mann zwangen, die Papiere zu unterschreiben. Er erholte sich noch von einer Kopfverletzung und wusste nicht, was er unterschrieb. Ohne sein Wissen wurde er später als Zeuge der Anklage gegen seine Frau geführt.

Vor dieser jüngsten Verfolgungsepisode war Tang im April 2001 zu drei Jahren Zwangsarbeit verurteilt worden und nach einer Verhaftung im Oktober 2009 zu 3,5 Jahren Gefängnis.

Über 70-Jährige stirbt nach jahrzehntelanger Verfolgung

Zou Peixia, eine über 70-jährige Frau aus der Stadt Dongying, Provinz Shandong, ist um den 20. März 2026 herum verstorben, nachdem sie jahrzehntelang wegen ihres Glaubens an Falun Dafa verfolgt und misshandelt worden war.

Sie und ihr Mann Geng Lutang hatten etwa 1996 begonnen, Falun Gong zu praktizieren. Nachdem das kommunistische Regime am 20. Juli 1999 die landesweite Verfolgung eingeleitet hatte, um Falun Gong auszumerzen, wurde das Ehepaar wiederholt zur Zielscheibe von Repressalien.

Im Oktober 2000 wurde Zou zu drei Jahren Zwangsarbeit verurteilt; im Frauenarbeitslager Wangcun war sie verschiedenen Formen von Misshandlung ausgesetzt. Infolgedessen bekam sie eine psychische Störung. Nach ihrer Freilassung im März 2002 wurde bei ihr eine schwere Depression diagnostiziert.

Das Ehepaar wurde am 17. September 2019 festgenommen, als es auf einem Markt mit Menschen über Falun Dafa sprach. Geng wurde in die Haftanstalt Hekou und Zou in die Haftanstalt der Stadt Dongying gebracht.

Geng kam am 20. Oktober 2019 gegen Kaution frei, nachdem sein Blutdruck einen gefährlich hohen Wert erreicht hatte. Am 2. November 2020 fand vor dem Gericht der Stadt Dongying eine virtuelle Gerichtsverhandlung gegen das Paar statt: Später wurden beide zu einer Freiheitsstrafe von drei Jahren und drei Monaten sowie einer Geldstrafe von 30.000 Yuan (etwa 3.600 Euro) verurteilt. Ihre Rentenzahlungen wurden zu einem unbekannten Zeitpunkt eingestellt.

2. Inhaftierungen

Inhaftierter, pflegebedürftiger 94-Jähriger wird misshandelt und darf mit niemandem sprechen

Der 94-jährige Xu Shujiu aus der Stadt Jixi, Provinz Heilongjiang, wurde infolge anhaltender Misshandlungen während seiner dreijährigen Haftstrafe pflegebedürftig.

Xu und seine verstorbene Frau, Wang Chuanyun, wurden am 30. August 2017 verhaftet, weil sie Transparente mit Informationen über die Verfolgung von Falun Dafa an öffentlichen Stellen aufgehängt hatten. Anfang September 2021 wurde das Ehepaar jeweils zu drei Jahren Haft und einer Geldstrafe von 10.000 Yuan (etwa 1.200 Euro) verurteilt. 

Das Ehepaar tauchte nach seiner Verurteilung unter, um einer Inhaftierung zu entgehen. Doch spürte die Polizei sie auf und setzte ihre Schikanen fort. Wang verstarb am 16. September 2025; sie erlag ihrer psychischen Belastung im Alter von 86 Jahren.

Xus Gesundheitszustand verschlechterte sich weiter. Er wurde bettlägerig und inkontinent. Trotzdem brachten acht Beamte ihn am 20. April 2026 auf einer Trage ins Kreiskrankenhaus Jidong. Dort wurde er rund um die Uhr in vierstündigen Schichten von den Beamten überwacht. Außerdem wurde eine Überwachungskamera in seinem Zimmer installiert. Drei Tage später brachten Polizisten Xu mit einem Krankenwagen in das Gefängnis der Stadt Jixi. Am 30. Juni wurde er in das Gefängnis von Tailai verlegt und dort auf der Krankenstation untergebracht.

Als seine Familie ihn am 7. Juli besuchte, sagte er: „Das ist absolut unmenschlich.“ Er bat seine Familie um Geld, damit er sich etwas zu essen kaufen könne. Der Besucherraum befand sich im vierten Stock. Er war so schwach, dass er beim Hinaufsteigen der Treppe mehrmals eine Pause einlegen musste.

72-Jährige muss fünf Jahre nach Verurteilung ins Gefängnis – pflegebedürftiger Ehemann kommt ins Pflegeheim

Die 72-jährige Hu Kaijun in Chongqing wurde am 8. Juni 2026 in Gewahrsam genommen. Sie soll eine fünfjährige Haftstrafe ableisten, die ihr 2021 wegen ihres Glaubens an Falun Dafa auferlegt worden war. Ihr pflegebedürftiger Ehemann wurde nach ihrer Inhaftierung in ein Pflegeheim gebracht.

Hu, eine pensionierte Angestellte einer Baufirma des Bezirks Wanzhou in Chongqing, war am 17. Juli 2020 verhaftet worden. Sie wurde zwölf Tage lang in einer Gehirnwäsche-Einrichtung festgehalten und gegen eine Kaution auf ein Jahr Bewährung freigelassen. Das Bezirksgericht Kaizhou verurteilte sie am 28. Dezember 2021 zu fünf Jahren Haft und einer Geldstrafe von 15.000 Yuan (etwa 1.900 Euro). Sie legte mehrmals Berufung gegen das Urteil ein, die jedoch immer wieder abgewiesen wurde.

2014 diagnostizierten die Ärzte bei Hus Mann Kehlkopfkrebs im Spätstadium. Daraufhin wurde ihm der Kehlkopf operativ entfernt, so dass er keine Stimme mehr hatte. Außerdem brauchte er eine spezielle Diät. Aufgrund seines Zustandes hatte das Paar Schwierigkeiten, eine gute Pflegekraft für ihn zu finden, sodass sich Hu seitdem selbst um ihn kümmerte. Nach Hus Verhaftung und Verurteilung verschlechterte sich sein Zustand. Um seine Frau dazu zu bringen, sich nach der Ablehnung ihres letzten Einspruchs ins Gefängnis zu begeben, machten die Behörden ihr verschiedene Versprechungen bezüglich der Versorgung ihres Mannes. Als dies nicht funktionierte, froren sie alle ihre Bankkonten und ihr WeChat-Zahlungskonto ein.

Als Hu am 8. Juni 2026 ihren Mann zu einer Untersuchung ins Krankenhaus begleitete, tauchten Mitarbeiter des Bezirksgerichts Kaizhou auf und nahmen sie fest, ohne ihrem Mann mitzuteilen, wohin sie sie brachten. Als er wieder zu Hause war, veranlasste das Straßenkomitee seine Einweisung in ein Pflegeheim.

Vor ihrer jüngsten Verurteilung musste Hu im Oktober 2010 eine einjährige Haftstrafe im Frauen-Zwangsarbeitslager der Stadt Chongqing ableisten.

85-Jährige inhaftiert – sie soll eine im Jahre 2022 verhängte Haftstrafe absitzen

Li Yanyun, eine 85-jährige Frau aus der Stadt Kunming, Provinz Yunnan, wegen ihres Glaubens an Falun Dafa im Zweiten Frauengefängnis derselben Provinz.

Die pensionierte Krankenschwester war am 28. September 2021 verhaftet, jedoch wenige Stunden später gegen Kaution freigelassen worden. Am 16. November 2022 wurde sie zu einer einjährigen Haftstrafe und einer Geldstrafe von 2.000 Yuan (etwa 260 Euro) verurteilt. Aufgrund ihres fortgeschrittenen Alters und ihres schlechten Gesundheitszustandes wurde ihr Haftantritt aufgeschoben.

Gegen Ende März 2026 verloren ihre Freunde den Kontakt zu ihr. Erst vor Kurzem erfuhren sie, dass sie in ein Gefängnis eingewiesen wurde.

Vor ihrer jüngsten Festnahme war Li bereits am 7. September 2013 verhaftet worden. Beamte der Polizeiwache Dongluqiao und der Staatssicherheit des Bezirks Xishan hatten zudem ihre Wohnung durchsucht. Ihr Mann, der gerade einer Operation wegen einer koronaren Herzkrankheit hinter sich hatte, erstarrte vor Schreck. Kurze Zeit später verstarb er.

Trotz schlechter Gesundheit: 71-Jährige muss eine 2020 auferlegte dreijährige Haftstrafe antreten

Gao Jiping, Eine 71-jährige Frau aus der Stadt Taiyuan, Provinz Shanxi, wurde am 6. Juni 2026 in das Frauengefängnis der Provinz Shanxi eingeliefert. Dort muss sie eine dreijährige Haftstrafe verbüßen, zu der sie im Jahr 2020 verurteilt worden war, weil sie Falun Dafa praktiziert.

Gao war am 7. September 2019 verhaftet, jedoch zehn Tage später wegen ihrer schlechten Gesundheit gegen Kaution freigelassen worden. Am 23. September 2020 verurteilte das Gericht sie zu drei Jahren Haft.

Aufgrund ihres hohen Blutdrucks, ihrer schweren Anämie und Urämie lehnte die vierte Haftanstalt der Stadt Taiyuan ihre Aufnahme fünfmal ab. Beim sechsten Mal am 4. März 2026 nutzte die Polizei ihre Beziehungen, um die Inhaftierung durchzusetzen.

Am 6. Juni wurde Gao in das Frauengefängnis der Provinz Shanxi verlegt. Sie ist in der Abteilung für „strenge Überwachung“ eingesperrt und darf weder Familienbesuche empfangen noch mit ihren Angehörigen telefonieren.

3. Verurteilungen

13 Tage nach ihrer jüngsten Festnahme: 77-Jährige insgeheim zu drei Jahren Haft verurteilt

Nachdem die 77-jährige Liu Yulian wegen ihres Glaubens an Falun Dafa festgenommen worden war, wurde ihre Familie über ihren Verbleib und Status im Unklaren gelassen. Auf Nachfragen zum Fall hieß es vonseiten der Polizei lediglich: „Sie wurde zu drei Jahren verurteilt.“

Liu aus der Stadt Linqing, Provinz Shandong, war am 12. Mai 2026 auf dem Weg zur Feldarbeit, als sie von Gao Haimin, dem Leiter der Staatssicherheitsabteilung der Stadt Linqing, sowie Beamten der Polizeiwache Bachalu festgenommen wurde.

Die Familie bestätigte, dass Liu bereits am 25. Mai in das Frauengefängnis der Provinz Shandong überstellt wurde. Sie vermuten, dass ihr ein ordnungsgemäßes Verfahren verwehrt wurde, wie es bei Fällen mit Bezug zu Falun Dafa üblich ist. Bis heute wissen sie nicht, ob jemals offiziell Anklage gegen sie erhoben, ihr ein Anwalt zugewiesen oder ihr ein fairer Prozess gewährt wurde.

78-Jährige wegen angeblicher Verteilung von Flyern zu drei Jahren Haft verurteilt

Die 78-jährige Chen Suyuan aus der Stadt Anshan, Provinz Liaoning, legt Berufung gegen eine dreijährige Haftstrafe ein, die wegen des Praktizierens von Falun Dafa gegen sie verhängt wurde.

Am 20. Januar 2026 sah sie in der Nähe des Eingangs eines Wohnblocks zwei Falun-Dafa-Flyer auf dem Boden liegen. Sie hob sie auf, wurde jedoch sogleich von zwei Frauen gepackt, die wie aus dem Nichts auftauchten. Sie beschuldigten Chen, diese im Gebäude verteilt zu haben. Eine der Frauen verständigte die Polizeidienststelle des Bezirks Lishan, woraufhin Beamte der Polizeiwache Shuangshan entsandt wurden, um Chen festzunehmen. Sie brachten die Praktizierende in die erste Haftanstalt der Stadt Anshan.

Als ihr Anwalt sie Anfang Februar besuchte, wurde sie von zwei Personen hinausgetragen; sie wirkte äußerst geschwächt. Sie berichtete ihrem Anwalt, dass die Polizei sie bei einer medizinischen Untersuchung gezerrt und an ihr gerissen habe, wodurch sie schwere Verletzungen erlitten habe. Sie ist nun auf die Hilfe anderer angewiesen.

Chen wurde am 2. April angeklagt. Sie musste sich am 22. April vor Gericht verantworten und wurde am 1. Juni zu einer dreijährigen Haftstrafe verurteilt. Sie hat beim Mittleren Volksgericht der Stadt Anshan Berufung eingelegt.

Vor ihrer jüngsten Festnahme war sie wiederholt zur Zielscheibe von Repressalien geworden. Am 25. Oktober 2012 wurde sie verhaftet, als sie gemeinsam mit ihrem Mann zu einem Supermarkt unterwegs war. Ihr Mann, der durch das Vorgehen der Polizei in große Angst versetzt worden war, verstarb einen Monat später.

Am 15. April 2020 wurde Chen erneut festgenommen und am 10. August desselben Jahres vom Bezirksgericht Lishan zu anderthalb Jahren Haft verurteilt.

72-Jährige aus Jiangxi zum vierten Mal wegen ihres Glaubens verurteilt

Minghui.org hat vor Kurzem bestätigt, dass die 72-jährige Wu Zhiping in Nanchang, Provinz Jiangxi, zu mehr als drei Jahren Haft verurteilt wurde, nur weil sie Falun Dafa praktiziert.

Wu Zhiping

Wu, eine berentete Arbeiterin der Stahlfabrik Nanchang, wurde am 9. Oktober 2024 verhaftet, als sie mit anderen über Falun Dafa sprach. Die an der Verhaftung beteiligten Beamten brachten sie in die Gehirnwäsche-Einrichtung des Bezirks Qingyupu. Kurze Zeit später wurde sie in die Haftanstalt der Stadt Nanchang verlegt.

Es liegen keine Informationen über Wus Anklage, Prozess oder Verurteilung vor. Auch die Dauer ihrer Haftstrafe bedarf noch der Abklärung. Vermutlich befindet sie sich im Frauengefängnis der Provinz Jiangxi.

Vor ihrer letzten Verfolgung wurde sie dreimal wegen ihres Glaubens verurteilt und verbüßte eine 3-jährige Haftstrafe von Oktober 2008 bis Oktober 2011, eine 3,5-jährige Haftstrafe von Juni 2015 bis Dezember 2018 und eine1,5-jährige Haftstrafe von September 2021 bis März 2023. Zusätzlich zu ihren drei Gefängnisstrafen wurde sie auch mehrfach in verschiedene Einrichtungen gesperrt, einschließlich einem psychiatrischen Krankenhaus, obwohl sie keine psychische Krankheit hatte.

Auch Wus Tochter wurde von der Polizei und Mitarbeitern des Straßenkomitees mehrfach unter Druck gesetzt, die sie aufforderten, ihre Mutter zum Verzicht auf Falun Dafa zu überreden. Sie konnte dem Druck nicht mehr standhalten und wurde krank. Nach einer Operation flehte sie ihre Mutter an, dass sie nichts mehr miteinander zu tun haben sollten. Wu verstand und stimmte zu.

4. Verhaftungen und Schikanen

Infolge der Verfolgung von Falun Dafa verwitwet – 86-jährige Praktizierende nun selbst verhaftet

Luo Shuhua, eine 86-jährige Einwohnerin der Stadt Xinxiang, Provinz Henan, wurde wegen ihres Glaubens an Falun Dafa am 13. März 2026 zu Hause verhaftet. Da sie sich heftig dagegen wehrte, riefen die Beamten einen Krankenwagen und zerrten sie in das Fahrzeug. Sie behaupteten, sie habe einen „Schatten auf der Lunge“ und brachten sie ins örtliche Krankenhaus für Infektionskrankheiten. Außerdem drohten sie ihr, sie nach der Behandlung ins Gefängnis zu stecken.

Luos Leidensweg begann mit einer früheren Festnahme im Dezember 2020, nachdem sie von einer Überwachungskamera beim Verteilen von Informationsmaterialien über Falun Dafa gefilmt worden war. Beamte der Polizeistation Muye brachten sie in die Haftanstalt Xinxiang. Diese nahm die Praktizierende aufgrund ihrer schwachen Gesundheit jedoch nicht auf. Daraufhin wurde sie am 4. Dezember 2020 unter häusliche Überwachung gestellt. Nachdem die Polizei die Überwachung am 3. Mai 2021 eingestellt hatte, änderten sie den Status der Fallakte auf „Freilassung gegen Kaution“. Sie unternahmen mehrere Versuche, die Praktizierende zu inhaftieren, die jedoch scheiterten.

2024 leitete die Polizeistation Tiexi Luos Fall an die Staatsanwaltschaft der Stadt Weihui weiter. Diese erhob Anklage gegen die Praktizierende und stellte sie vor das Stadtgericht Weihui. (Weihui unterliegt der Gerichtsbarkeit Xinxiang.) Ob sie verurteilt wurde, ist unklar.

Vor ihrer jüngsten Festnahme war Luo seit Beginn der Verfolgung vor 27 Jahren mehrfach verhaftet und schikaniert worden. Ihr Mann Ma Yunxian, der ebenfalls Falun Dafa praktizierte, musste untertauchen, um nicht verfolgt zu werden. Die psychische Belastung und körperlichen Misshandlungen, die er während seinen Haftstrafen erleiden musste, forderten ihren Tribut: Er starb im April 2008 im Alter von 70 Jahren.

82-Jährige aus Chongqing erneut festgenommen

Die 82-jährigeZhou Liangrong aus Chongqing wurde am 13. Juni 2026 festgenommen, weil sie Informationsmaterialien über Falun Dafa verteilt hatte.

Zhou wird derzeit im Polizeikrankenhaus Beibei festgehalten. Die Polizei gab an, bei ihr sei eine Herzschwäche festgestellt worden, die eine Behandlung erforderlich mache. Ihrer Familie wurden Besuche verweigert.

Zhou ist eine ehemalige Mitarbeiterin der Obstplantage Jiangbei Yuzui. Ihr Großvater war ein einflussreicher Bankier, der der Familie ein beträchtliches Erbe hinterlassen hatte. Nach der Machtübernahme durch die Kommunistische Partei Chinas (KPCh) beschlagnahmten örtliche Behördenvertreter das Vermögen der Familie und stellten diese unter Überwachung. Im Jahr 1996 begannen Zhou und sechs ihrer sieben Schwestern mit dem Praktizieren von Falun Dafa. Sie verzichteten darauf, das Familienvermögen von der KPCh zurückzufordern.

Seit 1999 wurden die Zhou-Schwestern wegen ihres Glaubens an Falun Dafa von den Behörden ins Visier genommen. Eine der Schwestern, Zhou Liangzhu, wurde verhaftet, nachdem sie ihre Schwester besucht hatte, und zu einer 15-monatigen Haft im Arbeitslager verurteilt. Als sie 2002 freigelassen wurde, war sie aufgrund der in der Haft erlittenen Folter dem Tode nahe und starb zehn Monate später.

Chongqing: Polizei beauftragt Schlüsseldienst und bricht in Wohnung einer 77-jährigen Witwe ein

Im Februar und April 2026 drangen Polizeibeamte in Chongqing in die Wohnung der 77-jährigen Xu Mingjin ein und durchsuchten ihre Räumlichkeiten.

Am Mittag des 28. Februar 2026 hämmerten Polizeibeamte und Mitarbeiter des Gemeindekomitees an Xu Mingjins Wohnungstür. Sie beschuldigten sie, in einen Betrugsfall verwickelt zu sein, und behaupteten, eine Vorladung zu haben. Da Xu sich weigerte, sie hereinzulassen, riefen die Beamten einen Schlüsseldienst, brachen die Tür auf und stürmten in die Wohnung. Xu wurde hinausgezerrt, während ihre Räumlichkeiten über eine Stunde lang durchsucht wurden. Danach wurde sie zum Verhör zur Polizeistation gebracht und erst nach 22 Uhr wieder freigelassen.

Neun Tage später, am 9. März 2026, schikanierten Gemeindepolizisten die betagte Praktizierende erneut. Am 1. April 2026 standen Polizisten vor Xus Wohnungstür. Sie forderten sie auf, mit ihnen zur Polizeistation zu kommen, und ihre Habseligkeiten abzuholen. Sie weigerte sich und bat sie, ihr die Sachen zu schicken. Daraufhin beauftragten die Beamten abermals einen Schlüsseldienst, drangen in Xus Wohnung ein, nahmen sie fest und brachten sie zur Polizeistation.

Kurze Zeit später informierte ein Beamter Xu, dass eine Verwaltungshaft gegen sie verhängt worden sei, diese jedoch aufgrund ihres fortgeschrittenen Alters nicht vollstreckt werde. Dann legte er ein Blatt Papier vor sie hin und verlangte ihre Unterschrift, aber sie weigerte sich. Die Beamten fotografierten Xu ohne ihr Einverständnis und nahmen ihre Fingerabdrücke und Blut ab. Sie wurde nach 17 Uhr freigelassen.

Vor ihrer jüngsten Verfolgung hatte Xu bereits eine einjährige Haftstrafe in einem Zwangsarbeitslager abgeleistet, war in einer Gehirnwäsche-Einrichtung eingesperrt und mehrfach inhaftiert und schikaniert worden. Ihr Mann war psychisch so sehr in Mitleidenschaft gezogen, dass sich seine Herzkrankheit und sein Bluthochdruck verschlimmerten. Er starb im September 2013.

Trotz Schlaganfall Freilassung gegen Kaution verweigert – nun droht 74-Jähriger Gefängnisstrafe

Chen Yanwei, eine 74-jährige Einwohnerin der Stadt Mudanjiang, Provinz Heilongjiang, erlitt während ihrer Inhaftierung einen Schlaganfall. Wegen ihres Glaubens an Falun Dafa war sie in Haft genommen worden. Trotz ihres schlechten gesundheitlichen Zustandes weigerten sich die Behörden, sie freizulassen, und planen weiterhin, sie zu einer Gefängnisstrafe zu verurteilen.

Chen war am 29. Oktober 2025 in ihrer Wohnung von fünf Beamten der Polizeibehörde des Bezirks Dongan festgenommen und zum Verhör zur Polizeistation Jiangnandiyi gebracht worden. Die Polizei hatte ihre Fingerabdrücke und Blutproben abgenommen sowie eine Ganganalyse und Iris-Scans durchgeführt. Anschließend wurde sie zur körperlichen Untersuchung ins Eisenbahnkrankenhaus gebracht. Ihr systolischer Blutdruck lag weit über dem Normalwert und auch ihre Herzfrequenz- und Urinwerte waren auffällig. Trotz ihres angeschlagenen Gesundheitszustandes wurde Chen in eine Haftanstalt gebracht.

Das Bezirksgericht Aimin hielt am 20. Januar 2026 eine Vorverhandlung im Fall von Chen ab und setzte eine Verhandlung für den 4. Februar an. Die Verhandlung wurde später auf den 27. März verschoben; ob sie tatsächlich stattfand, ist unklar.

Während ihrer Haft stieg Chens Blutdruck gefährlich an. Die Wärter der Haftanstalt forderten die Angehörigen auf, ihr Medikamente zu schicken. Diese weigerten sich, da Chen keiner ordnungsgemäßen medizinischen Untersuchung unterzogen worden war.

Am 17. April 2026 rief jemand aus der Haftanstalt Chens Familie an und teilte ihr mit, dass sie sich in einem kritischen Zustand befinde. Am 24. April riefen die Wärter erneut an und teilten den Angehörigen mit, dass Chens Zustand kritisch sei und sie sofort behandelt werden müsse. Laut Arzt habe sie vor Kurzem einen Infarkt im rechten Kleinhirn erlitten.

Chen befindet sich derzeit im zweiten Krankenhaus der Medizinischen Universität Mudanjiang, welches der Stadtpolizei von Mudanjiang unterstellt ist. Ihre Familie hat mehrmals ihre Freilassung beantragt, wurde aber jedes Mal abgewiesen.

5. Finanzielle Verfolgung

Rente einer 87-Jährigen seit 2024 ausgesetzt, nur weil sie sich weigert, Falun Dafa aufzugeben

Cong Peishan, eine 87-jährige Frau in Tianjin kämpft ums Überleben, nachdem ihr die monatliche Rente wegen ihres Glaubens an Falun Dafa seit März 2024 vorenthalten wurde.

Am 24. Dezember 2000 wurde die Praktizierende zu vier Jahren Haft verurteilt und im Gefängnis mit verschiedenen Methoden gefoltert. Im März 2021 wurde Cong erneut verhaftet. Vor ihrer Festnahme hatte Ren Yu, der stellvertretende Leiter der Polizeistation des Sportzentrums im Bezirk Nankai, sie aufgefordert, Falun Dafa abzuschwören. Als sie sich weigerte, drohte Ren ihr mit einer Verurteilung durch das örtliche Gericht und dem Entzug ihrer Rentenansprüche durch ihren Arbeitgeber.

Am 30. September 2021 wurde Cong nach sechsmonatiger Untersuchungshaft vom Bezirksgericht Nankai zu drei Jahren Haft verurteilt und in die 5. Abteilung des Frauengefängnisses Tianjin eingeliefert. Dort wurde sie gefoltert und gezwungen, toxische Medikamente einzunehmen.

Im März 2024 wurde Cong freigelassen. Als sie nach Hause zurückgekehrt war, erfuhr sie zu ihrer Bestürzung, dass ihr Mann nach ihrer Verurteilung aus Sorge um sie erkrankt war. Während sie noch im Gefängnis saß, war er verstorben. Hinzu kam, dass das örtliche Sozialamt ihre monatliche Rente von 8.000 Yuan auf 693 Yuan gekürzt hatte. Als Bedingung für die Auszahlung der gekürzten Rente stellten sie eine schriftliche Garantieerklärung, in der Cong versprechen sollte, dass sie auf das Praktizieren von Falun Dafa verzichte. Sie weigerte sich und hat seitdem keine Rente mehr erhalten.

Liaoning: Gericht lehnt Verhandlung der Klage einer 81-Jährigen gegen die Aussetzung ihrer Rente ab

Wu Xiulan, einer 81-jährigen Frau aus der Stadt Jinzhou, Provinz Liaoning, wurde ihre Rente seit April 2016 aufgrund ihres Glaubens an Falun Dafa ausgesetzt. Dennoch weigerte sich ein örtliches Gericht, ihren Fall gegen die Behörde zu verhandeln, die ihre Altersbezüge eingestellt hat.

Wu trat im Jahr 2002 nach 34-jähriger Tätigkeit in verschiedenen Positionen bei der Stadtverwaltung von Jinzhou, dem Baudezernat und dem Institut für Umweltschutz in den Ruhestand. 2015 wurde sie verhaftet, als sie selbstklebende Plakate über Falun Dafa anbrachte. Später wurde sie zu zwei Jahren Haft verurteilt. Ab April 2016 setzte das Amt für Personal und soziale Sicherheit der Stadt Jinzhou ihre Rentenzahlungen aus. Nach ihrer Freilassung im Mai 2017 forderte sie die Wiederaufnahme der Zahlungen – jedoch vergeblich.

2019 wurde Wu erneut verhaftet, als sie das Haus eines Verwandten aufsuchte, um sich Geld zu leihen. Sie wurde zu einer weiteren Haftstrafe von drei Jahren verurteilt und im Juli 2022 entlassen. Auch danach bemühte sie sich weiterhin um die Wiederaufnahme ihrer Rentenzahlungen – jedoch nach wie vor vergeblich.

Die finanzielle Verfolgung brachte Wu, die keine Kinder hat, die sich um sie kümmern könnten, in große Not. Aufgrund ihrer angespannten Lage konnte sie weder die kaputten Fenster und die defekte Heizung reparieren lassen noch die undichte Spüle und den beschädigten Balkon instandsetzen. Besonders im Winter litt sie unter der Kälte und fror oft in ihrer Wohnung.

Am 3. März 2025 reichte Wu eine Verwaltungsklage ein, in der sie forderte, dass das Amt für Personal und soziale Sicherheit ihr die Rentenzahlungen, die es ihr in den vergangenen neun Jahren vorenthalten hatte, zurückerstattet und ihre Altersbezüge wieder aufnimmt. Das Gericht weigerte sich, den Fall zu den Akten zu nehmen. Etwa im September 2025 beschloss sie, ihre Klage zurückzuziehen. Das Gericht erklärte jedoch daraufhin, die entsprechenden Unterlagen lägen ihm nicht vor. Folglich war es ihr weder möglich, ihre Klage erneut einzureichen, noch, andere rechtliche Strategien zu verfolgen.

85-Jährige zu Haftstrafe verurteilt, Rentenzahlung ausgesetzt

Weil sie an ihrem Glauben an Falun Dafa festhielt, wurde Xiang Aimei, eine 85-jährige Frau aus der Stadt Huaihua, Provinz Hunan, zweimal verurteilt und wiederholt schikaniert. Zudem ist ihre Rente seit 2024 ausgesetzt.

Xiang, die ehemalige stellvertretende Bürgermeisterin der Großgemeinde Anjiang (Stadt Hongjiang, Provinz Hunan), wurde im Jahr 2008 zu drei Jahren Haft auf Bewährung verurteilt. Einzelheiten zu ihrer ersten Verurteilung sind unklar.

Am 14. Januar 2023 wurde Xiang erneut festgenommen, weil sie auf einem Bauernmarkt mit anderen über Falun Dafa gesprochen hatte, einen Tag später jedoch freigelassen. Im Mai 2023 ging sie erneut auf den Bauernmarkt, um über die Verfolgung aufzuklären, und wurde abermals festgenommen. Am 20. Juli 2023 erschienen vier Polizeibeamte bei Xiang zu Hause. Sie wollten Xiang auffordern, sich bei der Staatsanwaltschaft der Stadt Hongjiang zu melden. Da sie nicht zu Hause war, teilten die Beamten ihren Kindern mit, dass ihre Mutter verhaftet würde, sollte sie am nächsten Tag nicht bei der Staatsanwaltschaft erscheinen.

Am folgenden Tag begab sich Xiang in Begleitung ihres Anwaltes und ihrer Schwiegertochter zur Staatsanwaltschaft. Der Staatsanwalt verlangte von ihr, die Unterlagen zu ihrem Fall zu unterzeichnen; sie weigerte sich. Der Staatsanwalt drohte damit, sie in eine Haftanstalt einweisen zu lassen, und erklärte, dass sich dies negativ auf die berufliche Stellung und die Beförderungschancen ihrer Kinder und Enkelkinder auswirken würde. Sie durfte zwar nach Hause zurückkehren, wurde jedoch unter Hausarrest gestellt.

Im Zeitraum von September bis Oktober 2023 wurde Xiang wiederholt schikaniert. Am 19. Oktober 2023 suchten drei Polizeibeamte sie zu Hause auf und brachten sie zum Gericht der Stadt Hongjiang. Nach einer ärztlichen Untersuchung beabsichtigte die Polizei, sie in die Haftanstalt zu überführen. Aufgrund ihrer angeschlagenen Gesundheit wurde Xiang jedoch gegen Kaution freigelassen. Im April 2024 wurde sie zu anderthalb Jahren Haft verurteilt.

Die Polizeibehörde der Stadt Hongjiang behielt im Zeitraum von 2023 bis April 2024 insgesamt 50 Prozent von Xiangs Rentenzahlungen ein. Die Gesamtsumme belief sich auf 83.000 Yuan (etwa 10.707 Euro). Kurz nach ihrer Verurteilung wurden die Rentenzahlungen vollständig eingestellt. Auch die finanzielle Unterstützung, die ihre Familie an ihre digitale Geldbörse bei WeChat gesendet hatte, wurde eingefroren. Darüber hinaus untersagten die Behörden Xiang Flug- und Bahnreisen

72-Jährige soll Rentenzahlungen aus 18 Jahren zurückzahlen

Jiang Yifen, eine 72-jährige Frau in der Stadt Harbin, Provinz Heilongjiang, wurde angewiesen, Rentenzahlungen in Höhe von 360.000 Yuan (etwa 46.440 Euro) zurückzuzahlen, die sie über einen Zeitraum von 18 Jahren erhalten hatte. Das geschah lediglich deshalb, weil ihr aufgrund ihres Glaubens an Falun Dafa der Anspruch darauf abgesprochen wurde.

Jiang, eine pensionierte Mitarbeiterin der Polyesterfabrik der Provinz Heilongjiang, wegen ihres Festhaltens an ihrem Glauben wiederholt zur Zielscheibe von Repressalien durch die Polizei. Sie wurde 2001 festgenommen und später zu vier Jahren Haft verurteilt. Nach ihrer jüngsten Festnahme am 3. März 2022 erhielt sie eine weitere dreijährige Haftstrafe. Am 2. März 2025 wurde sie aus dem Frauengefängnis der Provinz Heilongjiang entlassen.

Ab Mai 2023 setzte die Sozialversicherungsbehörde des Bezirks Acheng die Rentenzahlungen an Jiang aus. Da die geringe Rente ihres Mannes nicht für den Lebensunterhalt des Paares ausreichte, leisteten ihre Kinder zusätzliche finanzielle Unterstützung.

Am 7. Mai 2026 erhielt Jiang ein Schreiben der Sozialversicherungsbehörde des Bezirks Acheng, in dem die Rückzahlung der ihr „irrtümlich“ ausgezahlten Rente gefordert wurde. Das Schreiben enthielt weder eine Rechtsgrundlage noch eine Begründung für diese Entscheidung.

Einen Monat später, am 11. Juni, erhielt Jiang ein weiteres Schreiben dieser Behörde. Darin wurde die bereits zuvor geäußerte Behauptung wiederholt, die von Juni 2005 (dem Erreichen des gesetzlichen Renteneintrittsalters) bis April 2023 (dem Monat vor der Aussetzung der Zahlung) erhaltene Rente sei ein „Irrtum“ gewesen. Zudem wurde die Rückzahlung der gesamten Summe in Höhe von 360.440,42 Yuan (etwa 46.530 Euro) gefordert.

In dem Schreiben hieß es, dass Jiang – sollte sie Einspruch gegen die Entscheidung erheben wollen – innerhalb von 60 Tagen bei der zuständigen Behörde eine verwaltungsrechtliche Überprüfung beantragen oder innerhalb von sechs Monaten Einspruch vor dem Bezirksgericht Acheng erheben könne. Sollte sie keine Schritte unternehmen, würde die Sozialversicherungsbehörde beim örtlichen Gericht die Genehmigung zur zwangsweisen Beitreibung der Zahlung beantragen.

Jiang erhob bei der Sozialversicherungsbehörde des Bezirks Acheng schriftlich Einspruch.